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Der Bus hält in Spielberg nur, wenn der Fahrgast das ausdrücklich wünscht. 

Spielberg in Oberschweinbach

Altenheim am Berg: Bus nur auf Anfrage

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Von 137 Betten im Altenheim in Spielberg sind trotz großer Nachfrage nur 98 belegt. Ein Problem ist der Mangel an Pflegekräften – und die Busverbindung. Das jedenfalls sagt die Casa-Reha-Leiterin Daniela Viertel, die das Problem auf Tagblatt-Nachfrage schildert.

Spielberg – Bis Mammendorf sei die Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit denen Pflegekräfte zum Arbeitsplatz fahren können, noch ideal. Von dort aus mit dem Bus nach Spielberg bei Oberschweinbach – da aber werde es eng. Ein Teil des Problems: Wenn ein Fahrgast nicht ausdrücklich darum bittet, dass er nach Spielberg wolle, dann lasse der Busfahrer die Haltestelle einfach links liegen.

Das Problem liegt auch im Drei-Schicht-System im Altenheim: Wer Spätschicht bis 22 Uhr hat, habe praktisch keine Chance mehr auf einen Bus. Und wer um 6.30 Uhr da sein müsse – für den werde es auch kritisch.

Schlechte Verbindungen auch nach Dachau

Natürlich sei der Pflegemangel ein allgemeines Problem, das eben auch Casa Reha trifft. In Spielberg werde das Problem aber durch die Lage im ÖPNV noch verschärft. „Selbst wenn jemand bei uns arbeiten wollte, könnte er nicht.“ Dabei geht es vor allem um Pflegehilfskräfte, nicht um examinierte Pfleger. Denn Fachkräfte bekommen ein Auto gestellt. Gerade die Verbindungen nach Bruck oder Dachau seien schlecht.

Im Hinterkopf hat die Casa-Reha-Leiterin auch die Idee von Heike Themel aus Moorenweis. Die Unternehmerin betreibt Ferienwohnungen und möchte Pflegekräfte beispielsweise in Rumänien finden, um sie in Moorenweis wohnen zu lassen. Von Moorenweis nach Spielberg? Da fahre man eineinhalb Stunden durch die Gegend, sagt Daniela Viertel (50), die sich bereits ans Landratsamt gewandt hat. Dort fühlt sie sich allerdings allein gelassen.

Wenige Minuten mit großer Wirkung

Hermann Seifert von der ÖPNV-Stabsstelle im Landratsamt ist das Thema bekannt. Zentrales Problem: Spielberg liegt wie der Name schon sagt auf einem Hügel, der für Busse gewisse Konsequenzen hat. Nach einer Begehung habe man sich darauf geeignet, dass der Bus von Mammendorf kommend den Hügel hinauffährt, aber nicht Richtung Günzlhofen wieder hinunter, weil das (gerade in der kalten Jahreszeit) zu schwierig wäre. Stattdessen dreht er oben um und fährt den Hügel Richtung Mammendorf wieder hinunter. Der Bus verliert dadurch unter Umständen für nur wenige oder gar keinen Fahrgast einige Minuten, die sich auf die weitere Strecke zwischen S4 und S3 über Tegernbach und Haspelmoor mit diversen Anschlüssen auswirken.

Also fand man eine Lösung: Wenn ein Fahrgast wirklich nach Spielberg will, muss er das beim Einsteigen beim Busfahrer anmelden. Wenn niemand laut gibt, fährt der Bus unten vorbei. In der Gegenrichtung fährt der Bus den Hügel erst gar nicht hinauf. Heißt: wer von Spielberg weg will, muss den Hügel zur Haltestelle hinuntergehen.

Derzeit Baustelle

Insgesamt entstehe diese Lösung aus einer Abwägung heraus: Es besteht die Gefahr, dass einige wenige Menschen profitieren, sehr viele andere Fahrgäste aber Nachteile daraus haben. Diese Regelungen gelten im Normalbetrieb, der wieder einsetzt, wenn die aktuelle Baustelle erledigt ist.

Wie Seifert erzählt, gebe es die Überlegung, nach einer neuen Ausschreibung der Linie den Takt untertags zu verdichten. Außerdem habe es vor zwei Jahren schon eine Ausweitung der Linie gegeben, so dass man um 22.30 Uhr Oberschweinbach noch verlassen kann. Für die Zeit danach gebe es den Rufbus. Insgesamt gelte: Wenn klar wird, dass bestimmte Halte verstärkt genutzt werden, dann muss man nachdenken.

Daniela Viertel hofft nun auch auf die fünf Wohnungen, die die Gemeinde baut und die Casa Reha ab Mai mieten will. Das aber reiche nicht aus. „Niemand nimmt das Problem ernst. Dabei geht es auch um Senioren von hier aus dem Ort.“

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