Gedeiht prächtig: die Bienenblütenwiese am Altenheim Spielberg in Oberschweinbach.

Projekt gegen den Insektenrückgang

Auf dieser Wiese  fühlen sich die Bienen wieder wohl

  • schließen

Es brummt mächtig auf der Wiese hinter dem Altenheim in Spielberg. Ein Paradies für Insekten ist hier in den vergangenen Monaten entstanden. Denn eine speziell angesäte Bienen-Blütenwiese wurde hier angelegt.

Oberschweinbach –  Was für die Insekten überlebenswichtig ist, ist für Spaziergänger eine wahre Augenweide.

Hintergrund der Aktion ist der derzeit viel diskutierte Insektenrückgang – denn es gibt kaum noch blütenreiche Flächen als Nahrung für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Auf dem 6500 Quadratmeter großen Areal wurde im Mai das Saatgut ausgebracht. Mit einer Projektgruppe der Montessori-Schule in Günzlhofen hat Biologe Harald Rösch, der für das Projekt verantwortlich ist, angesät. Es wurden längs und quer Bahnen abgemessen und nach einer guten Stunde waren die Saatkörner ausgestreut. 100 Kräuter- und drei Gräser-Arten kamen zum Einsatz. „Das Besondere ist, dass es sich um Wildpflanzen handelt, die aus der Region stammen, also genau an die Bedingungen bei uns angepasst sind“, erklärt Rösch.

Zuvor hatte Gemeinderat und Landwirt Franz Neheider die Fläche umgeackert und aufgewalzt, damit der Boden entsprechend aufbereitet ist. Und dann hieß es warten. Zunächst auf den Regen, dann auf die ersten Sprösslinge, bis sich dann endlich ein Blütenmeer in seiner vollen Pracht entfaltet hatte. „Wir hatten Glück, dass es im Mai immer mal wieder leicht geregnet hat, das war perfekt“, freut sich Rösch. Zusätzliche Bewässerung war nicht nötig.

Besonders auffällig ist die hohe Dichte an Klatschmohn auf dieser Wiese. Auch Hornblumen, Margerite, Salbei und wilde Malve ist gewachsen. Rösch: „Es brummt und flattert und gibt kaum eine Blüte ohne Biene oder Schmetterling.“

Unterstützung für das Projekt gab es von Oberschweinbachs Bürgermeister Norbert Riepl. „Der Platz dort oben ist ideal geeignet.“ Der Rathauschef war überrascht, dass so kurz nach der Saat schon so viel blüht. „Wir haben eigentlich gedacht, dass es erst im zweiten Jahr soweit ist.“

Kosten sind keinerlei entstanden, denn das Saatgut wurde vom Netzwerk „Blühende Landschaft“ im Rahmen der Aktion „BienenBlütenReich“ gestellt. Wenn alles nach Plan läuft, wird es im nächsten Jahr sogar noch bunter auf der Wiese werden, denn viele der Pflanzen sind mehrjährig.

Die Wiese wird jetzt erst einmal lange in voller Blüte stehen gelassen und im Herbst abgemäht. Liegen lassen darf man die abgemähten Gräser und Blumen jedoch nicht, sonst wird der Boden zu nährstoffreich. Neu ansähen muss man indes auch nicht.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lachen macht das Bauernleben leichter
Trotz ernster Themen herrschte beim Kreisbauerntag im Mammendorfer Bürgerhaus beste Stimmung: Rund 200 Landwirte und viele Politiker waren gekommen, um die Rede von …
Lachen macht das Bauernleben leichter
69-Jähriger bei Unfall schwer verletzt - Polizei hilft mit herzergreifender Tat
Bei einem Unfall am Freitagmittag ist ein 69-Jähriger schwer verletzt worden. In dem Auto des Mannes fanden Polizisten und Helfer zwei Hunde. Die Beamten reagierten mit …
69-Jähriger bei Unfall schwer verletzt - Polizei hilft mit herzergreifender Tat
Kalender zu Grafraths Wirtschaften
13 Wirtschaften und Cafés hat Archivarin Christel Hiltmann für Grafrath nachweisen können. Sie fand also passend für den neuen Ortskalender für jeden Monat und das …
Kalender zu Grafraths Wirtschaften
Gaudi-Kunst im öffentlichen Raum: Das ist Hörbachs erster Zebrastreifen
Das schönste Dorf Oberbayerns war Hörbach schon einmal, jetzt gibt es dort sogar etwas, was normalerweise nur in Städten oder größeren Gemeinden mit viel Verkehr üblich …
Gaudi-Kunst im öffentlichen Raum: Das ist Hörbachs erster Zebrastreifen

Kommentare