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Der Kapitän verlässt das Schiff: Karl „Carlos“ Schmidt ist mittlerweile 80 Jahre alt. Er verkauft das Restaurant am Pucher Meer.

Neuer Wirt ab 2016

Wachablösung im Leuchtturm

Fürstenfeldbruck - Am Sonntag ist Zapfenstreich im Leuchtturm am Pucher Meer. Das Restaurant schließt. Besitzer Karl „Carlos“ Schmidt (80) verkauft das Gebäude. Ein neuer Inhaber scheint schon gefunden. Wer es ist, wollen aber weder Schmidt noch die von dem Schritt bereits unterrichteten Rathau

Erst im Februar hat der Leuchtturm am Pucher Meer seinen 15. Geburtstag gefeiert. Doch damit war offensichtlich der Zenit überschritten. Nun macht „Carlos“ die Schotten dicht. Er verkauft das auffällige runde Gebäude am Pucher Meer. Der Grund gehört der Stadt und dem Erholungsflächenverein.

„Der neue Besitzer des Hauses will sich noch nicht zu erkennen geben“, heißt es von Seiten der Stadt. Nur so viel könne man sagen: Er wohnt im Landkreis. Und er will vieles verändern. Deshalb wird der Leuchtturm erst einmal gründlich umgebaut. „Es soll viele Neuerungen geben“, hat Rathaus-Pressesprecherin Tina Rodermund-Vogl jedenfalls schon mal in Erfahrung gebracht. Deshalb bleibe das Lokal auch bis voraussichtlich Mai geschlossen. Im Januar will der neue Besitzer sein Konzept im Rathaus vorstellen und sich den Segen der Verantwortlichen holen.

Schmidt und seine Gattin Ute hatten das Leuchtturm-Projekt kurz vor der Jahrhundertwende in Angriff genommen und „viel Herzblut reingesteckt“, wie sich der jetzt 80-Jährige erinnert. Damals war Schmidt aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand getreten. 

Zuvor war er im Sommer im Freibad als Bademeister beschäftigt, im Winter betätigte er sich für das Rathaus als Bauzeichner. Schon damals mischte er aber in der Gastro- und Partyszene mit, war Veranstaltungspromoter und Volksfest-Mitorganisator – so holte er die damals populäre Chansonsängerin und Tänzerin Margot Werner nach Bruck. Als sich das Pucher Meer immer mehr zu einer Freizeitattraktion entwickelte, baute er den Leuchtturm, den er nun verkauft – aus Altersgründen, wie er sagt, und etwas überraschend. Auf seiner Facebook-Seite hat er sich zum 28. Dezember von seinen Gästen schon verabschiedet.

Bis zur Neueröffnung haben die Pucher-Meer-Besucher nun allerdings ein Problem: Die öffentlichen Toiletten nahe des Restaurants werden von der Stadt betreut und sind im Winter geschlossen. Wenn auch das Lokal dicht ist, müssen Schlittschuhläufer, Spaziergänger und Eisstockschützen also die Beine zusammenkneifen.

(lo/vu)

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