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Den Radweg entlang der B 2 wollten Autofahrer als Schleichweg nutzten. Doch sie saßen in der Sackgasse fest.

Ungeduldige Autofahrer

Nach Unfall: Verkehrschaos auf Radweg

Fürstenfeldbruck - Der Gesundheitszustand des 19-jährigen Eichenauers, der am Donnerstag auf der B 2 verunglückte, hat sich stabilisiert.

Während der Motorradfahrer bei der Abzweigung nach Wagelsried um sein Leben kämpfte, wählten ungeduldige Autofahrer bedenkliche Wege, um den Mega-Stau zu umgehen. Kurz nach 16.15 Uhr: Ein 88-Jähriger aus Eichenau will mit seinem Golf von der B 2 links Richtung Wagelsried abbiegen.

Den entgegenkommenden Motorradfahrer übersieht er. Dieser will einen Zusammenstoß vermeiden, bremst abrupt und stürzt. Der 19-Jährige schlittert mit seiner Honda 25 Meter auf der Straße. Dann prallt das Motorrad gegen die Front des Golfs. Der junge Mann rutscht unter das Auto und wird von beiden Hinterreifen überrollt. Der Schüler erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma. Ein Hubschrauber bringt ihn in eine Spezialklinik. Dort wird er ins künstliche Koma versetzt. Die Region um den Unfallort versinkt mitten im Pendlerverkehr im Chaos.

Auto-Stau auf dem Radweg

Autofahrer rollen an der Einmündung eines Feldwegs auf den Radweg neben der B 2 und versuchen so, sich an der Unfallstelle vorbei zu mogeln. Allerdings war auch hier kein Durchkommen. Einsatzwagen von Feuerwehr und Rettungsdienst sowie Wagen von Zeugen blockierten den Radweg. Schließlich standen rund 50 Wagen neben der B 2 im Stau. Als einer versuchte, dort zu wenden ging’s nicht mal mehr zurück. Schließlich mussten die Ausweich-Fahrer das tun, was sie partout vermeiden wollten: warten bis die B 2 wieder freigegeben wurde. Für Andreas Ruch, Sprecher der zuständigen Polizei Germering ist das Chaos auf dem Radweg nur ein neuer Beweis für ein Phänomen der Zeit: „Die Leute akzeptieren Absperrungen einfach nicht mehr.“

Polizei sucht Zeugen

Entweder würden sie Feuerwehrleute beschimpfen, die den Verkehr regeln, oder die unmöglichsten Schleichwege wählen. Verbotenes Autofahren auf Radwegen kostet übrigens 20 Euro. Jetzt sucht die Polizei Zeugen, die hinter dem Motorradfahrer Richtung München unterwegs waren und den Unfall aus dieser Perspektive beobachtet haben. Sie werden gebeten, sich unter Telefon (089) 8 94 15 71 10 zu melden

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