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Am Donnerstag war der Bäckerwagen zum ersten Mal vor Ort. Nun kommt er dreimal die Woche nach Oberschweinbach, einmal nach Günzlhofen. 

In  Oberschweinbach

Bäckerwagen als einzige Nahversorgung

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Die Nahversorgung in Oberschweinbach ist an einem Tiefpunkt angelangt: Beide Dorfläden sind geschlossen. Wenigstens macht jetzt mehrmals die Woche ein Bäckerwagen Halt. Ein weiteres Problem aber bleibt: Der Pächter der Sportgaststätte hat hingeschmissen.

Oberschweinbach – Nur ein Jahr nach dem Start musste der „Viktualienstadl“, der Dorfladen in Spielberg, wieder schließen. Chefin Carmen Zeller-Rosenbaum blieb nichts anders übrig – zu unrentabel war das Geschäft. Auch der Gemischtwarenladen von Elfriede Wolf hat endgültig zu – die Chefin hat sich zur Ruhe gesetzt. Und nun hat auch die Sportgaststätte in Günzlhofen dicht gemacht. Der griechische Wirt ist nach eineinhalb Jahren weg. Die Gemeinde sucht nach einem neuen Pächter. Es gibt wohl bereits aussichtsreiche Verhandlungen.

Einkaufen in Oberschweinbach ist jedenfalls Geschichte. Ausnahmen sind Getränke Wolf und Neheiders Milchhäusl, in dem es auch Käse und Eier gibt.

Doch die Rettung kommt aus Friedberg (Landkreis Aichach-Friedberg): Ein Bäckerwagen macht Station in der Gemeinde. Die Bäckerei Scharold, die schon einige Orte in der Umgebung versorgt, fährt nun auch Oberschweinbach und Günzlhofen an.

„Wir werden in eine Schleife eingegliedert“, erklärt Bürgermeister Norbert Riepl. Der Rathauschef hat im Rahmen der Bürgermeister-Lehrfahrt im Sommer die Bäckerei besichtiget. Dabei lernte er die Scharolds kennen, Vater Richard und Sohn Rainer, die die Bäckerei in fünfter Generation betreiben. 1885 war sie gegründet worden, inzwischen gibt es 15 Filialen wie etwa in Ried, Kissing, Mering, Altomünster und Baindlkirch. Das Stammhaus befindet sich in Friedberg.

„Das ist echt klasse, dass es klappt. Die beiden waren für die Anfrage total offen“, berichtet Riepl. Dreimal pro Woche parkt der Wagen ab sofort in Oberschweinbach, einmal in Günzlhofen, jeweils am Maibaum. Vergangene Woche ging’s los.

Viel ist nicht los am Donnerstag am Maibaum in Oberschweinbach. Es ist 8 Uhr morgens. Da kommt er, der Bäckerwagen. „Hurra, der Bäck ist da“, steht auf dem Flyer. Anna Schmied, die Fahrerin und Verkäuferin, legt sofort los mit dem Verkauf. Und die Auswahl kann sich sehen lassen: Brezn, Semmeln, Baguette, Brot, Kleingebäck und sogar Kuchen hat sie dabei.

Für eine halbe Stunde ist Anna Schmied heute in Oberschweinbach. Sie war vorher schon in Aufkirchen und Unterschweinbach, jeweils für eine halbe Stunde. Samstags kommt der Bäckerwagen wieder, um 7.30 Uhr ist er in Oberschweinbach, macht danach die Runde über Aufkirchen, Stefansberg, Germerswang, Malching, Frauenberg und Oberweikertshofen – und kommt dann auch nach Günzlhofen (10 Uhr).

Versorgung aus dem Auto heraus – nichts Ungewöhnliches für kleinere Orte oder Ortsteile, in denen es sonst nichts gibt und wo andere Bäcker abwinken. Daher ist Bürgermeister Riepl froh, dass es so problemlos geklappt hat mit der Bäckerei Scharold und ihrem Wagen: „Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass es auch angenommen wird.“

Eine halbe Stunde Zeit zum Semmeln holen – viel ist das nicht. In manchen Orten sind es sogar nur 15 Minuten. „Aber keine Angst: Wir haben noch nie jemandem die Tür vor der Nase zugeschlagen“, beruhigt Verkäuferin Anna Schmied zwischen zwei Bedienungsvorgängen. „Das kriegen wir schon hin.“

Brezn, Semmeln, Brot

In Oberschweinbach ist der Bäckerwagen samstags ab 7.30 Uhr, dienstags ab 12 Uhr und donnerstags ab 8 Uhr; in Günzlhofen samstags ab 10 Uhr.

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