Günzlhofen

100 Jahre Liedertafel: Messe als Geschenk

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Wenn jemand seinen 100. Geburtstag feiert, gibt es besondere Geschenke. Das erleben nun die Mitglieder der Liedertafel Günzlhofen. Zum Jubiläumsfest bekommen sie eine eigene Messe: Pfarrer Josef Heiß hat sie für den Verein komponieren lassen. Im Rahmen der Feierlichkeiten, die sich durchs ganze Jahr ziehen, wird die Messe uraufgeführt.

GünzlhofenAnfangs war die Liedertafel ein reiner Männerchor. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurden zahlreiche Vereine gegründet oder neu belebt. So auch in Günzlhofen. Im Ort hatte es bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts einen Kirchenchor gegeben. Und am 25. Mai 1920 wurde dann die Liedertafel Günzlhofen geboren. 18 Mitglieder traten bei. Als Mitgliedsbeitrag wurde vierteljährlich eine Mark festgesetzt, wie in der Festschrift nachzulesen ist. Bereits ein Jahr später fand das Stiftungsfest statt.

In den Anfangsjahren kam die Liedertafel vor allem auf Weihnachtsfeiern, Hochzeiten, Beerdigungen und Heldenehrungen zum Einsatz. Ein Kuriosum dieser Zeit: Gab es Streit im Veteranenverein, kam die Liedertafel zur Versammlung und „besänftigte mit Liedvorträgen die aufgeregten Gemüter“, wie es der heutige Vorsitzende Inno Näßl in der Chronik beschreibt. Infolge des Zweiten Weltkrieges ruhte das Vereinsleben fast völlig. 1950 gab es eine Gründungsversammlung, an der noch drei Gründungsmitglieder von 1920 teilnahmen. 1954 konnte man die unter großen Opfern beschaffte Vereinsfahne weihen.

Neuer Leiter war Hermann Well

Im selben Jahr kam ein neuer Leiter an die örtliche Schule, der die Liedertafel über viele Jahre hinweg prägen sollte: Hermann Well. Er übernahm damals den Kirchenchor, Bürgermeister Josef Funk fungierte weiter als Leiter des Männerchors. Ein Wendepunkt war das Jahr 1975, als Funk zurücktrat: Well übernahm seinen Posten. In den Verein wurde nun auch die Singschar, die Well 1954 ins Leben gerufen hatte, vollständig integriert. 1989 legte Hermann Well sein Amt nieder und Josef Hörmann übernahm den Chor.

Funk starb 1994, Well 1996. Doch ihre Nachfolger führten die Liedertafel in die Zukunft. Zuletzt gab es einige Höhepunkte: Als 2017 die Kirche St. Margareta nach der Renovierung wieder geweiht wurde, sang ein Projektchor die „Missa Brevissima“. Besonders wird auch das Festjahr. Vorsitzender Inno Näßl freut sich vor allem auf die Uraufführung der Günzlhofener Messe am Pfingstmontag. Diese Messe für einen vierstimmigen Männerchor mit Bläserbegleitung ist ein Geschenk von Pfarrer Josef Heiß, Schirmherr des Liedertafel-Jubiläums. Er hat sie eigens für die Liedertafel komponieren lassen.

Schon seit einem Jahr laufen die Vorbereitungen für das Festjahr. Trotzdem bleibt der Vorsitzende ruhig: „Ich habe ein gutes Team hinter mir, da brauche ich keine Anspannung zu spüren.“ Der elfköpfige Festausschuss hat ein umfangreiches Programm (siehe Kasten) auf die Beine gestellt. Los geht es schon an diesem Wochenende.

Fest-Marathon

Mit Theater beginnen die Jubiläumsfeierlichkeiten: Die Komödie „Der entführte Selbstmordeinbruch“ ist in der Turnhalle an diesem Samstag, 25. Januar, 20 Uhr, sowie am Sonntag, 26. Januar, 14.30 und 19.30 Uhr, zu sehen. Nächster Höhepunkt ist der Sängerball am 15. Februar. „Früher hatte jeder Verein seinen Faschingsball, irgendwann ist das leider eingeschlafen“, erklärt Inno Näßl. „Wir wollten das aufleben lassen – wie früher mit Eröffnungstanz und Polonaise.“ Auf ein Freundschaftssingen am 28. März folgt am 1. Juni der Sängerjahrtag mit der Uraufführung der Messe. Anschließend findet am 21. Juni das Kinder- und Jugendchorsingen statt, anlässlich des Jubiläums in Günzlhofen. Am Festwochenende (26. bis 28. Juni) sind ein Watt-Rennen, ein Festabend und -gottesdienst geplant. Mit einem Weinfest (26. September), der Veranstaltung „Bayerische Märchen“ mit Stefan Murr und Heinz-Josef Braun (8. November) und einem Adventssingen am 12. Dezember endet das Festjahr

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