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Kleiner Mann groß im Mittelpunkt. Ausgerechnet an seinem achten Geburtstag wurde Moritz Schmitt von Bürgermeister Andreas Magg (l.) und Sportreferenten Tomas Bauer (r.) geehrt. Vater Bertram Schmitt ist mächtig stolz. 

Neujahrsempfang Olching

Ehrenamt braucht mehr als 140 Zeichen

Olching - Wenn die Stadt Olching engagierte Bürger auszeichnet, braucht es mehr als 140 Zeichen auf Twitter. So geriet sogar der Neujahrsempfang zu einer Art stillen Protest gegen den neuen US-Präsident Donald Trump.

„Das Engagement der Stadt erlaubt mehr als 140 Zeichen.“ Mit dem Hinweis, dass Trump seine Botschaften gerne per Twitter verbreitet, wo die Anzahl der Zeichen begrenzt ist, dankte Olchings Bürgermeister Andreas Magg den ehrenamtlich Tätigen.

Die Bilanz der Stadt für das Jahr 2016 und die Würdigung der Bürger könne nicht derart zusammengefasst werden, so Magg. „Ich bin nicht der US-Präsident, ich habe es nicht geschafft. 23 879 Zeichen, ohne Leerzeichen, sind es am Ende geworden. Da war mit Twitter einfach nichts mehr zu machen.“

Fast an ihre Grenzen ist die Stadt Olching aber dann doch gekommen. „Die Meisterschaften gehen bei ihm nicht aus, aber sehr wohl unsere Möglichkeiten ihn zu ehren“, sagte Sport- und Vereinsreferent Tomas Bauer über Speedway-Fahrer Martin Smolinski. Der durfte sich schließlich in das Goldene Buch der Stadt eintragen und gab den Dank an die Stadt zurück: „Ich betrachte die Auszeichnung als Anerkennung dafür, dass wir alle etwas erreichen können, wenn wir gemeinsam arbeiten.“

Teamwork braucht Moritz Schmitt (8) ebenfalls, auch wenn er als Kunst- und Turmspringer einer Einzelsportart angehört. Seine Mutter hat ihn dazu angemeldet, nachdem der Sohn begeistert von den Turmspringern im Schwimmbad erzählt hatte. Vater Bertram übernahm die Fahrten zu den Trainingseinheiten nach München und Augsburg. Angst kennt der Schüler nicht: „Ich bin schon von zehn Metern gesprungen.“ Sein Ehrgeiz liegt in ähnlicher Höhe. „Weltmeister, das wär cool.“ Für Moritz war die Ehrung beim Neujahrsempfang übrigens doppelt besonders: Denn er feierte an diesem Tag seinen 8. Geburtstag.

Weltumspannend soll der Fairtrade-Gedanke sein. Den trugen Johanna und Barbara Trinkl nach Olching, lange bevor der Begriff in der Öffentlichkeit eine feste Größe wurde. Sonja Weyland von der Wirtschaftsförderung bezeichnete die beiden als Pioniere für Fairtrade. „Bereits seit 1992 vertreiben sie die Produkte“, stellte Magg fest. Damit seien sie Vorbild für alle Olchinger.

Das gilt gleichermaßen in der Kultur für Karin Renner-Kiese, die sich seit 30 Jahren für das Akkordeonorchester engagiert, oder als weitere Beispiele für die Lebensretter oder die Estinger Feuerwehrmänner Jürgen Steer und Jens Winter ebenso wie für Gerda Bergler von der Tafel.

Sie alle hätten sich ihren Aufgaben gestellt. „Die Welt ist nicht 140 Zeichen zu erklären, unsere Probleme nicht in in 140 Zeichen zu lösen.“ Alle hätten dazu beigetragen, Olching zu einer selbstbewussten Marke zu machen. 

Von Hans Kürzl 

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