Gerhard Jilka hat für seine Hitler-Darstellung gute Kritiken bekommen. Jetzt ist er enttäuscht. tb-Foto: Weber

Neue Bühne Bruck setzt Hitler-Satire ab

Fürstenfeldbruck - Nur zweimal wurde "Er ist wieder da" an der Neuen Bühne Bruck gespielt. Jetzt ist das Stück nach dem Bestseller von Timur Vermes abgesetzt.

Alle geplanten Vorstellungen fallen aus - auch an diesem Samstag und Sonntag hätte die Satire gespielt werden sollen. Ein Ersatzstück gibt es nicht.

Über die genauen Gründe schweigt Theaterleiter Harald Molocher. „Wir haben theaterinterne Schwierigkeiten“, ist alles, was der Chef der bekannten Laienbühne zu dem Fall sagen möchte. Das Team der Neuen Bühne würde sich bemühen, die Probleme so schnell wie möglich zu lösen. Wann und ob das gelingt, sei noch offen. „Wir wurden selbst von den Problemen überrascht“, sagt Molocher. Man versuche aber, dass das Stück in der kommenden Spielzeit ab Herbst wieder aufgenommen werden kann.

Die aktuellen Ereignisse lassen Erinnerungen wach werden an die Spielzeit im Jahr 2013. Damals musste wegen Urheberrechtsstreitigkeiten die Inszenierung der Vagina-Monologe von Eve Ensler nach nur wenigen Vorstellungen abgesetzt werden. Enslers Agentin hatte Molocher mitgeteilt, dass sie mit der Inszenierung der Schöngeisingerin Barbara Lackermeier nicht einverstanden sei. Denn Lackermeier machte aus den sonst gelesenen Monologen eine Art Collage, die sie von vier Schauspielerinnen szenisch auf die Bühne bringen ließ. Die Neue Bühne hätte das Stück nur weiterspielen dürfen, wenn sie tausende Euro Strafe bezahlt hätte.

Ob es sich diesmal um ähnliche Probleme handelt, will Molocher nicht bestätigen. Auch die Theaterversion von „Er ist wieder da“, die vom Theater Memmingen stammt, ist ein Monolog. Für Fürstenfeldbruck hat Regisseur Frank Piotraschke die Fassung so umgewandelt, dass drei Schauspieler alle Rollen übernehmen.

Enttäuscht ist Hauptdarsteller Gerhard Jilka. „Wir haben tolle Kritiken bekommen und jetzt heißt es auf einmal, alles ist gestrichen.“ Auch für die Theaterfans sei die Sache unerfreulich. „Alle wollten das Stück sehen, wir hatten viele Kartenreservierungen.“ Jilka, der nun eine ähnliche Erfahrung machen muss wie seine Frau Barbara Lackermeier, gibt die Hoffnung allerdings nicht ganz auf. „Vielleicht können wir das Stück ab Herbst ja wieder spielen.“ (mav)

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