Einigung mit Karl-Gruppe

Trabrennbahn hängt in der Luft

Maisach/Daglfing – Die Traber aus Daglfing und die Karl-Gruppe aus dem niederbayerischen Innernzell haben im Streit um die Zukunft des Rennbahn-Areals einen Vergleich geschlossen. Die Chancen, dass die Traber tatsächlich aufs ehemalige Fliegerhorstgelände südlichwestlich von Maisach umziehen, schwinden damit weiter.

Die Traber und das Bauunternehmen einigten sich auf ein Ende des jahrelangen Rechtsstreits, in dem die Traber jeden Prozess verloren haben. Das Gelände in München-Daglfing, auf dem die bisherige Rennbahn steht, wird in das Eigentum der Karl-Gruppe übergehen, wobei die Traber es noch einige Zeit (mindestens 2022, eher 2025) nutzen dürfen. Die Karl-Gruppe selbst hofft auf Baurecht auf dem irgendwann dann ehemaligen Traber-Areal. Die Traber bekommen, aufgeteilt auf mehrere Tranchen, außerdem 3,8 Millionen Euro von Karl und werden entschuldet. Gleichzeitig befreit der Verein die Karl-Gruppe von der früher einmal geltenden Verpflichtung, für sie eine neue Trabrennbahn zu bauen. Allerdings verpflichtet sich die Karl-Gruppe unter anderen Vorzeichen erneut zum Bau einer Bahn mit 1000 Meter Lauflänge – allerdings nur unter der Bedingung, dass die Traber das Grundstück dafür stellen.

Die Option des Umzugs nach Maisach – das über 200 000    Quadratmeter große Gelände gehört Karl beziehungsweise seinem Tochternehmen Intech - bleibt trotzdem für zwei Jahre erhalten. Die Traber müssten den Grund erwerben, wollten sie umziehen, wobei sie wohl lieber im Münchner Osten bleiben würden, wie auf einer Pressekonferenz am Freitag in Daglfing deutlich wurde. Aktuell ist der Verein praktisch pleite – ohne die Einigung mit Karl wäre es wohl zur Insolvenz gekommen.

In der Gemeinde Maisach setzt man trotz allem die Planungen fort. Das heißt: Auf dem früheren Luftwaffen-Gelände im Süden des Orts wird Baurecht für die Umgehungsstraße und eine Rennbahn samt Nebengebäuden geschaffen. Sollten die Traber nicht nach Maisach kommen, sei die Planung nicht umsonst gewesen, sagte Maisachs Bürgermeister Hans Seidl am Freitag auf Nachfrage.

Denn mit dem Bebauungsplan könne Intech beziehungsweise die Karl-Gruppe auf dem Areal erst einmal nur die Rennbahn bauen und sonst nichts. Sollten sich die Wünsche ändern, müsste alles mit der Gemeinde Maisach als Planungsherr abgesprochen werden. Sprich: Ein Plan B müsste immer erst den Maisacher Gemeinderat passieren, wobei ein Karl-Sprecher gegenüber dem Tagblatt neulich die Existenz eines Plans B strikt dementierte.

Dem Vergleich mit der Karl-Gruppe hatten die Mitglieder des Trabrennvereins in nichtöffentlichen Sitzung am Donnerstagabend nach eiegnenen Angaben mit großer Mehrheit zugestimmt. Die Hoffnung der Traber auf einen neuen Investor hatte sich zuvor zerschlagen. Skeptiker sehen das Ende der Trabrennsports heraufdämmern. „Jetzt dürfen sie noch ein paar Jahre im Kreis fahren und dann ist Schluss“, sagte ein Beobachter unter Verweis auf die wohl kaum besser werdende Finanzlage des Vereins.   

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