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Endlich befreit: Die Einsatzkräfte mit der Saatkrähe. Diese hatte sich offenbar nicht verletzt, so dass sie freigelassen werden konnte.

Tier hat sich verheddert

Müssen Krähen-Netze wieder runter?

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Vor gut sechs Wochen hat die Stadt Puchheim Netze an Bäumen in der Allinger Straße angebracht. Diese sollen den Nestbau der Krähen verhindern. Zumindest teilweise funktioniert das auch. Am Sonntag hat sich ein Tier in den Maschen verheddert. Feuerwehr und Bürgermeister mussten es retten.

Puchheim – Bereits noch vor dem Anbringen der Netze hatte man im Rathaus die Befürchtung gehegt, dass sich Vögel in den Maschen verfangen könnten. Nun ist das Szenario eingetreten: Eine Saatkrähe hing am Sonntagabend in einem Netz. „Sie hatte sich komplett mit Füßen und Flügeln darin verheddert“, erzählt Alexander Sabaraj von der Feuerwehr Puchheim-Bahnhof, die zur Rettung gerufen worden war.

Das Tier war in gut 15 Metern Höhe gefangen, sodass die Einsatzkräfte eine Drehleiter zur Hilfe nehmen mussten. „Die haben wir von den Eichenauern angefordert, denn unsere ist wegen Wartungsarbeiten nicht da“, so Sabaraj. Da sich der Vogel so sehr verheddert hatte, mussten die Kameraden ihn mitsamt Netz herausschneiden. Zurück am Boden wurde die Krähe noch von den restlichen Netzteilen befreit. Zur Schere griff Bürgermeister Norbert Seidl, welcher der Rettungsaktion beiwohnte. „Dann hat sie die Flügel gespreizt und ist weggeflogen“, erzählt Sabaraj. Offenbar habe sich das Tier nicht verletzt, „sondern nur einen gescheiten Schreck gehabt“.

Seit einigen Wochen hängen die Netze über drei Bäumen an der Allinger Straße/Egenhofener Straße. An zwei Bäumen funktioniere es gut, so Seidl. Dort gebe es kaum Nester. An einem Baum aber hat man das Netz nicht komplett zumachen können, sodass es eine offene Stelle gibt. Und genau dadurch schlüpfen die Krähen, um dann – wie gehabt – ihre Nester zu bauen. So habe es auch das Tier am Sonntag gemacht, sagt Seidl. Vielleicht habe es dann Panik bekommen oder wollte wegfliegen und habe sich dann darin verfangen, mutmaßt der Rathauschef.

In gut 15 Metern Höhe hing das Tier im Netz: Mit Hilfe der Drehleiter musste es die Feuerwehr befreien.

Ob die Netze nun entfernt werden, ist unklar. „Wir sind noch in der Erprobungsphase“, sagt Seidl. „Wegen eines Vogels alleine muss man nicht gleich die gesamte Maßnahme über Bord werfen.“ Allerdings habe man das Thema noch nicht im Rathaus besprochen. Und auch den Landesbund für Vogelschutz müsse man nach seiner Meinung fragen.

Außer, dass zwei der drei Bäume in der Allinger Straße nun weitgehend nestfrei sind, haben die Netze laut dem Bürgermeister noch etwas anderes erreicht: die Anflugschneisen der Krähen haben sich verschoben – und damit auch die Hinterlassenschaften der Vögel. Denn bevor die Tiere ins Nest fliegen, lassen sie noch ihren Kot fallen, erklärt Seidl. Dieser landet nun aber nicht mehr auf den Dächern und in den Gärten der Anwohner, sondern auf der Straße.

Auch der sogenannte Birdguard, der im Bereich der Sprengerinstraße angebracht wurde, zeigt erste Erfolge. „Das Sprengerin-Wäldchen ist nestfrei“, sagt Seidl. Dort wurde ein Lautsprecher installiert, der nach dem Zufallsprinzip Panikrufe von Saatkrähen abgibt.

Eine Vergrämungsmaßnahme, die immer wieder diskutiert wird, ist der Einsatz eines Falkners. Wie so etwas abläuft und vor allem auch über die Erfolgsaussichten, darüber habe man sich am Wochenende bei einem Besuch in Meitingen informiert, berichtet Seidl. In dem Ort im Kreis Augsburg ist eine Umsiedlungsaktion bereits gelungen.

Generell sei es schwierig, die Krähen umzusiedeln. Das Ausweichquartier müsse in der Nähe sein. In Puchheim würde eventuell ein Areal des Wasserzweckverbands bei Puchheim-Ort in Frage kommen. „Es wäre ideal, weil es relativ nahe ist“, erklärt Seidl. Allerdings sei es fraglich, ob man überhaupt eine Genehmigung bekommt, dann das Gelände sei Wasserschutzgebiet.

Seidl geht davon aus, dass die Regierung von Oberbayern den Einsatz eines Falkners demnächst erlauben wird. Es sei aber fraglich, wie die Erfolgsaussichten seien, sprich dass man die Tiere auch tatsächlich aus dem gesamten Schopflach-Wäldchen vertreiben könne. Das gelte es, mit dem Falkner abzuklopfen. Ebenso müsse man sicherstellen, dass die Krähen in das Ausweichquartier umziehen und sich nicht in den Nachbarkommunen niederlassen. „Wir müssen uns da vorwärts tasten.“

Eva Dobler

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