So soll das Gebäude aussehen.

Verwaltungsgericht vor Ort

Morigl-Bebauung: Entscheidung ausgesetzt

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Germering – Das Verwaltungsgericht hat eine Entscheidung über die Baugenehmigung des siebenstöckigen Geschäftshauses auf dem früheren Morigl-Grundstück an der Landsberger Straße ausgesetzt. Grund: Man will abwarten, ob der Bayerische Verwaltungssgerichtshof den Bebauungsplan für rechtswirksam hält.

Der Allinger Bauunternehmer Thomas Vilgertshofer und der Rechstanwalt der Stadt, Joachim Krauß, waren nach einer insgesamt dreistündigen Verhandlung gestern enttäuscht. Sie hätten sich gewünscht, dass die Verwaltungsrichter noch an Ort und Stelle entscheiden, ob die Baugenehmigung der Stadt gültig ist oder nicht. Vor allem Vilgertshofer hatte sich davon eine Beschleunigung auch für das weitergehende Verfahren vor dem Gerichtshof gewünscht. Er machte mehr als einmal klar, dass er endlich Klarheit brauche, weil auch die Kosten vor Baubeginn schon erheblich seien.

Der Vorsitzende Richter Richter Johann Oswald machte ihm aber klar, dass er mit einem Urteil nicht viel Zeit gewinnen würde: Er könne auch jetzt schon mit dem Bau beginnen. Das würde dann aber wohl eine Eilentscheidung des Anwalts der klagenden Nachbarn bedeuten. Und dann würde man sich wieder bei ihm treffen – außer der Gerichtshof entscheide vorher.

Beim Ortstermin.

Das Verwaltungsgericht hatte gestern Nachmittag zunächst bei einem umfassenden Ortstermin das Areal in Augenschein genommen. Anschließend wurde fast zwei Stunden lang im Sitzungssaal des Rathauses verhandelt – die Stadt ist als Genehmigungsbehörde Hauptbeklagte.

Als in der mündlichen Verhandlung schon alles darauf hindeutete, dass die Klage der Nachbarn wenig Aussicht auf Erfolg hat, kam es zu einer unerwarteten Wendung. Die Verwaltungsrichter waren davon ausgegangen, dass die Nachbargrundstücke nicht zum Umgriff des früheren Bebauungsplan gehörten. Wenn dies so wäre, so das Argument von Richter Oswald, dann wäre es egal, wie der Verwaltungsgerichtshof entscheide. Als ihm Stadtbaumeister Jürgen Thum aber die Pläne zeigte, die das Gegenteil bewiesen, meinte er: „Dann ist alles anders.“

Dann hätte im Falle einer Ablehnung der geänderten Pläne durch den Gerichtshof der alte Bebauungsplan Gültigkeit. Und dort wird das gesamte Areal als Allgemeines Wohngebiet ausgewiesen – obwohl es das Autohaus Morigl schon vor den Wohnhäusern gab.

Nach einer längeren Beratungspause gab Oswald schließlich bekannt, das Verfahren auszusetzen. Der Verwaltungsgerichtshof habe einen Entscheidung für den Sommer angekündigt. Anschließend könne man über den Bauantrag wohl ohne weitere mündliche Verhandlung entscheiden. Dass der Gerichtshof mit seinem Urteil mittlerweile schon fast drei Jahre braucht, liegt auch an einem doppelten Richterwechsel dort.

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