Bereit für den Winter: Michael Seeholzer vom Germeringer Bauhof im Salzlager der Großen Kreisstadt. Foto: archiv tb

Milder Winter

Noch sind die Salzlager prall gefüllt

Fürstenfeldbruck - Sie ziert sich, die kalte Jahreszeit: Bisher gab es kaum Schnee und die Temperaturen fielen selten unter null Grad. Sollte der Winter aber doch noch kommen, stehen die Bauhofmitarbeiter Pflug bei Fuß.

 „Eine wirkliche Herausforderung war der bisherige Winter keine“, sagt Klaus Laumer vom Bauhof Fürstenfeldbruck. Er klingt fast ein bisschen enttäuscht. Nur vier bis fünf Großeinsätze seien sie bis jetzt gefahren. Großeinsatz, das heißt: 17 Mitarbeiter sind mit zwölf Fahrzeugen unterwegs.

Von den 200 Tonnen Salz, die in zwei Silos in Bruck gelagert werden, seien bisher etwa 50 Tonnen verbraucht worden. Im Prinzip ist das gut für die Allgemeinheit: Es wird Benzin gespart und auch Winterdienst-bedingte Überstunden der Bauhofmitarbeiter minimiert. Das Geld kann dann für andere Zwecke verwendet werden. Zum Beispiel für Straßensanierungen, wie Christian Gerhard vom Landratsamt erklärt, das für die Kreisstraßen zuständig ist. Das Budget des Landkreises für den Winterdienst liege bei 60 000 bis 65 000 Euro.

700 Tonnen Salz im Vorjahr verbraucht

Bisher seien knapp 100 Tonnen Salz verbraucht worden. „Zwar hat es noch nicht geschneit, aber bei Glätte wird auch vorbeugend gestreut“, erklärt Gerhard. Der Salzverbrauch schwankte in den kalten Monaten der vergangenen Jahre stark. Minimal wurden im Landkreis 300 Tonnen gebraucht, maximal 1500 Tonnen. Letztes Jahr verschlangen Eis und Frost 700 Tonnen des Tausalzes. Für die Reparatur der Schlaglöcher blieb dann damals nichts mehr übrig.

Doch – ob strenger oder milder Winter – die Vorbereitungen auf die kalten Monate laufen in den Bauhöfen immer gleich ab. Das verwendete Streugut – Steinsalz – werde immer schon im Sommer gekauft. „Da ist es um ganze 20 bis 30 Prozent billiger“, erklärt Werner Frischmann. Eine Tonne liege laut dem Puchheimer Bauhofleiter bei etwa 73 Euro.

Mitarbeiter sind in Alarmbereitschaft

Auch er habe in diesem Winter erst drei Mal die Straßen vom Glatteis befreit. „Wir würden ja gerne einen Winterdienst machen. Wir finden halt nur den Winter nicht“, sagt Frischmann lachend. Deshalb seien Silo wie Schütthalle auch in Puchheim fast noch so voll wie zu Beginn. 300 Tonnen werden dort in etwa gelagert. Bisher sei der Salzberg nur angekratzt worden.

Die richtigen Wintervorbereitungen beginnen für die Bauhöfe bereits ab Ende Oktober. Die Mitarbeiter sind in Alarmbereitschaft, der Schaudienst ist aktiviert. Sprich: Ein Mitarbeiter muss früh aufstehen und bei einer Probefahrt die aktuellen Straßenverhältnisse überprüfen.

In Germering klingelt der Wecker um spätestens dreiviertel vier, wie der stellvertretenden Bauhofleiter Michael Seeholzer erzählt. Sieht der Späher gleich beim ersten Blick aus dem Fenster eine geschlossene Schneedecke, wird das gesamte Bauhof-Team alarmiert. Wenn nicht, wird die Strecke stichprobenartig überprüft. Die Prioritäten sind in der Stadt klar geregelt: Bahnhof, Innenstadt, Außenbereich.

125 Kilometer Straßennetz sind es insgesamt. Gesalzen werden allerdings nur die Hauptstrecken. Dort, wo zum Beispiel auch Busse über den Asphalt rollen. „Diese Straßen wurden vorher festgelegt“, erläutert Seeholzer. Seitenwege werden nämlich nur geräumt.

In Germering lagern alljährlich 550 Tonnen Streumaterial. Ein großer Berg auf der linken Seite der Halle, ein weiterer auf der rechten. Bisher sind weniger als 20 Prozent des Streuguts auf den Straßen gelandet. Wird der Rest in den nächsten Monaten nicht mehr aufgebraucht, bereitet das dem Bauhof-Vize aber auch kein Kopfzerbrechen. Das Salz hat kein Verfallsdatum. „Es pappt höchstens irgendwann zusammen oder wird feiner“, erläutert Seehofer. Es bleibe aber wirksam.

Kommt der Schnee ?

Auch in Olching sind die Lager gut befüllt. 300 Tonnen waren es zu Beginn des Winters. „Gut drei Viertel sind davon noch da“, sagt Roman Ganzenmüller. Bisher seien sie 15 bis 20 Mal frühmorgens im Einsatz gewesen. „Da ist aber alles dabei“, erklärt er. Sowohl das Streuen auf kleinen Brücken als auch die Sicherung von großen Straßen. Informiert wird das Bauamt über glatte Stellen entweder von ihrem Frühaufsteher oder von Bürgern.

Und was sagt der Blick in die Zukunft? Dazu will keiner etwas Genaues sagen. „Ich hab’ schließlich keinen direkten Draht zum Petrus“, antwortet der Germeringer Bauhof-Vize Michael Seeholzer lachend. Die Hauptwintermonate seien seiner Erfahrung nach der Januar und Februar. „Da kommt sicher noch eine gute Ladung Schnee“, tippt er. Meteorologen sagen den Wintereinbruch schon ab heute voraus.

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