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Boxerin Mandy Berg verlor ihren Bruder bei OEZ-Attentat.

Sie widmet ihm den Meistertitel

Sie verlor ihren Bruder beim OEZ-Attentat - jetzt boxt sich Mandy Berg zurück

Beim Attentat vor dem Olympia-Einkaufszentrum im Juli 2016 in München verlor sie ihren Bruder Guiliano. Sie unterbrach deshalb ihre Karriere. Jetzt ist Boxerin Mandy Berg wieder da - als deutsche Meisterin.

Fürstenfeldbruck – Diese innerhalb von 24 Stunden aufgelegte Erfolgsbilanz wird einen festen Platz in der 70-jährigen Vereinschronik des Brucker BC Piccolo einnehmen: Fünf Frauen hatten die Boxtrainer Wolfgang Schwamberger, Pavlica Steko und Mario Stanislaw zur internationalen deutschen Meisterschaft nach Cottbus geschickt. Und das gesamte Quintett kämpfte sich in ihren Kategorien bis ins Finale durch. Es folgte eine Ausbeute von drei Gold- und zwei Silbermedaillen. Das wurde von keinem anderen deutschen Club erreicht.

Neben Mandy Berg, die nach längerer Pause ein glanzvolles Sieger-Comeback feierte, beherrschte Alina Popp das U19-Weltergewicht. Ihre Finalgegnerin überstand das Bombardement gerade noch in der ersten Runde. Dann kam der Abbruch. Nun winkt für Popp die Teilnahme an der Jugend-WM in Indien. Auch Marie Bachmaier darf mit einer Nominierung rechnen. Sie ist die Nummer eins im Bantamgewicht, doch die möglichen Gegnerinnen machten einen Bogen um sie. Nach dem Motto „ich brauche Kämpfe“ stieg sie bei der DM kurzerhand ins Federgewicht auf und scheiterte im Finale erst an einem umstritten Punkturteil der Jury.

Ihrem Bruder Guiliano, der im Juli 2016 dem Attentat vor dem OEZ München zum Opfer fiel, widmete Mandy Berg ihren Meistertitel im Bantamgewicht der Frauen. Als Juniorin stand die 19-jährige Bankkauffrau bereits 2012 und 2013 auf dem obersten Treppchen und gewann 2014 Bronze bei der Europameisterschaft in Assisi (Italien). Nun feierte Berg nach längerer Pause ihr Comeback und wurde auf Anhieb gleich wieder deutsche Titelträgerin.

Vizemeisterin im Fliegengewicht der Frauen wurde Johanna John (30). Sie musste nach dem Halbfinale wegen einer Erkrankung aber im Finale passen und der Hanauerin Sarah Bormann den Titel kampflos überlassen.

Über Jana Mehringer hatte sich Piccolo-Chef Manfred Kaltenhäuser schon eine klare Meinung gebildet: „Keine boxt so schön wie sie. Jana ist trotz erst sechs Kämpfen mein Geheimtipp“, schwärmte der Maisacher bereits im Vorfeld von seinem U17-Talent. Prompt wurde sie nicht nur Meisterin, sondern bekam auch den Ehrenpokal als beste U17-Boxerin der Meisterschaft überreicht.  lo

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