Diskussion zur Wahl

OB-Anwärter auf dem Podium

Es war am Sonntag das erste und das letzte Mal, dass alle sieben OB-Anwärter öffentlich miteinander diskutiert haben. Der Stadtjugendrat hatte zum Schlagabtausch eingeladen.

FürstenfeldbruckErst am Ende der Diskussion, als Fragen aus dem Publikum kamen, wurde es im voll besetzten Jugendcafé am Niederbronner Weg ein wenig feuriger. Der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) wurde nach der vorschnellen Plakatierungsaktion seiner Partei gefragt, die einen Tag zu früh sein Konterfei geklebt hatte. Er könne dazu nichts sagen, weil er nicht mit den Verantwortlichen gesprochen habe, so Raff. Vereinbart sei aber der Samstagmittag gewesen. Bei der Aufzählung seiner Leistungen als Pleil-Vertretung gaben Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne) und Walter Schwarz (SPD) aus dem Publikum zu bestimmte Punkten Kontra.

Der Kandidat von Grünen und BBV, Martin Runge, musste sich fragen lassen, ob der Verlust seines Landtagsmandats Motivation für seine Kandidatur sei. „Ich bewerbe mich, weil ich gerne Politik mache.“ Mit dem Mandat hänge das nur insofern zusammen, als dass er nun eben für andere Aufgabe frei sei.

Thomas Lutzeier (Mehr für Bruck) – der mittlerweile aus dem Rennen um den OB-Sessel ist (Seite 1) – verneinte auf Nachfrage, dass er Florian Weber (Die Partei) angeblich Schläge wegen Zwistigkeiten angedroht habe.

Die Podiumsdiskussion zu den kommunalpolitischen Sachthemen zuvor war ohne leidenschaftliche Redegefechte abgelaufen. Das hätte sich bei sieben Kandidaten und einer jeweiligen Redezeit von einer Minute auch schwer bewerkstelligen lassen. So gab es zu den großen Themenblöcken schon viel Gesagtes zu hören und teilweise auch viel Konsens.

Verlegung der B 2

Einzig Thomas Lutzeier argumentierte klar für eine Umgehung der Stadtmitte. „Wir brauchen auf jeden Fall eine dritte Amperquerung“, sagte er, schon mit Hinblick auf den zukünftigen Stadtteil Fliegerhorst. „Eine große Lösung ist Augenwischerei“, erklärte dagegen Philipp Heimerl (SPD). Gelder vom Bund gibt es höchstwahrscheinlich in naher Zukunft nicht. Er und auch viele der anderen Kandidaten setzen dagegen auf „intelligente Konzepte“, um die Lkw aus der Stadtmitte zu bekommen.

Günstiger Wohnraum

Hauptproblem der Stadt ist, dass man nicht besonders viele Grundstücke habe, erinnerte Georg Stockinger (Freie Wähler). Und darauf müsse man auch noch kommunale Sozialeinrichtungen wie Kindergärten und Schulen bauen, meinte er.

Elisabeth Staffler (Leben in Bruck) möchte die Arbeitgeber ermuntern, dass sie für ihre Angestellten Wohnungen bereitstellen und den vielen ungenutzten Wohnraum, den sie in der Stadt ausgemacht hat, besser ausnutzen.

Martin Runge warnte aber, die Stadt selbst könne das Problem nie zur Gänze lösen. Verantwortlich für die Preise bei Wohnungen sei schließlich die Nähe zur Landeshauptstadt München.

Sportstätten

Zum Dauerthema Eishalle hat Raff, der auch Sportreferent ist, eine Übereinkunft mit dem EVF: Nach dem Sportzentrum III komme die Eishalle auf den Plan, sagte er. Für eine solche brachte Runge eine Lösung auf Fursty ins Spiel, womit sich auch Raff anfreunden konnte. Dort könne neben der Schwimmhalle eine überdachte Eisfläche entstehen, so Runge. Weber möchte wegen der Kosten auch gleich auf Sponsorensuche gehen und die Namensrechte vergeben.

Einen neuen Aspekt in die Diskussion brachte Weber auch beim Sportzentrum III ein: Wenn man dort schon so viel Geld verbaue, dann könne man gleich eine Dreifach-Turnhalle errichten. Dazu würden auch Heimerl und die SPD nicht Nein sagen. Sie wollen aber weiterhin, dass die Turnhalle bei der neuen Grundschule im Westen entsteht. 

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