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Noch hatten die Burschen (v.l.) Sebastian Trauner,Karl Clemenz, Jakob Schöttl und Christian Knoller gut lachen beim Masskrugstemmen beim Starkbierfest des Moorenweiser Blaskapelle. Ein paar Minuten später sahen die Gesichter schon wesentlich angespannter aus. 

Moorenweiser Starkbierfest

Starkbierfest: Strapazen für Bizeps und Lachmuskeln

Moorenweis - Fastenpredigt war gestern. Beim Starkbierfest der Moorenweiser Blaskapelle wird nicht von der Kanzel derbleckt, sondern aus dem Friseurstuhl. Unter dem Motto „Ma red’ ja nit, ma sagt ja bloß“ sinnierten die Ratschweiber Mari und Resi über Streitthemen.

In der witzig dekorierten TSV-Halle ging es am Samstagabend hoch her. An den Wänden prangten Girlanden, Luftballons sowie Lederhosen und Dirndl. Die Blaskapelle sorgte mit ihrem singenden Dirigenten Philipp Dölzer für gute Stimmung. 

Im bayerischen Mehrkampf maßen sich acht Kandidaten im Bierkrug-Stemmen, Wett-Melken und Wüstenschnaps herunterwürgen. Letzteres erwies sich als unangenehmste Prüfung. Denn bei dem „Getränk“ handelte es sich um ein Stamperl Semmelbrösel, das sich schwer schlucken ließ. 

Bei der Prüfung Wüstenschnapstrinken mussten die Teilnehmer ein Stamperl mit Semmelbrösel herunterwürgen - eine trockene Angelegenheit. 

Am Ende verließ Dritter Bürgermeister Hubert Leib strahlend die Arena. In der Gesamtwertung hatte es zwar nur für Platz sechs gereicht, doch beim Maßkrug-Stemmen hatte Leib alle in die Tasche gesteckt. Und dass, obwohl er nie trainiere und die anderen Teilnehmer halb so alt gewesen waren wie er. 

Dritter Bürgermeister Hubert Leib siegte beim Maßkrugstemmen und riss vor Freude gleich noch den zweiten Arm in die Höhe. 

Gegen halb elf verstummten die Gespräche an den vollbesetzten Tischen – es war Zeit für die Ratsch-Weiber Mari und Resi alias Doris Lambert und Sonja Kreuzer. Mit bunten Handtüchern auf dem Kopf und Zeitschriften in der Hand, sinnierten die beiden über Hundehaufen und Parkplatznöte, Vandalismus und ein Ärztehaus, über das in der Gemeinde schon lange gesprochen wird. Ob es wohl jemals kommt? „Vielleicht, wenn der Berliner Flughafen fertig wird.“ 

Mari und Resi beim Frisör alias Doris Lambert und Sonja Kreuzer unterhielten das Publikum mit flotten Sprüchen. Sie sinnierten unter anderem über einen fehlenden Dorfmetzger, das angedachte Ärztehaus und nervige Hundehaufen.

Dass es in Moorenweis zwar noch heiße Theken, aber keinen „g’scheiten Metzger“ mehr gibt, bekümmerte die Damen ebenso wie das Fehlen ausreichender Parkplätze vor einem der vier Friseurgeschäfte. Gehört zur Reinhaltung der Gehwege eigentlich auch das Entfernen dreist abgestellter Autos? Und sollte man per Kamera diejenigen Hundebesitzer dingfest machen, die sich einen Dreck um die Haufen ihrer Lieblinge scheren? 

Vollbesetzt war die TSV-Halle beim Starkbierfest der Blaskapelle Moorenweis. 

Sorgen bereiteten den Dorf-Beobachterinnen gewisse jugendliche Pappenheimer aus Brandenberg, „dem Hasenbergl von Moorenweis“, ebenso wie der Nachwuchsmangel der Turnergarde, die schon lange kein Faschingsprinzenpaar mehr hervorbringt. Ob da ein gemeindlicher Spaßreferent Abhilfe schaffen könnte, vergleichbar mit der neuen Seniorenreferentin? 

Humorige Spitzen gegen Honoratioren und etwas weniger humorige an die Adresse einer Gastronomie („sündhaftteuer und immer geht was aus“) sorgten für viele Lacher und Beifall. Und schließlich war das ja alles nicht so gemeint. „Ma red’ ja nit, ma sagt ja bloß.“

von Ulrike Osman

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