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Dort ist der Wald gefährdet: BN-Kreisvorsitzende Eugenie Scherb und Ortsvorsitzender Friedrich Meyer-Stach machen sich Sorgen darüber, dass immer mehr Flächen auch im Stadtgebiet zugebaut werden. Bald soll die Firma Schleifring in der Hasenheide expandieren. 

"Es dürfen nicht mehr Flächen versiegelt werden!"

Naturschützer schlagen Alarm wegen Bau in Hasenheide

Fürstenfeldbruck - Dass immer mehr Flächen zugebaut werden, macht den Verantwortlichen des Bund Naturschutz (BN) größte Sorgen. Aktuelles Beispiel: Die Firma Schleifring Apparatebau, die in der Hasenheide bis in den sogenannten Klimaschutzwald hinein expandiert.

Auf der einen Seite der Maisacher Straße soll eine neue Maschinenhalle gebaut werden, auf der anderen Parkplätze entstehen. Der Bauausschuss hat den Antrag der Firma (bei vier Gegenstimmen) bereits abgesegnet. „Wahrscheinlich wird der Bauantrag im Februar im Stadtrat behandelt“, vermutet BN-Ortsvorsitzender Friedrich Meyer-Stach. Doch die neue Bebauung ist Eugenie Scherb (Vorsitzende der BN-Kreisgruppe) und ihm ein Dorn im Auge. Die beiden sind aber nicht einfach nur dagegen. Sie haben auch alternative Lösungen vorbereitet, die sie bei einer Pressekonferenz präsentieren. Bald würden sie sich gerne mit Vertretern der Firma und der Stadt an einen Tisch setzen.

Casino-Parkplatz soll genutzt werden

Nach Ansicht der Naturschützer wäre es sinnvoller, den vorhandenen Parkplatz des benachbarten Casinos zu nutzen, statt den zusammenhängenden Eichenwald mitsamt den alten Bäumen abzuholzen. „Der Platz wird tagsüber kaum frequentiert“, so Scherb. Das Areal könnte man nach Meinung des BN durchaus gemeinsam nutzen. Oder dort ein doppelgeschossigen Parkdeck bauen, das sehr viel mehr Platz biete. „Man muss die Beteiligten an einen Tisch bringen, damit solche Lösungen zumindest in Erwägung gezogen werden“, so Scherb.

Generell sei es laut BN richtungweisend, künftig nicht nur in die Flächen hineinzuplanen, sondern mehr in die Höhe zu denken. Bei der geplanten Schleifring-Maschinenhalle wäre es demnach laut Scherb sinnvoll, zweigeschossig zu bauen. Dann könnte dort Raum für weitere Büros geschaffen werden. „Wir möchten unnötigen Flächenversiegelungen entgegentreten. Das ist letztlich nicht nur ein Umwelt-, sondern ein Menschenschutzprojekt“, sagt Scherb. Beim Schleifring-Projekt sehe man zwar die Nöte auf beiden Seiten, der BN zeigt sich dennoch enttäuscht: „Wir haben das Gefühl, dass unsere Einwände und Vorschläge zu wenig geprüft und beachtet wurden.“

Salamitaktik vermutet

Hinter dem Vorgehen vermuten die Naturschützer auch Salamitaktik. Denn durch die Erweiterung würde die Baulücke Richtung Augsburger Straße deutlich verringert. Irgendwann, so befürchten sie, wachsen die Flächen zusammen. Trotzdem sagen Scherb und Meyer-Stach: „Natürlich verstehen wir die Belange der Firma Schleifring und das Ansinnen der Stadt, den besten Gewerbesteuerzahler am Ort halten zu wollen.“ Allerdings mahnen sie an: Es geht um gesamtverträgliche Lösungen. Die Stadträte dürften sich nicht unter Druck setzen lassen, wenn ein Unternehmen mit Wegzug droht. 

Angi Kiener

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