Neue Amperbrücke wieder in Frage gestellt

Grafrath - Der Bau einer Fuß- und Radwegbrücke über die Amper in Grafrath ist aufgeschoben worden. Eine Aussage des Planers löste diese Entscheidung des Gemeinderats aus.

Die Brücke sollte als sicherere Alternative zum nur einen Meter breiten Fußweg über die B 471 errichtet werden. Doch dann sagte Planer Matthias Kroitzsch bei der Vorlage der Planentwürfe, dass das Straßenbauamt die Brücke als baufällig bezeichnet habe – eine Wortwahl, die Kroitzsch selbst als „flapsig“ bezeichnete, die aber einen Großteil der Räte regelrecht aufschreckte.

„Wenn die Brücke tatsächlich baufällig ist, stellt sich die Situation völlig anders dar“, sagte Bernd Traut (GE). Denn dann könne man mit dem Straßenbauamt bei einem eventuellen Neubau auch über eine breitere Ausführung des Gehwegs auf der Autobrücke sprechen.

Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) sagte zwar, dass nicht mit einem Neubau zu rechnen sei, sondern vielmehr eine Sanierung oder Ertüchtigung des bestehenden Bauwerks im Raum stehe. Und auch Kroitzsch schwächte ab und sagte, dass seine „flapsig formulierte“ Aussage nicht bedeute, dass ein Neubau geplant sei.

Neue Entscheidungslage

Dennoch sah auch Gerald Kurz (CSU) eine völlig andere Entscheidungsgrundlage. Man müsse erst abklären, was das Straßenbauamt in den nächsten Jahren plant, bevor ein Bauwerk für mehrere 100 000 Euro beschlossen würde. Der CSU-Sprecher führte außerdem den geplanten vierspurigen Ausbau der B 471 bis Fürstenfeldbruck ins Feld. „Dann ensteht auf der zweispurigen Brücke ein Nadelöhr.“ Kurz will wissen, inwieweit das Straßenbauamt dann die Sicherheit der Fußgänger gewährleisten will und welche Maßnahmen ergriffen würden, zumal die Brücke ohnehin baufällig sei.

Die vorgelegten Planungsalternativen mit einer Geh- und Fußwegbrücke im Abstand von rund 15 bis 20 Metern beziehungsweise von nur fünf Metern zur Autobrücke waren damit erst einmal passé. Peter Kaifler (Grüne) plädierte dafür, die notwendigen Schritte für eine Umweltveträglichkeitsprüfung – die Fuß-, Rad- und Gehbrücke würde durch einen Auwald im Schutzgebiet verlaufen – in die Wege zu leiten, denn: „Die dauert ohnehin ein Jahr.“ In der Zeit könne man alle offenen Fragen klären. Doch dafür fand der Grünen-Rat keine Mehrheit.

Stattdessen beschloss das Gremium, die weitere Diskussion zurückzustellen. Rathauschef Kennerknecht soll nun mit dem Straßenbauamt abklären, welche Sanierungsmaßnahmen tatsächlich konkret geplant sind. Und auch zur Sicherheitsfrage nach dem geplanten Ausbau der Bundesstraße soll die Behörde Stellung nehmen.

Andreas Daschner

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