Neues Bäderkonzept

Jetzt werden die Germeringer Schwimmbäder untersucht

Germering – Ob die Germeringer im Sommer weiterhin woanders ins Wasser springen als im Winter? In Sachen neues Bäderkonzept wird es nun ernst.

Der Stadtrat hat ein Büro beauftragt, das in den kommenden Wochen sowohl Hallen- als auch Freibad genauer unter die Lupe nimmt.

„Nächste Woche werden wir uns noch einmal mit dem beauftragten Unternehmen zusammensetzen und Daten austauschen“, erklärt Roland Schmid, Leiter der Stadtwerke Germering. „Danach werden die Experten sofort starten und eine Bewertung der Bädersituation in Germering vornehmen.“ Zunächst sollen die baulichen und technischen Bestandteile der Anlagen untersucht werden. Außerdem wird die Situation der Standorte samt Umfeld bewertet.

Bei der Analyse geht es aber auch um die Wirtschaftlichkeit der beiden großen Germeringer Schwimmbäder. Sowohl für das Hallenbad in der Max-Reger-Straße, als auch für das Freibad in der Bertha-von-Suttner-Straße gibt es eine gute Datenlage über die Betriebsmittel, also Energie, Unterhalts- und Personalkosten. Und es liegen, zumindest für das Hallenbad, gute Planunterlagen vor. „Zunächst geht es um eine Bestandsaufnahme“, erläutert Schmid. „Es soll geklärt werden, wo bald Renovierungsarbeiten gemacht werden müssen und was diese ungefähr kosten würden.“ Mit den Ergebnissen dieser Untersuchungen rechnet der Stadtwerke- Chef bereits Ende März.

Das Unternehmen, das vom Stadtrat mit der Erstellung des Bäderkonzeptes beauftragt wurde, heißt GMF (Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeitsystemen, siehe Kasten). Diese Entscheidung erfolgte in einer Sitzung des Werkausschusses Mitte Dezember. In einer vorangegangenen Sitzung hatten sich drei Unternehmen persönlich beziehungsweise per Internetzuschaltung als möglicher Partner vorgestellt. Zwei Adressen kamen dabei in die engere Wahl. Diese wurden von Roland Schmid noch einmal genauer geprüft. Schließlich folgten die Ausschussmitglieder einstimmig seiner Empfehlung, den Auftrag an GMF zu vergeben.

„Dieses Unternehmen hatte einen allgemeineren betriebswirtschaftlichen Ansatz. Das ist für den ersten Schritt genau das richtige für uns“, so Schmid. Das zweite Büro, „agn“ aus Ludwigsburg, habe seinen Schwerpunkt mehr auf die fundierte, ingenieurseitige Umsetzung eines Konzeptes gelegt. „Das brauchen wir dann eher, wenn es um konkrete bauliche Veränderungen geht“, so Schmid. Er schließt deshalb nicht aus, das zweite Büro zu einem späteren Zeitpunkt noch hinzuzuziehen. Zunächst brauche es aber erst einmal einige Fakten und Zahlen, um im Werkausschuss und im Stadtrat weitere Schritte diskutieren zu können. Viel Zeit will Schmid nicht verlieren.

„Ab Mitte 2017 ist das Lehrschwimmbecken in der Wittelsbacherschule nicht mehr nutzbar“, erklärt der Werksleiter. Es ist marode. „Bis dahin brauchen wir eine Lösung.“ Das Lehrbecken soll entweder ins Hallenoder ins Freibad integriert werden, oder in ein großes, neues Hallen-Freibad. Bei der Analyse und den Planungen soll es aber nicht nur um die Frage „ein oder zwei Standorte“ gehen. Wenn darüber hinaus weitere Möglichkeiten wirtschaftlich und technisch in Betracht kommen, werden auch diese diskutiert, so Schmid. Eine Bürgerbeteiligung sei zu gegebener Zeit ebenfalls denkbar.

Erst einmal hat die Stadt lediglich 9000 Euro für die ersten Datenermittlungen eingeplant. OB Andreas Haas aber weiß, „für dieses Geld kriegen wir kein Bäderkonzept. Aber es reicht, um dem Ganzen auf die Spur zu kommen.“

Über GMF:

Die Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeitsystemen (GMF) gibt es seit über 25 Jahren. Sie betreut Freizeitbäder, Thermen, Spa-, Wellness- und auch Sportanlagen. Sitz des Unternehmens ist in Neuried im Landkreis München. Die GMF betreibt beispielsweise die Alpentherme Ehrenberg in Reutte/Tirol, die Chiemgau Therme in Bad Endorf, aber auch große Bäder in ganz Deutschland und auch im Ausland, zum Beispiel den Aquapalace in Prag/Tschechien. Bis vor einiger Zeit war die GMF auch Betriebsführer der Amperoase in Fürstenfeldbruck.

VON CAROLIN NUSCHELER

Rubriklistenbild: © dpa

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