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Wieder Ärger um die S4.

Ab dem Fahrplanwechsel

S4: Neue Watschn für Pendler

Fürstenfeldbruck - Wieder Hiobsbotschaft für Pendler auf der S 4: Ab 13. Dezember halten die Regionalzüge zu Zeiten, an denen sie keiner braucht.

Die Nachricht schlug am Dienstag  ein wie eine Bombe: Ab dem 13. Dezember verschlechtert sich das Angebot auf der ohnehin schon überlasteten Linie Bruck-München. Dann entfallen die beiden Stopps der  Regionalzüge am Morgen und am Abend. Dabei sind diese Züge bei Pendlern sehr beliebt, weil sie eine viel schnellere Verbindung mit weniger Zwischenstopps bieten als die S-Bahn. Nach den monatelangen Bemühungen um Verbesserungen greifen im S-Bahnbetrieb zum 13. Dezember gleichzeitig kleinere Optimierungen. Sie sollten eigentlich zusätzlich zum bestehenden Angebot kommen – da wirkt der Rückschlag jetzt wie Hohn. Die gewohnten Verbindungen ersetzen soll der Regionalzug Alex.

Landrat Karmasin: "Das ist an der Grenze zur Provokation"

Wie aus dessen neuem Fahrplan hervorgeht, ändern sich die Stopp-Zeiten gegenüber den gewohnten Halten aber deutlich. Der Zug am Abend aus München heraus (bisher Ankunft in Bruck um 16.58 Uhr) entfällt komplett. Dafür hält ein Alex in der Früh um 7.37 Uhr aus München kommend in Bruck – Beobachter reiben sich ob der Pendler-Ströme, die zu diesem Zeitpunkt genau in die Gegenrichtung wollen, verwundert die Augen. Der morgendliche Regionalzughalt (bisher Abfahrt in Bruck um 6.40 Uhr) wird laut Fahrplan auf 5.58 Uhr vorverlegt. 

Lesen Sie hier einen Kommentar zum Thema. 

Für viele Pendler dürfte diese Verbindung viel zu früh am Tag sein. Start- und Haltepunkt ist das Gleis 3. „Das ist an der Grenze zur Provokation“, sagte Landrat Thomas Karmasin gestern Nachmittag in einer ersten Stellungnahme. Er betonte, dass auch er über keine offiziellen Informationen verfüge und beklagte, dass man sich alles mühsam zusammentragen müsse. „Wir fühlen uns übergangen.“ Jedenfalls handele es sich wieder um eine Verschlechterung auf der S 4 – und das, obwohl Kommunalpolitiker monatelang wie die Wilden um Verbesserungen gekämpft haben.

Das sagt die Eisenbahngesellschaft

 Ein Sprecher der für die Bestellung von Zügen verantwortlichen Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) erläuterte gestern Abend die Hintergründe: Künftig sollen aus München ins Allgäu auf der S 4-Strecke Doppelstockwagen rollen. Diese haben Niederflureinstiege, die mit den für die S-Bahn optimierten Bahnsteigen in Bruck nicht kompatibel sind. Deshalb können die neuen Züge in Bruck nicht mehr halten. So kam man auf auf den Bahn-Konkurrenten Alex. Der Sprecher verweist auf die Verbesserungen bei den S-Bahnen, die ab 13. Dezember kommen. Die Pendler könnten auf diese umsteigen. Diese hätten Kapazitäten. Das Gleis 1 in Bruck für die neuen Züge umzubauen (Kostenschätzung: Eine Million Euro) sei finanziell und förderrechtlich nicht möglich. Nebeneffekt: Wer aus dem Allgäu kommend in Bruck aussteigen will, muss künftig in Geltendorf umsteigen. Zu den immer wieder als Erfolgsmeldungen verbreiteten Änderungen auf der S 4 zum 13. Dezember gehören ein Verdichterzug der S-Bahn am Morgen und zwei in Richtung Bruck am Abend. Gerade letztere sollten aber zusätzlich eingeführt werden. Ein Beobachter kommentierte gestern: „Das alles ist ohne Sinn und Verstand."

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