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Als einer der ersten Helfer am Absturzort: Max Walch (links) hatte die Tragödie vom Flughafen aus beobachtet und war sofort an die Unfallstelle geeilt.

Nach dem Unglück vom Samstag

Jesenwangs Flughafen-Chef: "Möchte so etwas nie wieder sehen müssen"

Jesenwang - Bei besten Flugbedingungen ist am Samstag ein erfahrener Pilot bei Jesenwang mit seiner Maschine abgestürzt und ums Leben gekommen. Mit ansehen musste das Unglück der Chef des Flugplatzes, Max Walch. Er war als erster am Unfallort.

Herrlicher Sonnenschein, sommerliche Temperaturen, kaum Wind, beste Bedingungen für die kleinen Flugzeuge, die in Jesenwang (Kreis Fürstenfeldbruck) starten und landen. Flughafen-Chef Max Walch Junior ist kurz vor 21 Uhr noch draußen. Er steht auf dem Vorfeld, als die Maschine rund 800 Meter vom Flugplatz entfernt in Schwierigkeiten gerät. Walch wird Augenzeuge der letzten Dreiviertel Sekunde der Katastrophe.

Familienvater Ralf H. galt als ein erfahrener Pilot.

Der Ultraleichtflieger mit der Kennung D-MMUC hatte unmittelbar nach dem Abflug offenbar eine sehr enge Kurve bei geringer Geschwindigkeit gedreht. Walch muss beobachten, wie die ins Trudeln geratene Maschine (vermutlich in „überzogenem Zustand“) aus etwa 60 Metern Höhe sich drehend auf den Boden zurast und einschlägt. Eine Rauchsäule steigt auf.

„Eigentlich wusste ich, dass es nicht gut ausgegangen sein kann“, sagt Max Walch am Sonntag dem Fürstenfeldbrucker Tagblatt in bedrückter Stimmung. Trotzdem sei er in einer gewissen Hoffnung mit dem Einsatzfahrzeug des Flugplatzes zum Absturzort geeilt, das Allerschlimmste zu verhindern. „Ich wusste, wer in der Maschine sitzt.“

Die beiden Insassen müssen sofort tot gewesen sein

Als er mit seinem geländegängigen Jeep vor Ort ist, sind schon einige Bürger des nahen Dörfchens Pfaffenhofen dort. Das Feuer im Motor- und Fahrgastraum ist schnell gelöscht. Doch für die beiden Insassen des Fliegers kommt jede Hilfe zu spät. Sie müssen sofort tot gewesen sein, berichtet Hans Kammerer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord.

Am Steuer des Ultraleichtfliegers hatte ein 50-Jähriger aus dem Kreis Augsburg gesessen. Er war kein unerfahrener Pilot, sagt Max Walch. Absolut kein Neuling. Seine Lizenz hatte er schon lange. Die Maschine vom Typ Breezer hat er sich bei der Flugschule Walch geliehen. Der Pilot hatte einen Rundflug gemacht, war schon am Flugplatz gelandet gewesen. Aber offenbar wollte er die optimalen Bedingungen dieses Abends ausnutzen. Er dreht eine Platzrunde, dann die zweite. Dabei passierte die Katastrophe. Nach ersten Erkenntnissen sprach der Pilot im Funkverkehr zum Tower von Motorproblemen, wie die Polizei bestätigt. Das Luftfahrtbundesamt ist in die Ermittlungen eingebunden. Es wurde ein technisches Gutachten erstellt.

Am Tag danach hielt sich der Flugbetrieb in Grenzen

Es dauert Stunden, bis die Feuerwehr das abgestürzte Flugzeug so abgesichert hat, dass die Fachleute von Polizei und Staatsanwaltschaft sowie ein Gutachter des Bundesamtes für Flugunfalluntersuchung sich dem Wrack nähern können. Der Rettungsschirm des Flugzeugs ist nicht ausgelöst worden. Es besteht die Gefahr, dass er jetzt aufgeht und Einsatzkräfte verletzen könnte. Die Überreste von Pilot und Passagier müssen mühsam identifiziert werden. Das ist an diesem Abend nicht mehr möglich. Das Bayerische Rote Kreuz berichtet von schwersten Verletzungen der Abgestürzten. Noch bis zum Abend war unklar, ob mit dem 50-jährigen Ralf H. seine Ehefrau (49) starb. Erst am Montag soll diese Vermutung nach einer Obduktion zur traurigen Gewissheit werden.

Am Sonntag herrschten am Flugplatz rein äußerlich betrachtet wieder beste Flug-Bedingungen, wieder ein Traumtag. Doch der Flugbetrieb hielt sich in Grenzen, wie Walch berichtet. „Die Stimmung ist heute sehr niedergedrückt. Ich möchte so etwas nie wieder sehen müssen.“ Den Flugplatz Jesenwang gibt es seit 1963. Gegründet wurde er vom Vater des jetzigen Betreibers Max walch Senior. Die 400 Meter lange Start- und Landebahn benutzen heute vor allem Ultraleichtflieger. Die erste Maschine dieses Flugzeugtyps startete 1985 in Jesenwang.

Sportflugzeug stürzt bei Jesenwang ab

Sabine Kuhn und Thomas Steinhardt

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