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Trauriger Rekord: Mit 61 Fällen drohender oder bereits eingetretener Obdachlosigkeit hatte es die Stadt im vergangenen Jahr zu tun. 

Puchheim legt Statistik vor

Obdachlosenzahlen steigen ungebremst

Menschen, die aus ihrer Wohnung fliegen, werden auch in Puchheim immer zahlreicher. Insgesamt 37 Obdachlose sind derzeit in Notunterkünften untergebracht.

Puchheim –Wie jetzt ein Sachstandsbericht im Sozialausschuss des Stadtrats zeigte, bekam es die zur Unterbringung verpflichtete Stadt im vergangenen Jahr mit 61 Fällen drohender oder bereits eingetretener Obdachlosigkeit zu tun, eine neue Rekordzahl. Darunter sind Familien mit insgesamt 49 Kindern. Fast die Hälfte der Wohnungslosen lebt im bereits überbelegten Obdachlosenheim „Die Brücke“ an der Lagerstraße. Sechs Personen wurden in Hotels oder Pensionen untergebracht, für drei allein erziehende Mütter mit insgesamt acht Kindern hat die Stadt eigene Wohnungen angemietet. Ein Betroffener wurde an die Bahnhofsmission in München vermittelt.

Nach aktuellem Stand sind bereits wieder drei Zwangsräumungen angedroht, um 25 Fälle drohender Obdachlosigkeit kümmert sich derzeit noch die von Arbeiterwohlfahrt und Caritas betriebene „Fachstelle Wohnen“ in Bruck. Von dort aus wird versucht, zwischen Mieter und Vermieter zu vermitteln oder den Kontakt zu Schuldnerberatung oder Sozialamt herzustellen. Denn in aller Regel führen finanzielle Gründe zum Auszug, etwa als Folge von Arbeitslosigkeit oder Scheidung. Außerdem, wie im Ausschuss angemerkt wurde, gibt es viel zu wenig bezahlbaren Wohnraum.

Das trifft auch die Menschen, die (noch) in keiner Obdachlosen-Statistik auftauchen. Viel zu viele Puchheimer leben auf engstem Raum zusammen, weil sie sich kein größeres Zuhause leisten können. Von „zehn Menschen in einer Zwei-Zimmer-Wohnung“ wusste eine Stadträtin. Zudem sind von derzeit 225 Flüchtlingen in der Stadt nicht weniger als 107 anerkannte Asylbewerber. Die werden in den drei großen Gemeinschaftsunterkünften geduldet, aber müssten eigentlich ausziehen. Das Anwesen in der Friedenstraße, das allerdings in zwei Jahren abgerissen werden soll, übernimmt Puchheim vom Landkreis, außerdem soll ein Haus in der Anzengruberstraße für zwei Flüchtlingsfamilien angemietet werden. Sollten die Fehlbeleger tatsächlich einmal auf die Straße gesetzt werden, müsste die Stadt auch für sie Gemeinschaftsunterkünfte schaffen. (op)

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