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Irmgard Staffler meldet aus ihrer Station im Maisacher Ortsteil Galgen die offiziellen Messwerte aus dem Landkreis zum Deutschen Wetterdienst.

Verkehr zeitweise lahm gelegt und Ärger mit Winterdienst

14 Zentimeter Neuschnee zum Frühlingsanfang

Bei Schnee und Eis ist es am Dienstag auch in der Brucker Region zu einigen Unfällen gekommen – und zu kilometerlangen Staus. Sie wurden für viele nicht nur zur Geduldsprobe, sondern sorgten auch für Ärger.

14 Zentimeter Neuschnee fielen in der Nacht auf Dienstag. Das reichte aus, um den Verkehr in Teilen der Region fast zum Erliegen zu bringen: Auf den Autobahnen herrschte Stillstand genau wie auf der B2 zwischen Bruck und Germering sowie auf vielen innerörtlichen Straßen. Das lag teils auch daran, dass viele Autofahrer auf den in diesem Winter doch eher ungewohnten Schneefall vor allem mit einem reagierten: mit sehr großer Vorsicht. „Wenn ein paar Autofahrer sehr zögerlich unterwegs sind, dann reicht das schon zum Stau“, sagte ein Sprecher der Dachauer Straßenmeisterei – dies vor allem vor dem Hintergrund, dass das Verkehrsaufkommen in der Region ohnehin schon riesig ist.

Straßenmeisterei hat elf Fahrzeuge für Bruck und Dachau

Die Straßenmeisterei, die für die Bundes- und Staatsstraßen auch im Kreis Bruck zuständig ist, musste sich auch mit Beschwerden auseinandersetzen. Einige Autofahrer klagten, dass nicht oder schlecht geräumt worden sei. „Mehr als fahren können wir auch nicht“, entgegnet der neue Chef der Straßenmeisterei, Michael Hindahl. „Wir sind dreimal aufgebrochen.“ Für alle Bundes- und Staatsstraßen in den Kreisen Bruck und Dachau hat Hindahl elf Räum-Fahrzeuge. Vier betreibt die Straßenmeisterei selbst, die anderen laufen über private Unternehmen. So kommt es zu einer beträchtlichen so genannten Umlaufzeit. 2,5 Stunden braucht ein Fahrzeug, um wieder an eine Stelle zu kommen, an der schon einmal geräumt wurde – ein Problem, wenn es immer weiter schneit. Hindahl betont, dass ja auch Salz gestreut wurde, der Schnee auf den Straßen also aufgeweicht war. „Es ist halt Winter. Eine durchgehend immer schwarze Straße gibt es nirgends.“

Sieben Unfälle

Trotz der großen Vorsicht vieler Autofahrer krachte es in Eis und Schnee natürlich trotzdem. Sieben Unfälle meldeten die Polizei-Dienststellen von den Straßen im Kreis. Grund immer: Nicht angepasste Geschwindigkeit auf schneeglatter Straße. So landete ein Autofahrer bei Althegnenberg neben der B2 im Graben – genau wie eine Odelzhausenerin (36) in der Früh um 7.35 Uhr bei der Furthmühle. Ihr Wagen kippte um und blieb auf der rechten Seite liegen. Die Frau wurde leicht am Arm verletzt. Ebenfalls aufgrund der Schneeglätte rammte ein Mann in Schöngeising mit seinem Wagen ein Verkehrsschild. Er haute ab. Dabei bemerkte er nicht, dass er beim Crash eines seiner Nummernschilder verloren hatte. Das erleichterte den Job der Polizei beträchtlich. Der Mann muss sich jetzt wegen Fahrerflucht verantworten.

Crash in Olching

Schon vorher war es auf der B 471 auf Höhe Olching um 4 Uhr zu einem Crash gekommen, als ein Münchner (36) die Spur wechseln wollte. Sein BMW kam ins Schleudern und prallte gegen den Laster eines Moorenweisers (55), um dann an der Leitplanke zu enden. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 6000 Euro. Nur die Hälfe davon müssen die Versicherungen für den Unfall in Gernlinden aufbringen, bei dem ein Haimhausener (49) auf der Maisacher Straße mit seinem Ford Transit den entgegenkommenden Opel eines Gernlindeners (45) rammte. Der Opel musste abgeschleppt werden.

Der viele Verkehr und der Schnee sorgten auch in Gröbenzell für einen Zusammenstoß: Ein 53-Jähriger tastete sich mit seinem BMW von der Frieden- in die Olchinger Straße. Der Fahrer eines Audi (37) wollte gleichzeitig abbiegen, beide übersahen sich, das Bremsmanöver des 53-Jährige scheiterte wegen der glatten Straße und es krachte. Auf den S-Bahnen der Region unterdessen lief der Verkehr vergleichsweise gut. Wie schon beim letzten Wintereinbruch verspürten einige Bahn-Pendler im Angesicht der Staus auf den Straßen eine gewisse Genugtuung.

Die Wetterstation in Galgen

Wenn beim Deutschen Wetterdienst die Rede vom Landkreis Fürstenfeldbruck ist, dann kommen die Daten aus einem der kleinsten Orte der Region: Aus Galgen bei Maisach. Hier betreut Irmgard Staffler die offizielle Wetterstation des Dienstes, der gestern vermelden konnte: 14 Zentimeter Neuschnee in der Nacht auf Dienstag im Kreis Bruck. „Man hatte den Eindruck, dass es mehr war. Stimmt aber nicht“, schmunzelt die Landwirtin. In den Jahren seit der Installation der Station im Jahr 2005 hat sich etliches verändert: Früher musste Irmgard Staffler täglich zur Einrichtung auf dem freien Feld gehen, um Daten zu übernehmen und ins System zu übertragen.

Heute läuft das meiste elektronisch – außer wenn es geschneit hat. Dann wird Irmgard Staffler wirklich selbst tätig. Sie misst die Schneehöhe und sticht Schnee mit einer speziellen Sonde zur Gewichtsbestimmung aus. Früher war die Mess-Station in Gernlinden. Die Häuser rückten aber immer näher, was die Ergebnisse beeinflusste. So kam das freie Feld bei Galgen als Standort ins Spiel. Warum aber betreut man eine solche Station ehrenamtlich? „Weil es Spaß macht“, schmunzelt Irmgard Staffler. Und weil man immer über genaue Daten aus erster Hand verfügt."!

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