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Museum: Vom Fan zur Vize-Chefin

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Das neue Gesicht des Brucker Museums: Barbara Kink aus Maisach ist die neue stellvertretende Leiterin. © Weber

In Barbara Kink hat das Museum Fürstenfeldbruck eine offenkundig perfekte Nachfolgerin für die stellvertretende Leiterin Eva von Seckendorff gefunden, die im Sommer in den Ruhestand ging.

Fürstenfeldbruck – Die Maisacherin setzte sich gegen 120 Mitbewerber durch. Dass das nicht für jeden Beleg genug für ihre Eignung ist, ärgert sie. Als Besucherin hat sie seit Jahren keine Ausstellung im Brucker Museum verpasst. Nun hat Barbara Kink die Seiten gewechselt. Als neue stellvertretende Leiterin ist sie künftig mitverantwortlich dafür, was gezeigt wird. Auf „sehr, sehr vielen Betätigungsfeldern“ muss sich die sympathische 52-Jährige gerade einarbeiten: von der Bedienung der Alarmanlage über das Kennenlernen vieler neuer Gesichter bis zur Konzeption der nächsten Ausstellungen. „Ich bin sehr freundlich empfangen worden“, sagt Kink. „Der Anfang wird mir leichtgemacht.“ Sie hat zwar eine Menge Erfahrung mit Einzelausstellungen, arbeitet aber erstmals in der Leitung eines Museums.

Die gebürtige Maisacherin hat Geschichte und Germanistik studiert und ihr Staatsexamen für Lehramt gemacht. Der Start ins Berufsleben wurde dann aber gleich doppelt durchkreuzt – von ihren Zwillingen, einem Sohn und einer Tochter, heute 25 Jahre alt. Bald musste Barbara Kink feststellen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Praxis deutlich schwieriger war als gedacht. Statt am Gymnasium Deutsch und Geschichte zu unterrichten, schwenkte sie um auf Volkshochschulkurse und Gedenkstättenführungen.

Später wurde sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Katholischen Universität Eichstätt und promovierte über das Thema „Adelige Lebenswelt in Bayern im 18. Jahrhundert“. Unter anderem wertete sie für ihre Doktorarbeit das Haushaltsbuch und das Tagebuch eines gewissen Freiherrn Sebastian von Pemler aus. „Seitdem führe ich auch ein Haushaltsbuch“, erzählt Barbara Kink und lacht. Noch bevor sie ihren Doktortitel in der Tasche hatte, kam ihr drittes Kind auf die Welt.

Die Konkurrenz um die Stelle im Brucker Museum war groß – gegen 120 Mitbewerber setzte die Historikerin sich durch. Dass manche diesen Erfolg mit ihrem Schwiegervater, Kreisheimatpfleger Sepp Kink, in Verbindung bringen, ärgert sie. Denn die Voraussetzungen, die Barbara Kink mitbringt, passen perfekt zur Konzeption des Hauses. Sie kennt sich aus in der Geschichte der Region und ist unter anderem Expertin für ländliche Sozial- und Handwerksgeschichte. Sie hat einen Lehrauftrag an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und konzipierte etliche Ausstellungen für das Haus der Bayerischen Geschichte. Von der eigenverantwortlichen Arbeit des Brucker Museums ist die 52-Jährige beeindruckt. „Das hier ist kein Provinzmuseum. Es wirkt beschaulich, aber es wird ein ganz schönes Arbeitspensum geleistet.“

Die erste Ausstellung, die Barbara Kink gemeinsam mit Museumsleiterin Angelika von Mundorff vorbereitet, befasst sich mit der NS-Vergangenheit der Brucker Polizeischule und wird im kommenden Frühjahr im Kunsthaus zu sehen sein – schwere, aber notwendige Kost für jeden, der mehr über die Geschichte seiner Heimat wissen will, so Kink. Im Sommer steht dann eine Ausstellung über die Wetteraufzeichnungen Gerhard Führers, des letzten Abts von Fürstenfeld, auf dem Programm – ein Thema mit aktuellem Bezug, wenn man die Beobachtungen des Geistlichen mit den heutigen Wetterkapriolen vergleicht.

Kink sieht das Museum als Lern- und als Wohlfühlort. Fürstenfeld mit seinen Restaurants, der Klosterkirche und dem schönen Gelände mache das ganze zu einem gelungenen Gesamtpaket. Sie selbst genießt es, jeden Morgen mit dem Fahrrad hierher zu kommen. „Da geht mir jedes Mal das Herz auf.“ (os)

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