Setzt auf eine gute Zusammenarbeit von Lehrern, Eltern und Schülern: der neue Rektor Boris Hackl. Foto: sw

Gymnasium Gröbenzell

Neuen Direktor treibt die Neugierde an

„Nur an Herausforderungen wächst der Mensch“, schreibt Boris Hackl auf der Homepage des Gymnasiums Gröbenzell. Der 45-Jährige ist seit Mitte Februar Leiter der Schule – und er weiß, wovon er spricht. Denn er hat sich in seiner Laufbahn bereits verschiedensten Herausforderungen gestellt.

Seine Herkunft kann Hackl nicht verleugnen. Wenn er in seinem Arbeitszimmer sitzt und über sein Leben, seine Karriere, seine Schule plaudert, dann macht er das mit unterfränkischem Zungenschlag. Der gebürtige Schweinfurter ist in Würzburg aufgewachsen, dort zur Schule und aufs Gymnasium gegangen, und die Verbundenheit zu seiner Heimat schwingt beim Erzählen immer mit.

„Ich denke, ich war ein guter Schüler“, fasst Hackl seine erste, die schulische Laufbahn, zusammen. „Wenn es mir Spaß gemacht hat, sogar ein sehr guter.“ Spaß gemacht hat ihm neben dem Lesen vor allem das Fach Geschichte. „Das Eintauchen in fremde Welten hat mich fasziniert.“ Die Fragen, wie in der Vergangenheit die Umwelt durch politische Prozesse gestaltet wurde und wie dies in der Gegenwart geschieht, beschäftigen ihn bis heute.

Deutsch, Geschichte und Sozialkunde

Hackl studierte Deutsch, Geschichte und Sozialkunde auf Lehramt an der Universität Würzburg. Geprägt hat ihn aber vor allem die Zeit nach der Zwischenprüfung. Da verließ der Student seine unterfränkische Heimat und lernte ein Jahr lang an der University of Texas in Austin. „Aus dieser Zeit in den USA habe ich sehr viel mitgenommen“, betont Hackl. Vor allem Dank eines Professors, der sich mit den Studenten regelmäßig ausgetauscht hat. Dieses „gut strukturierte Feedback“ hat Hackl nachhaltig beeindruckt. Und er hält diese Art der Kommunikation für eines der wirkungsvollsten Instrumente des Lehrers.

Der Wunsch über den Tellerrand hinauszuschauen, hat ihn damals bewogen, im Ausland zu studieren. Die Neugier auf Ungewohntes, auf andere Sichtweisen und neue Erlebnisse trieb Hackl Jahre später auch dazu an, sich für ein Jahr als Lehrer in einem Wirtschaftsbetrieb zu behaupten. „Ich hatte schon früh den Vorsatz gefasst, dass ich mit der Aussicht auf 35 Jahre Lehrerschaft immer wieder andere Eindrücke auf mich wirken lassen will“, erzählt Hackl, der 1999 seine erste Lehrerstelle am Johannes-Bubatz-Gymnasium in Miltenberg antrat und dort bis 2004 unterrichtete. Während dieser Zeit nahm er am Projekt „Lehrer in der Wirtschaft“ teil, arbeitete zwölf Monate bei der Firma FAG Kugelfischer in Schweinfurt.

Selbstständiges Arbeiten

Für Hackl war der Einsatz in einem Wirtschaftsbetrieb ein spannendes Experiment. „Ich wollte wissen, was ich als Lehrer in ein Unternehmen einbringen kann.“ Sein Fazit: Aufgrund seiner Allgemeinbildung und zahlreicher anderer überfachlicher Kompetenzen könne sich ein Lehrer durchaus außerhalb der Schulwelt behaupten.

Dieses Jahr in einem Wirtschaftsbetrieb hat Hackl aber auch gezeigt, wie wichtig es ist, den Schülern diese überfachlichen Kompetenzen beizubringen. Dazu zählt er vor allem das selbstständige Arbeiten und Recherchieren, die Fähigkeit im Team zu arbeiten und sich mit anderen auszutauschen sowie die Ergebnisse der Arbeit auch präsentieren zu können.

Dieses Ziel, die Schüler fit fürs Leben zu machen, hat der 45-Jährige nie aus den Augen verloren. Weder in der Zeit, als er ans bayerische Kultusministerium abgeordnet war und von 2008 bis 2010 als Geschäftsführer der Stiftung „Bildungspakt Bayern“ mehrere schulische Modellprojekte geplant und koordiniert hat, noch seit seiner Rückkehr in den aktiven Schuldienst.

Leidenschaftlicher Mountainbiker

Seit November 2010 wirkt und unterrichtet der verheiratete Vater einer Tochter, der mit der Familie in Eresing (Kreis Landsberg) lebt, nun am Gymnasium Gröbenzell. Als stellvertretender Schulleiter war er die vergangenen Jahre für die Schulentwicklung sowie für pädagogische und schulorganisatorische Aufgaben zuständig. So hat er unter anderem das schulinterne Methodencurriculum, sozusagen einen Lehrplan der überfachlichen Lern- und Arbeitstechniken eingeführt, sowie die in diesem Schuljahr am Gymnasium Gröbenzell erstmals angebotenen Forscherklassen und die vor zwei Jahren eingeführten Chorklassen mit aufgebaut.

Bei all dem Gestalten des Schullebens ist es dem leidenschaftlichen Mountainbiker und Hobby-Gärtner wichtig, dass seine Kernkompetenz, das Unterrichten, nicht zu kurz kommt und dass – auch als Schulleiter – der unmittelbare Kontakt mit Schülern, Eltern und den anderen Lehrern erhalten bleibt. „Nur wenn man alle miteinbezieht, kann man Schule gut gestalten“, sagt Hackl.       Die nächste gestalterische Herausforderung steht für den neuen Rektor und sein Team bereits bevor: Im September wird die gebundene Ganztagsklasse am Gymnasium eingeführt. „Das wird uns“, mutmaßt Hackl, „die nächsten ein, zwei Jahre gut beschäftigen.“ (sw)

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