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Er bleibt dem Förderverein Klosterhof Spielberg verbunden, tritt aber künftig kürzer: Gründer Hans Hartl (74).

14 Jahre lang Vorsitzender

Kloster-Kämpfer tritt in die zweite Reihe

14 Jahre lang war Hans Hartl Vorsitzender des Fördervereins Klosterhof Spielberg. Nun verabschiedet er sich aus dem Amt. Im Gespräch mit dem Tagblatt blickt er zurück.

Oberschweinbach – Als die Franziskaner-Schwestern zu Beginn der Jahrtausendwende Spielberg verließen und in ihr Mutterhaus Kloster Reutberg zurückkehrten, gab es viele Interessenten für das etwa 70 000 Quadratmeter große Klosterareal. Schließlich erhielt die Gemeinde den Kaufzuschlag.

Doch die darauf stehenden Gebäude wie die Kapelle St. Kajetan waren in die Jahre gekommen und standen zudem – anders als jetzt – nicht unter Denkmalschutz. Weil er deswegen akuten Handlungsbedarf sah, gründete Hans Hartl im Dezember 2002 den Förderverein Klosterhof Spielberg, der zu Beginn 65 Mitglieder zählte.

Kapelle damals als Gartenhaus genutzt

Für ihn, der in Spielberg seine Heimat hat und der bis zu seinem 19. Lebensjahr im Kloster ministrierte, war das eine Herzensangelegenheit. „Ich hatte in diesem Jahr einen runden Geburtstag und habe mir statt Geschenke Geld gewünscht, das ich für den Förderverein hergenommen habe.“

Fast 15 Jahre später gehören dem Förderverein, der 2012 mit der Bayerischen Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet wurde, 165 Mitglieder an. In mühevoller Arbeit haben die Ehrenamtlichen über die Jahre hinweg sanierungsbedürftige Objekte wie die Remise, die Kapelle und das Benefiziatenhaus neu hergerichtet. „Die Remise war nicht mehr als ein Wagen- und Unterstellschuppen, das Benefiziatenhaus diente als Lagerraum und Werkstatt vom Klosterhausmeister“, erinnert sich Hartl. Und die Kapelle sei als Gartenhütte genutzt worden. Kirchliche Veranstaltungen hätten damals nicht stattgefunden.

Heute wieder rauschende Feste aus dem Klostergelände

Heute ist alles anders. Es finden wieder Hochzeiten in der Kirche statt, die Remise wird von Einheimischen und Auswärtigen für Veranstaltungen gebucht. Zudem werden mittlerweile im Klosterhof jedes Jahr große Feste gefeiert wie am Tag des offenen Denkmals im September.

Der Weg, all das zu realisieren, sei nicht immer leicht gewesen, verrät der 74-jährige Altbürgermeister (1978 bis 1990). Vor allem die Finanzierung der mittlerweile rund eine Million umfassenden Baukosten inklusive Außenanlagengestaltung rief anfangs auch Kritiker auf den Plan. „Einige haben mit Schrift und Parolen versucht, das zu verhindern.“

Kritiker im Laufe der Zeit fast verstummt

Beinahe hätte es sogar ein Bürgerbegehren gegeben. In dieser Phase half Hartl seine Freundschaft zum ehemaligen Staatsminister Thomas Goppel. Dieser setzte sich dafür ein, dass das Klosterareal erhebliche Zuschüsse aus dem Bayerischen Entschädigungsfonds für denkmalpflegerische Maßnahmen erhielt. Darüber hinaus profitierte der Förderverein neben Gemeindezuschüssen auch von der Städtebauförderung.

Nicht überraschend wurden daher die Kritiker im Laufe der Jahre schnell weniger. Dass mittlerweile einige von ihnen sogar ihren Geburtstag im Bürgerstadel feiern, sei für ihn das größte Geschenk und auch ein Stück weit Genugtuung, erzählt Hartl.

Hans Hartl bleibt dem Förderverein treu

Nachdem er im Sommer letzten Jahres einen „gesundheitlichen Warnschuss“ bekam, will der 74-jährige Altbürgermeister in Zukunft etwas kürzer treten und sich mehr seinen Hobbys wie dem Joggen und Radfahren widmen. Doch ganz lässt ihn das Ehrenamt nicht los. Neben seiner Tätigkeit als Kirchenpfleger in Günzlhofen bleibt er auch dem Förderverein als Beisitzer erhalten.

Aber bange um dessen Fortbestand ist ihm ohnehin nicht. Der neue Vorsitzende Marc Koch habe ein Gespür für alte Sachen, so Hartl. So ist er zuversichtlich, dass Projekte wie der Ausbau des Stadl-Obergeschosses und die Sanierung des ehemaligen Pferdestalls auf der Westseite in naher Zukunft realisiert werden können.

Die neue Spitze

In der Jahresversammlung des Fördervereins Klosterhof Spielberg wurde jüngst Marc Koch zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der hauptberuflich als Förster im Staatsdienst tätige Koch fungierte bereits die vergangenen beiden Jahre als Stellvertreter Hans Hartls. Künftiger Stellvertreter ist Innozenz Heiß. 

Des Weiteren wurden gewählt: Lucia Wurstbauer und Harald Rösch als 1. und 2. Schriftführer, Jens Poppe und Werner Jäger als 1. und 2. Schatzmeister, Marianne Jäger und Sabine Dommermuth als 1. und 2. Kassenprüfer, Hans Hartl, Holm Keller, Heide Göbel, Uschi Eiss, Christian Denneler, Markus Zifreund, Michael Wolf und Thomas Reilich als Beisitzer sowie Robert Dobner als Pressereferent und Anni Steber als Mesnerin für St. Kajetan. Im Rahmen der Versammlung wurde Hans Hartl zum Ehrenvorsitzenden ernannt. „Es ist mir eine ganz besondere Freude, dass meine Arbeit vom Förderverein anerkannt wurde“, so Hartl.

Sebastian Öl

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