Noch blüht nichts: Revierförster Klaus Wehr zeigt die Fettwiese im Wald bei Brandenberg (Foto oben). Doch das soll sich ändern. Auf 6000 Quadratmetern wird eine Magerrasenfläche entstehen, auf der von Frühjahr bis Herbst immer etwas blühen soll, so dass Pflanzen und Insekten Lebensraum finden.
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Noch blüht nichts: Revierförster Klaus Wehr zeigt die Fettwiese im Wald bei Brandenberg. Doch das soll sich ändern. Auf 6000 Quadratmetern wird eine Magerrasenfläche entstehen, auf der von Frühjahr bis Herbst immer etwas blühen soll, so dass Pflanzen und Insekten Lebensraum finden.

Lebensraum für Insekten

Zwischen Moorenweis und Türkenfeld: Hier entsteht ein Blüh-Paradies

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Bunter soll es werden im Wald zwischen Moorenweis und Türkenfeld. In einer breiten Schneise entsteht eine Magerrasen- und Blühfläche, die seltenen Pflanzen und Insekten Lebensraum bieten soll. Für Reptilien werden am Rande der Fläche Wurzelstockburgen angelegt.

Brandenberg – Noch sieht es in dem Waldstück bei Brandenberg eher nach einem größeren Tiefbauprojekt aus als nach einer Naturschutzmaßnahme. Auf 6000 Quadratmetern unterhalb der Starkstromleitungen wurde der Oberboden abgeschoben. Hier hatte sich aufgrund von jahrelangem Mähen und Mulchen ein dicker Filz aus Schnittgut und Gras abgelagert.

„So entstand eine artenarme Fettwiese ohne Blühpflanzen“, erklärt Julia Pohl von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt. Als Expertin für Artenschutz unterstützt sie das Projekt der Bayerischen Staatsforsten. Federführend vor Ort sind Revierförster Klaus Wehr aus Moorenweis und Robert Bocksberger, Leiter des zuständigen Forstbetriebs in Landsberg.

Revierförster Wehr, Julia Pohl von der Unteren Naturschutzbehörde und Robert Bocksberger, Leiter des zuständigen Forstbetriebs in Landsberg schauen sich vor Ort um.

In Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) wollen sie den Geländestreifen unterhalb der Stromtrasse in eine deutlich artenreichere Magerrasen- und Blühfläche umwandeln. Dazu musste der humose Oberboden mit hohem Lehmanteil entfernt werden. Offen liegt nun der kiesige Rohboden da – die richtige Grundlage für Huflattich, Silberdistel und andere einheimische Wildpflanzen, die Nahrung bieten für Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge.

Wiese wächst in zwei bis drei Jahren

Ziel ist ein sogenanntes Trachtband, also eine anhaltende Blütenvielfalt im Jahresverlauf. „Vom Frühjahr bis zum Herbst soll immer etwas blühen“, erklärt Forstbetriebsleiter Bocksberger. Die Saatmischung soll demnächst ausgebracht werden, so dass sich bereits in diesem Jahr die ersten Blüten zeigen könnten. Bis sich alle Pflanzen etabliert haben, werden aber vermutlich zwei bis drei Jahre vergehen. Revierförster Wehr hofft, dass die in diesem Waldstück zahlreichen Spaziergänger und Freizeitreiter die Fläche nicht betreten, sondern die Blütenpracht von den Wegen aus bewundern.

Am Rande der Fläche türmen sich Wurzelstöcke, die beim Radwegebau zwischen Moorenweis und Grafrath angefallen sind. Sie sind für drei Wurzelstockburgen vorgesehen, in denen sich heimische Eidechsen- und Schlangenarten wohlfühlen. Insgesamt wird die Naturschutzmaßnahme den Forstbetrieb rund 8000 Euro kosten.

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