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Erstaufnahme am Fürstenfeldbrucker Fliegerhorst

Nach Randale: Lage im Asylheim bleibt angespannt

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 Nach der Randale in der Asyl-Unterkunft am Brucker Fliegerhorst sitzt der mutmaßliche Haupttäter (26) aus Nigeria in Untersuchungshaft. Sein Mittäter wurde in ein anderes Heim verlegt, die Ehefrau des 26-Jährigen wurde auf freien Fuß gesetzt.

Fürstenfeldbruck – Dem Haupttäter wird Körperverletzung vorgeworfen, nachdem er mehrere Sicherheitsbeamte unter anderem mit Mülltonnendeckeln angegriffen und verletzt hatte. Er sei nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt am Samstag dem Haftrichter vorgeführt worden, der die U-Haft beschloss, erklärte ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage am Montag. Dem zweiten Nigerianer wird zur Last gelegt, mehrere Glastüren eingetreten zu haben. Der als sehr rabiat beschriebenen 22-jährigen Ehefrau des 26-Jährigen wird Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen, wobei sie außer großem Tamtam letztlich kaum etwas objektiv wertbares angestellt habe. Ein Polizist hatte einem Schlag der Frau bei dem Einsatz am Freitag ausweichen können.

Insgesamt wird die Lage in der Unterkunft von Beobachtern weiter als höchst kritisch beurteilt. Die Polizei rückt nach Tagblatt-Info praktisch jeden Tag an, vor allem um Streitereien zu schlichten.

Der Einsatz vom Freitag wird von mehreren Beteiligten auch deshalb als problematisch beschrieben, weil mehrere der nigerianischen Frauen – auch besagte 22-Jährige – offenbar ganz absichtlich Kinder auf den Rücken gebunden hatten, um als besonders schutzwürdig zu gelten und sich so jedem Zugriff zu entziehen. Die Einsatzkräfte agieren so in der ständigen Sorge, dass ein Kind zu Schaden kommen könnte und verhalten sich daher trotz der ihnen entgegenschlagenden Aggressivität äußerst vorsichtig bis passiv. Ein Beobachter ist sich sicher, dass dies ganz bewusst eingesetzt wurde, respektive wird.

Berichtet wird auch von wildem Gebrüll direkt vor den Gesichtern der Einsatzkräfte ohne Unterlass und von großem Anspruchsdenken („My Right“) auf Seiten der Geflüchteten. Als Teil des Problems gilt die geringe Wehrhaftigkeit des Sicherheitsdienstes und der Mangel an Sanktionsmöglichkeiten gegenüber auffällig gewordenen Flüchtlingen. Geplante Abschiebungen scheitern oft an diversen Umständen, etwa an Schwangerschaften, am Widerstand des Betroffenen, an ärztlichen Schnell-Bescheiden, am Herkunftsland (auch an Dublin-III-Staaten) oder ganz einfach am Votum des Piloten am Flughafen.

Insgesamt beschreiben Beobachter die aktuelle Lage in der Massenunterkunft am Fliegerhorst als nicht vergleichbar mit der Zeit zu Beginn der Flüchtlingskrise, als vor allem Flüchtlinge aus Syrien dort untergebracht waren. Damals habe es auch hin und wieder Probleme gegeben, allerdings in nichts zu vergleichen mit den aktuellen Vorfällen. Einmal hatte ein Syrer in der Unterkunft sogar maßgeblich dazu beigetragen, Fahrrad-Diebstähle aufzuklären.  (st)

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