Der Platz vor dem Bürgerhaus in Emmering
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So sieht der Platz vor dem Bürgerhaus in Emmering derzeit aus.

Gemeinderat befragt Planerin

Neue Mitte: Massive Kritik an Kosten

  • vonHans Kürzl
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In Emmering soll der Bürgerhaus-Vorplatz neu gestaltet werden. Zu Beginn hatte der Gemeinderat mit Kosten von 900.000 Euro gerechnet. Jetzt stehen plötzlich 1,6 Millionen Euro im Raum.

Emmering – Im Herbst 2019, als das Thema zuletzt auf der Tagesordnung stand, war noch von 900.000 Euro die Rede. Nun, in der jüngsten Gemeinderatssitzung, wurden die Baukosten mit knapp 1,6 Millionen Euro beziffert. Planerin Marina Schneider hatte deshalb erhebliche Mühe, die Gemüter der Gemeinderatsmitglieder zu beruhigen.

„Insgesamt bin ich über die Kostenrechnung sehr verwundert“, sagte Manfred Haberer (CSU). Er hätte sich mehr Transparenz gewünscht. Von fehlendem Vertrauen sprach Parteikollege Konrad Füßl: „Wie sicher können wir sein, dass da nicht nochmal Geld draufgelegt werden muss?“ Die Planerin vermittle ihm zudem den Eindruck, der „alte Gemeinderat“ habe zur Mehrung beigetragen.

Denn Schneider hatte angemerkt, dass die Gemeinde an der ein oder anderen Stelle teurere Elemente haben wollte. Ein Beispiel dafür sei die Bühne. Zudem habe die Gemeinde das angedachte Wasserspiel behalten wollen. Es seien darüber hinaus Sanierungskosten aufgetaucht, die man in dieser Größenordnung nicht habe absehen können – etwa bei der Abdichtung der Kegelbahn. Zudem sei der Blitzschutz nicht mehr zeitgemäß.

Herbert Groß (Grüne) fragte sie: „Sind wir jetzt am Ende der Fahnenstange?“. Im Haushalt habe man 1,2 Millionen Euro für das Vorhaben angesetzt. „Da fehlen jetzt schon 400.000 Euro.“

Planerin Schneider erwiderte, dass Kosten auch eine Frage des Marktes seien. Nur zwei Firmen hätten sich mit verwertbaren Angeboten gemeldet. „Die Auftragslage wirkt sich immer auf den Preis aus“, erklärte sie.

Bei Kostenaufstellungen sei standardmäßig immer vermerkt, welche Kosten nicht enthalten seien, wehrte sich Schneider gegen den Vorwurf der mangelnden Transparenz. Sie werde nun eine Kostenübersicht in vereinfachter Form nachreichen. Der Vorschlag wurde positiv aufgenommen.

Planerin Marina Schneider hatte aber auch eine gute Nachricht für den Emmeringer Gemeinderat: Sie meinte mit Blick auf den Ablauf der Arbeiten, dass man im Zeitplan bleiben werde. Der Hauptplatz soll laut ihrer Aussage gegen Ende November fertiggestellt sein. Die Seitenbereiche des Platzes werden ihre neue Form bis Ende März 2021 erhalten.

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