Finanzierung der Kurzzeitpflege

Neues Gesetz: Diese Familie atmet auf

Germering – Vier Jahre lang hat Familie Seeholzer gekämpft: Mit Inkrafttreten des Pflegereformgesetzes am 1. Januar diesen Jahres, können sie aufatmen und durchschnaufen. Die Kostenübernahme bei einer Unterbringung ihres schwerbehinderten Sohnes Florian in der Kurzzeitpflege ist endlich gesetzlich verankert und gesichert.

Florians Mama, Monika Seeholzer, kämpfte seit vier Jahren darum, dass die Krankenkasse die Kosten für einen vorübergehenden stationären Aufenthalt im Sternstunden-Kurzzeitpflegewohnheim der „Helfenden Hände“ übernimmt. Ihr 16-jähriger Sohn Florian ist seit seiner Geburt mehrfach schwerstbehindert, kann nicht sprechen oder gehen, hat fast täglich epileptische Anfälle. Er braucht rund um die Uhr Betreuung.

„Kurz vor Weihnachten erreichte uns das schönste Geschenk – ein Brief von Gerda Hasselfeldt, in dem sie uns die frohe Botschaft persönlich mitteilte“, erzählt die 41-Jährige. Bislang übernahmen die Krankenkassen zwar die medizinische Versorgung Florians zu Hause, allerdings nicht die Kosten, die bei einer Unterbringung inklusive medizinischer Betreuung im Kurzzeitwohnen entstehen.

Für das tägliche Leben der Familien mit Schwerstbehinderten bedeutete dies: Kein Urlaub, keine Auszeit vom Pflegealltag. Doch: Gerade Familien wie die Seeholzers brauchen solche Auszeiten, um wieder Kraft für den täglich wiederkehrenden Alltag tanken zu können. Mit der Reform des Pflegegesetzes sehen die Seeholzers nun endlich Licht am Ende eines langen Tunnels.

Denn im 100 Seiten dicken neuen Gesetzestext steht ein Satz mit großer Wirkung: „Versicherte erhalten in stationären Einrichtungen im Sinne des § 43a des Elften Buches Leistungen nach Satz 1, wenn der Bedarf an Behandlungspflege eine ständige Überwachung und Versorgung durch eine qualifizierte Pflegekraft erfordert.“

Zustande kam dieser Satz durch den unermüdlichen Kampf von Monika Seeholzer. Sie trat mit ihrem Fall an die Öffentlichkeit, schaltete den Münchner Merkur ein und mobilisierte Livereporter Martin Breitkopf vom Bayerischen Rundfunk sowie die CSU-Bundestagsabgeordnete Gerda Hasselfeldt.

Gemeinsam ließen sie über vier Jahre lang nicht locker. In mehreren BR-Beiträgen versuchten die Verantwortlichen der Abendschau, zwischen Krankenkassen und Trägern zu vermitteln. Auch Gerda Hasselfeldt, Landesgruppenchefin der CSU in Berlin, schaltete sich ein. Sie traf sich mit Vertretern der Pflegeversicherung und Krankenkassen und sensibilisierte in ihren Anschreiben auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe für das Thema.

Der Druck für die dringend nötige Gesetzesänderung kam letztlich aus Bayern, aus Germering, von einer betroffenen Mutter. Die Wirkung dieses Achtungserfolges von Monika Seeholzer wird künftig bundesweit betroffene Familien entlasten. Die Seeholzers – Mama Monika, Papa Andreas und die 13-jährige Tochter Marie – werden im März ein wenig durchschnaufen können. Dann wird ihr Florian vier Tage lang in der Münchner Einrichtung der Helfenden Hände in der Kurzzeitpflege betreut werden. „Wir kennen die Einrichtung seit Jahren und wir wissen unseren Florian dort bestens aufgehoben – das ist ein Platzerl, wo es ihm gut gehen wird“, ist sich Monika Seeholzer sicher. (akk)

Weiteres Informationen:

Auf der Homepage www.besser-gehts-ned.de von Monika Seeholzer sind die BR-Abendschau-Beiträge verlinkt.

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