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Dieses Wappen wird wohl bald ausgedient haben (oben). Auf dem Logo prangt die Jahreszahl 1967 die VSST-Chef Michael Staudenmeir und die anderen Funktionäre in die Irre geführt hat.

Blamage in letzter Minute verhindert

Ein Jahr zu früh: VSST Günzlhofen stoppt Vereinsjubiläum

Das war knapp: Als der VSST Günzlhofen sein 50-jähriges Bestehen feiern wollte, sahen die Organisatoren, dass der Verein 1968 gegründet wurde – nicht 1967, wie es auf dem Logo steht.

Günzlhofen – „Die Feier ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben“, verspricht Präsident Michael Staudenmeir. In einer Woche hätte die große Sause steigen sollen. Doch als sich Georg Kühlmuß – beim VSST Günzlhofen zuständig für Geburtstage, Jubiläen und Ehrungen – jüngst an den Bayerischen Fußballverband (BFV) wandte und offizielle Nadeln und Urkunden für die Ehrung noch lebender Gründungsmitglieder beantragen wollte, kam das wahre Alter auf. Was aber auch heißt: Alle bisher gefeierten Jubiläen (15, 20 und 25 Jahre) wurden zu früh gefeiert.

Der VSST Günzlhofen ist nicht 50, sondern 49 Jahre alt

Den Beweis, dass der Sportverein erst 2017 50 Jahre alt wird, liefert ein Blatt aus der Chronik. Dort steht schwarz auf weiß – in altmodischen Schreibmaschinenlettern, dass die Gründung am 14. August 1968 beschlossen wurde. Die Genehmigung des Bayerischen Landessportverbandes datiert dann vom 28. August.

Doch offiziell eingetragen ist der VSST Günzlhofen beim Verband erst seit dem Jahr 1968. Demnach ist der Verein für Sport, Spiel und Theater erst 49 Jahre alt – kein Grund zum Feiern also. Die verfrühten Vorbereitungen sind ein echter Fauxpas. Staudenmeir: „Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll.“ Den Verband treffe natürlich keine Schuld. „Vielleicht hätte ich früher nachforschen sollen. Ich habe mich eben auf das Wappen verlassen.“ Denn dort steht groß die Jahreszahl 1967. Er nimmt das Ganze voll auf seine Kappe und verspricht: „Wir holen das Fest nächstes Jahr nach und zwar so wie er es für heuer schon geplant hatten.“ Staudenmeir weiter: „Ich muss dafür gerade stehen und entschuldige mich bei allen, die sich schon auf die Feier gefreut haben.“

Der Vorsitzende selbst ist Jahrgang 1971. Bei der Gründung des VSST war er noch gar nicht auf der Welt. Aus Erzählungen älterer Funktionäre weiß er, dass sich die zehn Gründungsmitglieder bereits im Jahr 1967 das erste Mal zusammengesetzt hatten. Ihr Ziel war es einen Sportverein aus der Taufe zu heben. Hermann Well, der verstorbene Schulleiter und Vater der Well-Geschwister, die mit der Biermöslblosn und Wellküren bekannt wurden, hatte das damals in die Wege geleitet. Das Stadion trägt deshalb seinenNamen.

„Die waren alle baff, als sie von der Sache gehört haben.“

„Die offizielle Gründungsversammlung mit Vereinssatzung war jedoch erst 1968“, erklärt Staudenmeir. Eingetragener Verein ist der VSST Günzlhofen seit 1975. Der eigens für die 50-Jahr-Feier gegründete Festausschuss des Vereins hatte sich Anfang 2017 an die Vorbereitungen gemacht. „Die waren alle baff, als sie von der Sache gehört haben“, so der VSST-Chef, dem im März 2018 auch noch Neuwahlen ins Haus stehen.

Laut Festprogramm war zum Jubiläum ein Festabend mit Ehrungen am Freitag, 14. Juli, geplant. Tags darauf ein Lebend-Kicker-Turnier, Beachvolleyball und abends sollte ortsansässige Band „Die Performer“ auftreten. Der Sonntag hätte mit einem Festgottesdienst begonnen und wäre mit einem Jugendturnier und einem Spiel der AH ausgeklungen.

Noch hatte sich der VSST in keine großen Unkosten gestürzt 

Das Fußball-Turnier der Jugendmannschaften findet trotz Absage des Jubiläums wie geplant statt. In große Unkosten hatte sich der VSST bei den Vorbereitungen glücklicherweise noch nicht gestürzt, denn auf denen würde er jetzt sitzen bleiben. Doch Plakate und Handzettel sind noch nicht gedruckt, Lebensmittel noch nicht eingekauft. Staudenmeir bewahrt vor diesem Hintergrund Zweckoptimismus: „Ein Großteil ist jetzt für das nächste Jahr schon vorbereitet und dann wird es noch viel schöner, unser Fest.“ Der Frage nach einer Änderung der Jahreszahl im Vereinslogo werde intensiv nachgegangen.

von Stephanie Hartl

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