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Der Stern ist schon mal gesichert, jetzt wird ein Glitzerkostüm gesucht: Valentin und Ludwig Marschner schauen sich um.

Im Pfarrheim in Günzlhofen

Kostüme ausgesucht, Krone aufgesetzt: Sternsinger bereit

  • VonStephanie Hartl
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Die Sternsinger ziehen am Sonntag, an Heilig-Drei-König, von Haus zu Haus. In Günzlhofen sind heuer fünf Gruppen unterwegs. Die Kinder und Jugendlichen, meist sind es Ministranten, sind schon ganz aufgeregt, dass sie in die Rolle von Kaspar, Melchior oder Balthasar schlüpfen dürfen.

Günzlhofen Dort wo sonst Chorproben stattfinden, der Kleinkindergottesdienst zelebriert oder Geburtstage gefeiert werden, herrscht an diesem späten Donnerstagnachmittag geschäftiges Treiben. Zwischen den Kleiderständern mit den prächtigen Gewändern, manche mit Fell besetzt, huschen eifrig Buben und Mädchen herum. Hier und da wird etwas anprobiert, und dann das passende Gewand ausgewählt, nachgeschaut, ob der Kopfschmuck noch intakt ist und die letzten Anweisungen erteilt. Nach knapp 30 Minuten ist wieder Ruhe eingekehrt. Die Anprobe der Sternsinger ist geschafft.

Ganz wichtig ist, dass das Gewand lang genug ist – sonst zieht es von unten. Das wissen die erfahrenen Ministranten; die Neulinge, die heuer das erste Mal als Sternsinger unterwegs sind, nicken. Sophie Keitel (12) ist eine von den Neuen. Sie ministriert seit ihrer Kommunion, bisher war meistens die ältere Schwester Lena (16) als Sternsinger unterwegs. Sophie darf heuer den Balthasar mimen.

Ein alter Hase ist Valentin Marschner (9). „Ich bin heuer schon zum dritten Mal der Kaspar.“ Den Text kann er noch auswendig, ebenso wie sein Bruder Ludwig (11), der auch wieder dabei ist. Die beiden Schwestern der Buben, Sophie (12) und Lili (7), ziehen heuer ebenfalls wieder los, die vier sind in einer Gruppe.

Von den insgesamt 23 Ministranten, die es in Günzlhofen derzeit gibt, sind wieder etliche als Sternsinger dabei, aber nicht ausschließlich. „Das ist bunt gemischt bei uns“, berichtet Pfarrgemeinderatsvorsitzende Steffi Gamperling.

Der Kopfschmuck sitzt: die zwölfjährige Sophie Marschner mit der 21-jährigen Anna Gamperling.

Bevor alle Kinder wieder aus dem Pfarrheim verschwunden sind, gibt es noch mehrmals den Hinweis: „Sonntag pünktlich um viertel vor acht.“ Denn die Kostüme werden noch vor Beginn der Kirche angezogen. Nach dem Gottesdienst werden die Sternsinger ausgesandt und ziehen in der Gemeinde von Haus zu Haus. Sie tragen ein Gedicht vor. Jeder König und der Sternträger sagt ein paar Sätze. Dazu gibt es Weihrauch – auf Wunsch auch im Haus –, und auf die Haustür wird außen C+M+B sowie die Jahreszahl 2019 geschrieben – mit geweihter Kreide. Die Buchstaben CMB stehen für „christus mansionem benedictat“, das bedeutet: Christus, segne dieses Haus.

Anna (21) und Marie Gamperling (20) sind schon lange Ministranten und seit über zehn Jahren Sternsinger. Die beiden bilden heuer mit zwei weiteren Oberministranten eine eigene Gruppe. Der Text, den sie aufsagen, sitzt allerdings noch nicht so ganz. Aber das wird, da sind die Schwestern zuversichtlich. Und falls einem gar nichts mehr einfällt, kann man zur Not auch beim Sternträger spicken: Der hat auf der Rückseite des Sterns die ganzen Texte.

Die Sätze sind oft vorzutragen. „Da muss man aufpassen, dass man nicht irgendwann anfängt, das nur noch runter zu leiern“, sagt Sophie Marschner.

Bei der Aktion ist aber auch der soziale Gedanke sehr wichtig: Es wird Geld gesammelt. Die Sternsingeraktion ist die größte organisierte Hilfsaktion von Kindern für Kinder. In Günzlhofen konnten die Sternsinger im Vorjahr 3600 Euro beitragen.

Für die fleißigen Sternsinger, die oft stundenlang unterwegs sind, gibt es mittags eine Pause im Pfarrheim, wo traditionell Spaghetti warten. Und als kleines Zuckerl gibt es eigentlich in jedem Haus neben der Spende Süßigkeiten für die Sternsinger.

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