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Unter roten Regenschirmen: Wegen des schlechten Wetters schützen sich die Ampernixen mit Schirmen. 

Fasching 

Nur 12 000 Besucher beim Olchinger Gaudiwurm

Das kalte Wetter hat offenbar etliche Narren abgeschreckt: Zum 64. Olchinger Faschingszug sind heuer nach Schätzungen der Polizei gerade Mal 12 000 Besucher gekommen – doch die haben gefeiert. Ein Wagen wurde vom Zug ausgeschlossen, denn die Fahrgäste warfen mit Glasflaschen.

Olching– 33 Wägen und zehn Fußgruppen zogen durch die Feurs- und Hauptstraße. Dabei fiel ein Gefährt besonders auf, aber negativ. Ein Wagen eines Vereins aus dem Landkreis Dachau musste seine Fahrt am Roßhaupter Kreisel beenden. „Zeugen haben berichtet, dass die Leute darauf mit Glasflaschen geworfen haben“, sagt Herbert Kanz, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Olching. Ob direkt in die Menge sei aber unklar. Trotzdem werde nun geprüft, ob der Wagen auch nächstes Jahr ausgeschlossen werde.Zudem wurde eine Fensterscheibe eines Geschäfts in der Hauptstraße eingeschlagen. Der Täter konnte aber rasch gefasst werden, so Kanz.

Ansonsten ging das Spektakel aber relativ ruhig über die Bühne. Neben der Weltpolitik widmeten sich die Narren aber auch speziellen Olchinger Themen. Denn die Entscheidungen, die im Rathaus getroffen werden, liefern so zuverlässig Stoff für den Gaudiwurm wie der Faschingsdienstag jedes Jahr wiederkehrt. Und die Narren machen sogar mit bei der Kirchturmpolitik. So nahm die Volksbühne Olching die Diskussion um die Reparaturkosten der Kirchturmuhr ins Visier und landete bei den Fußgruppen locker auf dem ersten Platz.

Noch eindeutiger fuhr der MSC Olching bei den Wagen auf das oberste Siegertreppchen. In Erinnerung an die Ewigkeitsbaustelle in der Hauptstraße dachte mancher Besucher an die Herausforderungen für die Stoßdämpfer seines Autos. „Ewige Baustellen, Stau, ein Irrsinn, Olchings Fernwärme-Ausbau“, stand auf Gefährt. Doch die Wagenbauer des MSC wussten auch zu danken: „Der Feuerwehr gheat’ auf d’Schulter klopft. Denn die hat’s Schlagloch vorm Cantina gstopft.“

Dass der Fasching aber durchaus zu einer bürokratischen Angelegenheit werden kann, kritisierte die Faschingsgilde Olching: „Die Auflagen werden immer mehr, drum gibt’s bald keinen Fasching mehr.“

Doch wie in Gernlinden am Sonntag wurde auch in Olching die Welt- und Bundespolitik aufs Korn genommen. In erster Linie waren dafür Gernlindener Gruppen verantwortlich. Trump Tower und Freiheitsstatue gehörten wie in Gernlinden zu den Top-Blickfängen.

Die fünfköpfige Jury, darunter Olchings zweiter Bürgermeister Robert Meier, belohnte die große Mühe dieser Wagenbauer mit vorderen Plätzen. Ganz allgemein hatten die Faschingszug-Teilnehmer mit vielen verschiedenen Themen gut für Abwechslung gesorgt. Vom Kalsfelder Geisterschloss über gedopte Sportler bis hin zu Märchen reichte die Palette, die bei Zuschauern für gute Laune sorgte. Wenig Fantasie bewiesen dagegen zwei Stretchlimousinen in pink und schwarz aus Gröbenzell, die außer ihrer Länge kaum etwas fürs Auge boten.

An den Bewertungen will das Komitee Faschingszug, im Gegensatz zu den Kollegen aus Gernlinden, wohl festhalten. „Da würde jeder Anreiz zur Teilnahme fehlen“, so der zweite Vorsitzende Jürgen Müller. Das fand auch Vize-Bürgermeister Robert Meier.

Sehr präsent waren heuer Ordnungs- und Securitykräfte auf den Straßen und entlang des Faschingszuges. „Man muss sich wohl an dieses Bild gewöhnen, aber es muss wohl so sein“, zeigte die Besucherin Angelika Reber Verständnis.

von Hans Kürzl 

Olau! Die Bilder vom Olchinger Gaudiwurm 

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