Sammelten Müll und Hunde-Hinterlassenschaften auf: Die Pro-Hund-Initiative in Germering hatte zur Demo geladen. Initiatorinnen sind Martina Happach (3.v.l.) und Monika Schwaiger (3.v.r.). Foto: Greif

Nach den Giftköder-Attacken: Demo für mehr Hunde-Freundlichkeit

Germering - Auf großteils positives Echo stieß die Anti-Häufchen-Demo Germeringer Hundebesitzer. Trotzdem zogen die beiden Initiatorinnen kein durchweg erfreuliches Fazit.

Die Beteiligung der Tierfreunde ließ etwas zu wünschen übrig.

Ein gutes Dutzend Hundebesitzer, zwei Vierbeiner und zu Beginn auch Thomas Wieser, Umweltreferent der Stadt, machten sich von der alten Kaserne an der Otto-Wagner-Straße auf den Weg zur Stadthalle. Sie sammelten Hundehäufchen und anderen Müll auf, um so für ein besseres Miteinander zwischen den Tierfreunden und der übrigen Bevölkerung zu werben. Auslöser waren die Giftköder, die zuletzt gefunden wurden (siehe Kasten). „Es ist ein bisschen traurig, dass wir nicht mehr geworden sind“, sagte Martina Happach, die die Aktion mit Monika Schwaiger organisiert hatte.

Allerdings machte auch das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Bei nasskalter Witterung hatte es offenbar einigen die Lust an der Aktion verhagelt. Weiterer negativer Nebeneffekt der Witterung: Auf den Straßen waren nicht allzu viele Menschen mit Vierbeinern unterwegs, die man hätte ansprechen können. Dafür konnten Happach, Schwaiger und ihre Mitstreiter jede Menge Dreck von den Straßen aufsammeln. Die erstaunliche Erkenntnis: Zumindest in der Innenstadt sind die Hunde das kleinere Problem. Zwar gab es auch den einen oder anderen Haufen zu beseitigen - den größten davon hatte ein Herrchen oder Frauchen nur wenige Meter neben einer Mülltonne liegen lassen.

Die am Ende mehr als halb volle haushaltsübliche Mülltonne, mit der die Hundefreunde unterwegs waren, war aber zu 80 Prozent mit Müll gefüllt, den Menschen weggeworfen hatten. „Direkt in Germering gibt es relativ wenig Hundekot auf den Straßen“, sagte Schwaiger. Gleichwohl ließen es sich die Aktivisten nicht nehmen, die Menschen auf den Straßen für das Problem zu sensibilisieren.

Bei Marion Schrötter stießen sie damit auf offene Ohren. Die Germeringerin glaubt, dass diese Hinterlassenschaften durchaus ein Auslöser für den Hundehass sein könnten. Sie selbst ärgert sich immer wieder über unappetitliche Haufen in einem nahen Park. Dass deswegen aber tödliche Köder ausgelegt werden, bezeichnet sie als große Sauerei: „Die Hunde können nichts dafür, der Mensch ist hier das Problem.“ Sie begrüßte es deshalb, dass die Hundebesitzer mit der Aktion selbst aktiv wurden.

Es gab aber auch zweifelnde Stimmen. So zum Beispiel von der Hundebesitzerin Ute Jakobs: „Ich glaube nicht, dass sich der Hundehasser von einer solchen Aktion abhalten lässt.“ Sie selbst habe schon andere Hundebesitzer auf Häufchen angesprochen. „Als Antwort bekommt man dann: Ich zahle schließlich Hundesteuer.“ Die Hinterlassenschaften anderer will sie nicht beseitigen, die Häufchen ihres Vierbeiners räumt Jakobs aber weg. Zum Beweis holte sie mehrere Plastiktüten aus ihrer Tasche.

Positives Echo bekamen die Demonstranten auch von den Geschäften, in denen sie Flyer zur ihrer Aktion aushängen ließen. „Die waren sehr aufgeschlossen und haben ausgesprochen super reagiert“, sagte Schwaiger. So können auch die Menschen, die aufgrund des Wetters am Samstag in den eigenen vier Wänden geblieben waren, beim Einkaufen das Anliegen der Germeringer Initiative nachlesen.

Zusatzkasten:

Die Angst vor einem irren Hundehasser hat Martina Happach und Monika Schwaiger zum Handeln animiert. Immer wieder tauchen Giftköder oder Fleischbällchen mit Splittern von Rasierklingen oder Reißnägeln entlang beliebter Gassi-Wege auf. Einige Hunde starben bereits grausam, nachdem sie einen Köder gefressen hatten. Happach und Schwaiger haben Hundebesitzer mobilisiert. Ihr Ziel ist ein besseres Miteinander zwischen Tierbesitzern und restlicher Bevölkerung.

In Zusammenarbeit mit der Großen Kreisstadt Germering und der Polizei wollen sie dem Hundehasser damit nicht nur einen möglichen Grund für sein unmenschliches Treiben entziehen, sondern ihn vielleicht sogar dingfest machen. Die vor einigen Wochen im Germeringer Kino gegründete Initiative hat mittlerweile auch einen Namen: Nach den Anfangsbuchstaben der Vornamen der beiden Initiatorinnen heißt sie „M&M pro Hund“.

Andreas Daschner

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