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Aus dem Gerichtssaal

Polizei entdeckt Waffenlager in Messi-Wohnung

Germering – Ein 53-jähriger Germeringer hatte gegenüber der Polizei schwere Vorwürfe gegen einen Bekannten erhoben. Ein 56-jähriger Germeringer, angeblich sein Halbbruder, habe ihm im Sommer 2014 in einer Kiesgrube am Germeringer See eine geladene Pistole an den Kopf gehalten und ihn gezwungen sich nackt auszuziehen, erklärte er damals bei der Polizei.

Monate später habe der Mann dann von ihm 50 Euro gefordert und damit gedroht, dass er ihn ansonsten verprügeln oder erschießen lasse.

Dass das alles nicht stimmte, wurde jetzt vor Gericht klar. Der 53-Jährige nahm die Anschuldigungen wieder zurück. Der Beschuldigte bekam wegen ihm aber erhebliche Schwierigkeiten mit den Behörden: Die Polizei entdeckte in seiner Wohnung mehrere Waffen.

Der 56-Jährige war wegen versuchter räuberischer Erpressung und Nötigung vor das Schöffengericht am Brucker Amtsgericht zitiert worden. Dort wollte der 53-Jährige von seinen Anschuldigungen nichts mehr wissen. „Ich weiß nicht mehr, warum ich das gesagt habe“, erklärte dieser dem verdutzten Richter. Auch von seiner Aussage, dass der Angeklagte sein Halbbruder sei, und sie eine gemeinsame Mutter hätten, wusste er nichts mehr. Er räumte ein: „Bei der Polizei war ich betrunken.“

Der 56-Jährige hatte die Vorwürfe vehement bestritten. Er berichtete aber, dass der 53-Jährige Schulden bei ihm hätte. Er habe ihm vor Jahren bei der Einrichtung einer Wohnung finanziell unterstützt, habe diverses Mobiliar besorgt und habe ihm täglich zwischen fünf und zehn Euro für Einkäufe zur Verfügung gestellt. In diesen beiden Anklagepunkten wurde er nicht verurteilt.

Auf eine Anzeige folgt die nächste

Ungeschoren kam er aber nicht davon. Nach der Anzeige war nämlich die Polizei beim Angeklagten erschienen, um in seiner Wohnung nach Waffen zu suchen. Die Beamten entdeckten dann auch recht bald in einem Schrank drei halbautomatische Pistolen, einen Schalldämpfer, ein Repetiergewehr und über 200 Patronen. Fündig waren die Polizisten geworden, weil der Angeklagte ihnen gesagt hatte, dass die Waffen dort liegen, erinnerte sich ein an der Durchsuchung beteiligter Polizist.

Ohne diesen Hinweis hätten die Beamten wohl lange gesucht. Denn der Angeklagte lebte in einer zugemüllten Messie-Wohnung, wie er selber einräumte. Nur auf schmalen Gängen zwischen Papierstapeln konnten die Beamten sich darin fortbewegen. Der Angeklagte bestritt auch, die Polizei auf die Waffen hingewiesen zu haben.

Gewehr und Pistolen gehörten seinem Vater. Sie seien in der vermüllten Wohnung verteilt gewesen. Er habe gar nicht gewusst, dass es sie gibt. Aufgeräumt habe er erst vor wenigen Monaten, nachdem er auch das Trinken eingestellt habe. Das überzeugte das Gericht aufgrund der Schilderung des Polizisten aber nicht. Der unerlaubte Waffenbesitz wurde mit einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe geahndet. Zudem muss der 56-Jährige 100 Stunden soziale Arbeit verrichten. 

sus

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