Die Gruppe Alt-Buchenau aktiv protestiert gegen die Baupläne auf dem Bahn-Grundstück an der Lärchenstraße. foto: weber

Nachbar klagt gegen Frauenhaus

Fürstenfeldbruck - Eigentlich könnte das neue Frauenhaus bald gebaut werden. Eine Voranfrage hat von der Stadt grünes Licht bekommen. Aber der Anwohnerprotest ebbt nicht ab.

Jetzt klagt ein Nachbar gegen die Stadt.

Auf dem vorderen Teil des rund 9000 Quadratmeter großen Areals an der Lärchenstraße will die Sozialstiftung Germering ein Frauenhaus bauen. Auf dem hinteren Gelände entlang der Bahnlinie sollen Häuser - unter anderem Sozialwohnungen - entstehen. Das Problem: Beide Projekte gehen nur Hand in Hand, sagt Herbert Stark, Vorsitzender des Stiftungsrats der Sozialstiftung Germering. Denn das Grundstück fürs Frauenhaus, das der Landkreis kaufen muss, ist zu teuer. Die fehlende Summe will Stark durch den Verkauf der Häuser aufbringen, die seine Firma Wohnbau FFB errichtet.

Doch das Vorhaben liegt erstmal auf Eis. Zwar sieht die Stadt keine Probleme mit dem Bau des Frauenhauses. Doch Nachbarn haben Klage beim Bayerischen Verwaltungsgericht eingereicht. „Sie fühlen sich durch das Haus in ihren Rechten beeinträchtigt“, sagt Stark. Er glaubt das nicht. „Aber es blockiert alles.“

Rathaus-Jurist Christian Kieser bestätigt, dass der Anwalt Klage eingelegt hat. „Vorsorglich, um die Frist zu wahren.“ Er wolle Akteneinsicht und dann entscheiden, ob er die Klage aufrecht halte. Der Anwalt wollte sich zur Klage nicht äußern.

Bislang richtete sich der Protest nicht gegen das Frauenhaus, sondern gegen die Häuser dahinter. Über 50 Anwohner haben sich zur Interessengemeinschaft „Alt-Buchenau aktiv“ zusammengeschlossen. Sie fürchteten zu viel Verkehr, da die Erschließung über das vordere Grundstück erfolgen sollte. Hier hat Stark nachgebessert: Nun fahren alle Autos an der Lärchenstraße in eine große Tiefgarage. Die vordere Zufahrt führt nur noch zu fünf Besucherparkplätzen und bietet Raum für Müllabfuhr oder Notarzt. Auch ein Emissionsgutachten zeige, dass die Werte nicht überschritten werden. Da seien die Züge viel lauter.

Was Stark ärgert: „Es wird Stimmung gemacht.“ Und der von OB Klaus Pleil (BBV) versprochene Bürgertermin sei immer noch nicht angesetzt. Der Rathauschef bestätigt, dass das Vorhaben nicht oberste Priorität besitzt. Man wolle prüfen, ob die Fläche für die Bahn wichtig sei. Stark will das Thema nächste Woche in der Sozialstiftung besprechen. Er brauche eine Entscheidung - auch in Sachen Wohnungen. Gibt es kein Baurecht, müsse die Stadt ein anderes Grundstück bereit stellen, oder der Landkreis mehr für den Grund zahlen. „Sonst muss ich einen anderen Standort suchen.“ In Germering hätte er einen. Doch das Frauenhaus solle entlang der S 4 liegen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Riesiger Fehler bei Google Maps entdeckt: Einheimische verwirrt - Ist das Absicht? 
Bayern ohne die Amper – unvorstellbar. Für den Weltkonzern Google scheint das nicht zu gelten. Auf Google Maps wurde der Fluss kurzerhand umbenannt. In allen vier …
Riesiger Fehler bei Google Maps entdeckt: Einheimische verwirrt - Ist das Absicht? 
Tabubruch bei Volksbank: Filiale verlangt Strafzinsen ab einem Cent - beunruhigende Prognose 
Negativzinsen greifen um sich. Die VR-Bank Fürstenfeldbruck verlangt erstmals Geld für Tages- und Festgeld-Guthaben ab dem ersten Euro. Bestandskunden der Volksbank …
Tabubruch bei Volksbank: Filiale verlangt Strafzinsen ab einem Cent - beunruhigende Prognose 
Adventskalender für fleißige Stadtradler
Die Germeringer Stadtradler haben bei der diesjährigen Aktion des Klimabündnisses mit 150 350 gefahrenen Kilometern in drei Wochen zwar deutlich besser abgeschnitten als …
Adventskalender für fleißige Stadtradler
Appell an die Besitzer von Vierbeinern: Freilaufende Hunde stören die Jagd
Der natürliche Jagdtrieb eines Hundes wird zum Problem, wenn er den Jagdpächtern in die Quere kommt. Das passiert in Eichenau offenbar zu oft, weshalb der Jäger seine …
Appell an die Besitzer von Vierbeinern: Freilaufende Hunde stören die Jagd

Kommentare