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Günzlhofen

In St. Margareta wird ein neuer Altar geweiht

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Dem Pfarrverband Glonnauer Land steht ein seltenes Großereignis bevor, das nur alle paar 100 Jahre stattfindet: Die Kirche St. Margareta in Günzlhofen bekommt knapp eineinhalb Jahre nach der abgeschlossenen Renovierung einen neuen Altar. Zur Weihe kommt Bischof Bernhard Haßlberger.

GünzlhofenDer jetzige Altar in der Günzlhofener Kirche besteht nur aus Restteilen einer ehemaligen Kommunionsbank, ist also ein Provisorium und nicht geweiht, wie Mesner Josef Hörmann erläutert. Durch die Lithurgie-Reform im Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) wurde festgelegt, dass der Priester nunmehr dem Volk zugewandt die Messe zelebrieren solle – und nicht wie bisher am Hochaltar mit dem Rücken zu den Menschen. Zudem sollte der Opfertisch freistehend sein, sodass er umschritten werden konnte. Ab diesem Zeitpunkt sollte der Volksaltar – im Gegensatz zum Hochaltar – der Mittelpunkt der Kirche sein. In der Folge der Reform wurde in St. Margareta eben die alte Kommunionsbank als Volksaltar aufgestellt.

Deren Tage sind nun gezählt. Der bisherige Volksaltar wird in die Klosterkirche nach Spielberg versetzt. St. Margareta bekommt einen „echten“ und geweihten Volksaltar.

Während der Weihbischof einige Altarweihen pro Jahr vollzieht, ist das Ereignis hier im Pfarrverband auch für Pfarrer Josef Heiß eine Premiere. „Das ist keine alltägliche Angelegenheit“, sagt er. Und zudem eine, die ein hohes Maß an Vorbereitung und Organisation für den speziellen Gottesdienst erfordert. 26 Seiten lang ist der Ablauf der Vorschriften, was genau und wann ausgeführt werden muss. Extra für die Weihe gibt es eine Stellprobe, damit alle Bescheid wissen und ihre Aufgaben erfüllen können. Der Sekretär des Weihbischofs kommt ebenfalls dazu.

Bei der Altarweihe werden unter anderem die Reliquien – in Günzlhofen sind es Gebeine von Otto, dem Bischof von Freising (1125-1158) – in den Altar eingesetzt, es wird das Weihegebet gesprochen und der Altar mit Chrisam gesalbt. Diese Aufgaben darf nur ein Weihbischof vollziehen. Haßlberger ist das seit 1994 im Erzbistum München und Freising.

Nach der Generalsanierung der Kirche waren einige 10 000 Euro übrig. Und so entschloss man sich laut Kirchenpfleger Hans Hartl, Geld in einen neuen Altar und einen dazu passenden Ambo, also ein Lesepult, zu investieren.

Es gab etliche Vorschläge, wie der neue und erste geweihte Volksaltar für St. Margareta aussehen könnte. Dann folgten Angebote, Entwürfe und Materialmuster. Am Ende, nach etlichen Beratungen mit Vertretern von Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat, Mesner und Pfarrer, Fachleuten sowie Vertretern des Bau- und Kunstreferats des Ordinariats, entschloss man sich für den Entwurf des Architekten Guido Sonanini.

Der legte den Schwerpunkt darauf, dass der neue Altar „nicht in Konkurrenz mit dem Bestand treten solle“. Der zentrale Ort des Wortgottesdienstes solle durch die eigene Wertigkeit definiert werden, beschreibt der Architekt seine Arbeit im Pfarrbrief. „Der Blick sollte auf den Volksaltar gerichtet sein, der durfte aber nicht zu dominant und übergreifend gegenüber den anderen kirchlichen Gegenständen sein“, ergänzt Hans Hartl.

Dann machte sich Hans Guggenberger aus Tirol ans Werk. Der bekannte Steinmetzmeister und Kunstschmied hatte mit diesem Altar sein 75. Stück hergestellt. „Einzigartig in ganz Europa“, wie der 69-Jährige stolz sagt.

Der Stein ist dunkelgrauer Basalt aus dem Rheinland, echtes Blattgold verziert den Opfertisch. Knapp 100 Arbeitsstunden stecken in dem Altar, der in einigen Stunden aufgebaut war. Nun muss er noch geweiht werden.

Weihbischof Bernhard Haßlberger schreibt dazu im Vorfeld des Großereignisses: „Der Altar ist in einer Kirche immer etwas ganz Besonderes.“ Er sei „nicht einfach ein Stück Holz oder Stein, sondern ein Symbol für Christus selbst“.

Gottesdienst

Die Altarweihe findet am heutigen Samstag, 22. Dezember, in der Kirche St. Margareta in Günzlhofen statt. Beginn: 18 Uhr.

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