Eichenauer verein stark gewachsen

Nachbarschaftshilfe: Chef wird nun bezahlt

Eichenau - Die Nachbarschaftshilfe Eichenau ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Deshalb bekommt der Verein nun einen hauptamtlichen Geschäftsführer – und deutlich mehr Geld.

Bisher unterstützte die Gemeinde die Nachbarschaftshilfe mit 59 800 Euro. Ab nächsten Jahr bekommt der Verein deutlich mehr: 82 400 Euro.In der Vorlage des Verwaltungshaushaltes ist dazu vermerkt: „Für das Rechnungsjahr 2017 wurden Kosten für einen Geschäftsführer mit aufgenommen.“

Der Verein sei in allen Aufgabenfeldern stark gewachsen, begründete Michael Brandstetter, Mitglied im Vorstand der Nachbarschaftshilfe und dort für die Finanzen zuständig, den höheren Zuschuss im entsprechenden Antrag. Laut Brandstetter habe sich der Umsatz seit 2009 verdoppelt. 2016 betrage er voraussichtlich über 1,2 Millionen Euro.

Dirk Flechsig (CSU) argumentierte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Nachbarschaftshilfe mit rund 12 000 Buchungsposten im Jahr. „Das ist im Ehrenamt nicht mehr darstellbar.“ Flechsig beteiligte sich zwar an der Diskussion, als Betroffener aber nicht an der Abstimmung.

Derzeit führt der Vorstand die Geschäfte der Nachbarschaftshilfe. Neben Flechsig und Brandstetter gehört auch Manfred Boß dem Führungsgremium an. Der Vorstand ist täglich in der Geschäftsstelle der Nachbarschaftshilfe präsent. Der Geschäftsführer soll den Vorstand unterstützen. Rund die Hälfte der Zuschusserhöhung ist dafür vorgesehen. In die Planung des Vereins für 2017 war die Stelle bereits vorab aufgenommen worden, um den Antrag begründen zu können.

„Wir könnten einen Präzedenzfall schaffen.“

Gertrud Merkert (SPD) äußerte Bedenken, dass auch andere Vereine ermuntert werden könnten, einen Geschäftsführer einzustellen. „Wir könnten einen Präzedenzfall schaffen.“

Bürgermeister Peter Münster (FDP) zerstreute die Bedenken. Es sei in Eichenau außer dem Kranken- und Altenpflegeverein (KAV) kein anderer Verein erkennbar, der eine solche Stelle schaffen müsse. Der KAV wickle seine Buchführung aber bereits über die Caritas ab. Außerdem sei die Rolle der Nachbarschaftshilfe als Verein mit sozialen Aufgaben zu berücksichtigen, erklärte der Rathauschef.

Daher sprach Flechsig in Zusammenhang mit dem Geschäftsführer auch von einer Grundsatzentscheidung. Ohne die Einstellung einer solchen hauptamtlichen Kraft werde man womöglich Leistungen abbauen müssen, so der Vorsitzende. Flechsig verwies darauf, dass zum Beispiel die Nachbarschaftshilfe Fürstenfeldbruck einen Geschäftsführer habe. Der Beschluss für die Zuschusserhöhung fiel einstimmig.

Hans Kürzl

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