Baubeginn verzögert sich

Kloster-Umbau kommt noch teurer

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Der Umbau im Obergeschoss des Rathauses auf dem Klostergut in Spielberg wird nochmal knapp 100 000 Euro teurer als geplant. Damit liegen die Kosten nun bei über einer Million Euro.

Oberschweinbach – Den ersten Stock will die Gemeinde wie berichtet zu Wohneinheiten umbauen. Diese wird das benachbarte Altenheim Casa Reha anmieten, um dort Pflegepersonal unterzubringen. Das Obergeschoss kann man aber nicht losgelöst vom Erdgeschoss sanieren, wie der Gemeinderat nun in der Sitzung vom Fachmann erfuhr. „Das komplette Wasserleitungsnetz im Haus ist in einem maroden Zustand“, erklärte Manfred Kraus, Geschäftsführer von Getech, einer Planungsgesellschaft für Gebäudetechnik. Eine Kernsanierung muss gemacht werden in Bezug auf Trinkwasser, Abwasser und Heizung.

„Es erwartet uns viel zusätzliche Arbeit im Erdgeschoss“, so Bürgermeister Norbert Riepl (DG/CSU). Die uralten Leitungen müssen im gesamten Gebäude erneuert werden. Der Bauausschuss hatte das Thema schon vorberaten und sich einstimmig dafür ausgesprochen. „Leider wird es teurer, aber bei so einem historischen Gebäude eine solche Umbaumaßnahme vorzunehmen, kostet richtig Geld“, so Riepl weiter. „Aber jetzt werden die Zahlen konkreter.“ Mit weiteren großen Überraschungen müsse man jetzt eigentlich nicht mehr rechnen, was die Substanz des Gebäudes betrifft.

Denn die Gemeinde hat bereits einige Gutachten machen lassen über den Zustand des Rathauses. Etwa wurde eine eventuelle Asbesthaltigkeit geprüft. Hierzu sagte Architektin Annette Primpke: „Asbest haben wir aber nicht.“ Andreas Marschner (BV Günzlhofen) erkundigte sich, ob noch weitere Gutachten machbar seien, damit man vor weiteren Überraschungen sicher sein könne. „Da gibt es nichts, was man noch zusätzlich voruntersuchen könnte“, meinte die Architektin.

Johannes Heitler (DG/CSU) erkundigte sich nach einem möglichen Baubeginn. Man hatte ursprünglich gehofft, noch vor der Sommerpause mit der Ausschreibung beginnen zu können, antwortete Riepl. „Wir haben aber noch kein Signal vom Landratsamt, also dürfte das eher unrealistisch sein.“ Die Baugenehmigung liegt noch nicht vor. Theoretisch könne man auch im November beginnen, ergänzte Primpke – dann eben beispielsweise mit der Renovierung der barocken Innentüren.

Die Komplett-Sanierung der Leitungen im Erdgeschoss wird voraussichtlich fünf Wochen dauern. Das könne dann aber nicht im Winter gemacht werden, denn Gemeindeverwaltung und Abwasserzweckverband befinden sich bekanntlich mit ihren Büros im Erdgeschoss. Insgesamt schätzt die Architektin, dass der Umbau – gerechnet ab Baubeginn – ein dreiviertel Jahr dauern wird.

Franz Neheider (Dorf mit Zukunft) betonte, er habe „Bauchweh bei dieser Summe“. Davon könne man auch einen Neubau hinstellen. Dem stimmte Riepl zu, erinnerte jedoch daran, dass die Gemeinde verpflichtet sei, ein historisches Gebäude zu erhalten. „Irgendetwas müssen wir machen, gerade beim Thema Brandschutz erfüllen wir dann endlich die Auflagen.“

Über die Option einer nachhaltigen Nutzung – Casa Reha will die Wohnungen für mindestens zehn Jahre anmieten – könne man froh sein, denn alle bisherigen Pläne hatten sich unter Riepls Vorgängern schon zerschlagen. Am Ende votierte das Gremium einstimmig für die Auftragserweiterung beim Umbau. Damit kostet der Umbau nun voraussichtlich insgesamt 1,08 Millionen Euro.

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