Franz Vöst verstarb im Alter von78 Jahren.

Nachruf

Der Jagerbauer – ein Dorf verabschiedet sich von einem Urgestein

Viele Ortler nannten ihn gemäß dem Hofnamen seines Anwesens einfach „den Jagerbauer“. Schließlich war Franz Vöst ein echtes Urgestein in seinem Heimatort. 

Oberschweinbach – In Oberschweinbach erblickte er das Licht der Welt, und hier schloss er für immer die Augen: Franz Vöst starb Anfang Februar völlig unerwartet im Alter von 78 Jahren. Um ihn trauern seine Ehefrau Luise und die vier Kinder mit ihren Familien.

„In der Nacht bekam er plötzlich Atemnot, die sich so dramatisch verschlimmerte, dass die herbeigerufene Hilfe zu spät kam“, erzählt die Tochter des Verstorbenen, Kornelia Schromm. 1962 heiratete Franz Vöst und übernahm die elterliche Landwirtschaft. Ab 1974 betrieb das Paar den Hof im Nebenerwerb. Der Mann begann seine zweite berufliche Tätigkeit als Schweinezuchtberater und war später im Außendienst im Bereich der Vieh- und Fleischvermarktung tätig.

Aus seinem Heimatort war Franz Vöst nicht wegzudenken. Er engagierte sich 30 Jahre lang bei der Freiwilligen Feuerwehr in unterschiedlichsten Ämtern – als Maschinist, als erster Kommandant und zweiter Vorsitzender. Im Jahr 2000 wurde er wegen seiner langjährigen Verdienste um die Wehr zum Ehrenkommandant ernannt. In seinem Wirken setzte er sich immer auch für die Feuerwehrjugend ein. „Und zu jeder Übung, zu jedem Einsatz, zu jeder Leistungsprüfung fuhr er mit seinem ‚Charly’, seinem Ferguson-Bulldog. „Später kutschierte er damit oft seine Enkelkinder“, erinnert sich die Tochter.

Darüber hinaus saß Franz Vöst von 1966 bis 1990 im Gemeinderat, war sechs Jahre als Bürgermeister-Stellvertreter und sechs Jahre als Gemeindekassenverwalter aktiv. Zudem war er 16 Jahre lang Vorsitzender der Gemeinschaftsjagd Oberschweinbach, zwei Jahrzehnte lang Kreisvorstandsmitglied im Bayerischen Bauernverband und Ortsobmann.

Doch damit nicht genug, denn die Familie ging ihm über alles: „Er genoss die Zeit mit seinen sechs Enkeln und war immer für sie da“, erinnert sich seine Familie. Als leidenschaftlicher Fußballfan schlug sein Herz für den TSV 1860 München und für den VSST Günzlhofen – er verpasste kaum ein Spiel des Heimatvereins, analysierte im Nachgang jede Partie und kümmerte sich darüber hinaus auch um die Pflege des Fußballplatzes. Dafür wurde er mit dem Ehrenzeichen in Silber des Bayerischen Landessportverbandes geehrt.

Seiner Familie bleibt er als unermüdlicher Kämpfer in lieber Erinnerung: Als einer der mit Herzblut, aufrichtig und unbeirrt für eine Sache kämpfte und sich nicht verbiegen ließ. „Unser Papa hatte auch ein unwahrscheinliches Gedächtnis, war ein wandelndes Lexikon und er konnte Begebenheiten aus dem Landkreis Bruck detailliert wiedergeben“, weiß die Tochter. Eine letzte Herzensfreude wurde ihm mit der Geburt des ersten Urenkels am Heiligabend 2017 geschenkt. Damit hat sich ein neuer Lebenskreis geöffnet, seiner hat sich nun geschlossen. (akk)

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