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Neue Heime: Flüchtlinge werden umverteilt

Landkreis – Im Moment kommen zwar keine weiteren Asylbewerber in die Region Bruck. Trotzdem werden die Verantwortlichen im Landkreis Flüchtlinge, die bereits hier sind, umverteilen müssen. Es sind also neue Unterkünfte geplant.

In naher Zukunft laufen verschiedene Miet- oder Pachtverträge für Flüchtlingsunterkünfte aus. Prominentestes Beispiel ist das Hotel am Mühlbach in Olching. Spätestens Mitte Januar 2017 soll es dem Eigentümer in sanierter Form wieder übergeben werden. Die Flüchtlinge müssen schon vorher raus, wie Asylkoordinator Andreas Bucher erklärte. Das Hotel mit rund 120 Plätzen war bei den Flüchtlingen ohnehin nie besonders beliebt. Es ist das einzige Haus in Verantwortung des Landkreises, in dem ein Caterer die Geflüchteten versorgt und sie nicht selbst kochen können. Außerdem, wichtiger: Das Hotel ist im Durchschnittsvergleich sehr teuer und damit als Unterkunft nur in Notzeiten zu vertreten.

Vor dem Hintergrund der endenden Verträge hat die Regierung von Oberbayern dem Landkreis erlaubt, ab Oktober 2016 weitere Objekte anzumieten (juristisch korrekt: „Verpflichtungsermächtigungen“ auszusprechen). Damit endet der Ende April verhängte allgemeine Akquisestopp. Die neue Erlaubnis umfasst die Standorte in Adelshofen (am Klostergarten), in Hattenhofen (Benno-Heinrich-Straße), ein noch nicht näher zu benennendes Grundstück in Maisach sowie ein Areal in Gröbenzell (Zweigstraße, Ecke Augsburger Straße).

Am schnellsten in die Tat umgesetzt werden könnte wohl die Unterkunft in Adelshofen, wie Asylkoordinator Andreas Buchner erklärte. Baugenehmigung und Pachtvertrag liegen fertig in der Schublade. Realistisch sei nach ersten Einschätzungen der Bauverwaltung aber eine Fertigstellung der Unterkunft frühestens im Sommer nächsten Jahres.

Andreas Buchnerkoordiniert Asylfragen im Landkreis.

Baurecht besitzt das Landratsamt beispielsweise auch für das Gröbenzeller Grundstück. Hier beginnen nun die Pachtverhandlungen mit der Gemeinde. In Hattenhofen besteht ebenfalls Baurecht.

Weil die Regierung keine neuen Zuweisungen von Flüchtlingen ankündige, wolle das Landratsamt die geplanten Maßnahmen ohne akuten Zeitdruck und in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Gemeinden umsetzen, so Buchner. „Fakt aber ist: wir brauchen neue Plätze.“ Welche weiteren schon bestehenden Unterkünfte neben dem Olchinger Hotel wegfallen werden, sei noch nicht ganz klar. Möglichkeiten zur Überbrückung, bis die neuen Objekte fertig sind, gebe es durchaus. So ist derzeit beispielsweise die frisch sanierte Container-Anlage am Hardtanger in Fürstenfeldbruck leer.

Die Schließung der Mühlbach-Unterkunft hatte Olchings Bürgermeister Andreas Magg auch in der Bürgerversammlung bereits angekündigt. In seiner Stadt leben derzeit 360 Asylbewerber in fünf Unterkünften. Rund 200 Ehrenamtliche des Asylhelferkreises unterstützten die Flüchtlinge. Die Stadt steht laut Magg – Olching ist hier natürlich kein Einzelfall – nun vor der Herausforderung, Wohnraum für die anerkannten Asylbewerber zu suchen. „Falls Sie da eine Idee haben, dürfen Sie gerne auf uns zukommen“, sagte er zu den Bürgern.

Andreas Buchner legt Wert darauf, dass die Bürgermeister der von der neuen Akquiseerlaubnis betroffenen Orte informiert seien und man sich nun zusammensetzen werde. Zwar herrsche auch weiter ein gewisser Zeitdruck – aber keiner, der vergleichbar wäre mit dem jener Wochen, in denen jeweils 70 weitere Flüchtlinge kamen und Turnhallen benötigt wurden.

Von Thomas Steinhardt und Stefan Weinzierl

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