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Naturfreundin Karin Dixius sucht Gleichgesinnte, um mehr Lebensraum für heimische Tiere zu schaffen.

Neues Projekt für 2016

Sie lockt die Tiere in die Stadt-Gärten

Fürstenfeldbruck - Was machen, wenn man eine Idee hat, sie aber nicht alleine umsetzen kann? Eine Bruckerin hat sich dafür eine Strategie überlegt. Ihr erstes Projekt für 2016: Wieder mehr Tiere in die Gärten der Städter locken.

Karen Dixius liebt die Natur. Schon als Kind verbrachte sie ihre Zeit am liebsten im Freien. Die 53-Jährige hat zwar selbst nur einen kleinen Garten vor ihrem Reihenhaus in Bruck. Aber den hat sie schon zu einem wahren Biotop umgebaut. Jetzt im Winter ruht natürlich die Arbeit. Aber geistig ist Dixius schon wieder dabei, Projekte für das Frühjahr auszuarbeiten.

Doch viele Aufgaben lassen sich einfach nicht allein umsetzen. „Manchmal hat man schon lange eine Idee im Kopf, weiß aber nicht, wo man anfangen soll“, sagt die Bürokraft. „Alleine fehlt es einfach an der Motivation.“ Deshalb will sie ein amerikanisches Konzept in die große Kreisstadt holen.

„In München gibt es das Projekt namens Erfolgsteam schon“, erklärt sie. Dabei trifft sich eine Gruppe regelmäßig und arbeitet an der Umsetzung unterschiedlicher Ideen. Die Strategie der Amerikanerin Barbara Sher beruht auf folgendem Konzept: Die Teilnehmer helfen sich gegenseitig und motivieren sich. „Wenn man ab und zu mal einen Anruf von einer Mitstreiterin bekommt, die fragt, wie weit man schon ist, kann das Wunder bewirken“, sagt Dixius und lacht.

Genau so soll das in Bruck auch funktionieren. „Menschen könnten sich zusammenfinden und daran arbeiten, wieder mehr Biodiversität in der Stadt zu schaffen. Gemeinsam macht alles mehr Spaß“, erklärt sie. Dabei stellt sich Dixius vor, dass jeder einzelne etwa in seinem Garten oder auch auf dem Balkon in Aktion tritt.

Beispielsweise könnten die Bürger Bienen mit Insektenhotels anlocken. Was viele nicht wissen: Auch da gibt es Regeln. Beispielsweise dürfe man einen Stamm, der als Nistplatz fungieren soll, nicht in Richtung der Fasern anbohren, denn dann gelangt Feuchtigkeit in die Zwischenräume. „In der Gruppe kann man sich austauschen, jeder soll sein Know-How beisteuern.“ Aber auch größere Projekte sollen angepackt werden. Es könnte sich etwa eine Gemeinschaft gründen, die sich um Grünstreifen und Verkehrsinseln kümmert. Dort könnten Wildblumen angesäht werden.

Ein paar Kontakte hat Dixius schon gesammelt. Übrigens haben sie die Frauen aus ihrer Münchner Erfolgsteam-Gruppe so lange „getrietzt“, wie sie selbst sagt, bis sie das Projekt für Bruck in Angriff genommen hat. Nun hofft sie, dass sich noch mehr Interessierte melden, die unkompliziert im Team etwas für die Natur tun wollen. Im Winter sollen Ideen ausgearbeitet werden. Und, das ist Karin Dixius wichtig, es gibt keinen Zwang. „Ich bin kein Vereinsmeier“, sagt sie und lacht. „Das wäre mir zu viel Doktrin.“ (Verena Usleber)

Wie kann ich mitmachen?

Interessierte melden sich bei Karin Dixius unter der Telefonnummer (0 81 41) 34 64 88 oder unter karin.dixius@gmail.com.

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