Einer der beiden Plätze des VSST Günzlhofen. Wer zahlt was für die Pflege? Darüber ist im Gemeinderat Oberschweinbach lange diskutiert worden.
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Einer der beiden Plätze des VSST Günzlhofen. Wer zahlt was für die Pflege? Darüber ist im Gemeinderat Oberschweinbach lange diskutiert worden.

Diskussion im Gemeinderat

Sportverein will Mäh-Roboter: Doch Chefs sind sich nicht grün beim Thema Rasenpflege

  • vonStephanie Hartl
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Wer muss was zahlen für die Pflege der beiden Rasenplätze des VSST Günzlhofen? Über diese Frage hat der Gemeinderat Oberschweinbach lange diskutiert. Bis ein Kompromiss gefunden war, wurde mit harten Bandagen gekämpft.

Oberschweinbach – Ausgangspunkt der Debatte war ein Antrag von VSST-Chef Mario Küpper, der für die CSU/Dorfgemeinschaft im Gemeinderat sitzt. Er hatte für den Verein vorgebracht, dass man für die Platzpflege Mähroboter kaufen wolle. Bisher wird das Grün mit einem Aufsitz- und einem Spindelmäher kurz gehalten. Doch beide Maschinen sind etliche Jahre alt, die Reparaturanfälligkeit ist stark gestiegen. Zudem, so Küpper, werde es immer schwieriger, jemanden zu finden, der die Plätze zwei- bis dreimal die Woche mäht.

Daher der Vorschlag, Mähroboter zu kaufen. Dann bräuchte man kein Personal. Wartung, Pflege der Maschinen, Strom und Reparaturen würde der VSST tragen, ebenso wie die teure Versicherung gegen Diebstahl, Vandalismus oder Umweltschäden. Laut Küpper liegt die Lebensdauer der Roboter bei über 20 Jahren. Küpper: „Somit kommen außer der Anschaffung langfristig keine weiteren Kosten auf die Gemeinde zu.“ Andere Sportvereine hätten mit Mährobotern gute Erfahrungen gemacht. Er nannte als Beispiele Überacker und Oberweikertshofen.

„Für beide Plätze ist permanente Pflege notwendig. Und mit 500 Euro kriegst du nicht mal einen Platz gedüngt“, Mario Küpper, VSST-Chef und Ratsmitglied.

Das Ergebnis der hitzigen Debatte war dann: Die Gemeinde kauft für den VSST vier Mähroboter für insgesamt 18 400 Euro.

Die Hintergründe sind kompliziert. Die Pflege der beiden Plätze obliegt dem VSST Günzlhofen, geregelt in einem Platzpflegevertrag zwischen Gemeinde, Sportverein und Montessori-Schule. Für die Pflege bekommt der Verein jährlich 3700 Euro. Diese Summe teilen sich zu gleichen Teilen Gemeinde und Montessori-Schule, die die Plätze mit benutzt.

In der Diskussion sagte Bürgermeister Norbert Riepl (CSU/DG), man habe wegen des Antrags viel gerechnet. Denn die Kommune habe pandemiebedingt „ein massives Defizit im Verwaltungshaushalt“. Riepl brachte deshalb mehrere Varianten ins Spiel, wie das Projekt realisiert werden könnte. Die Zahlenspiele reichten von der Version, in der die Gemeinde alles zahlt und auch künftig für die Platzpflege aufkommt, bis zu der Idee, dass der Verein die Geräte alleine finanzieren muss. Riepl schlug vor, die jährliche Zahlung an den VSST für die Platzpflege zu reduzieren: „Denn die Person, die mäht, fällt ja dann weg.“ Er schlage vor, den Jahresbetrag von 3700 auf 1000 bis 2000 Euro zu senken.

Küpper betonte, dass für beide Plätze permanente Pflege notwendig sei. „Und mit 500 Euro kriegst du nicht mal einen Platz gedüngt.“ Zudem müssten beide Anlagen, die 15 000 Quadratmeter umfassen, jeweils achtmal gewässert werden. Neben dem Düngen sei eine Nachsaat notwendig, alle zwei Jahre müsse auch gesandet werden. Knapp 7600 Euro koste die Pflege in etwa jährlich.

„Wenn ich den Anspruch auf einen tollen Platz habe, muss ich mir das auch leisten können“, Norbert Riepl, Rathauschef Oberschweinbach.

Man dürfe sich aber so etwas nicht von den Bürgern der Gemeinde finanzieren lassen, fand Riepl: „Wenn ich den Anspruch auf einen tollen Platz habe, muss ich mir das auch leisten können.“ Küpper hielt dem entgegen, dass mit dieser Anschaffung für „20 Jahre Ruhe ist, wenn die Beschaffenheit der Plätze so bleibt“. Ludwig Högenauer (CSU/DG) meinte: „Wir sollten froh sein, dass das für 3700 Euro jährlich erledigt wird.“

Franz Neheider (CSU/DG) riet eindringlich zu einer „Miteinander-Lösung statt Konfrontation“. Der Sportverein leiste enorm viel an Jugendarbeit. Hardy Richard (CSU/DG) nannte die Diskussion „befremdlich und beschämend“. Man rede ja nicht über eine monatliche Summe, die nicht tragbar wäre. „Wir leisten uns ja auch andere Sachen wie im Kloster und beim Außenbereich der Wirtschaft“, ergänzte Dritter Bürgermeister Lutz Rosenbaum (CSU/DG). „Unsere Vereine haben einen hohen Stellenwert in der Gemeinde.“

Riepls Antrag, den Jahreszuschuss auf 2000 Euro zu senken, fiel durch. Er wird nur auf 3250 Euro reduziert. Und man einigte sich darauf, dass die Gemeinde die Mähroboter kauft.

Investitionskostenzuschüsse an Vereine

Im Rahmen der Diskussion um den Antrag des VSST hatte Bürgermeister Norbert Riepl vorgeschlagen, dass der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss fasst, wie man künftig mit Anträgen der Ortsvereine auf Investitionskostenzuschüsse umgeht. Die Gemeinde solle sich bis maximal 40 Prozent an nicht förderfähigen Kosten beteiligen, sofern dies finanziell machbar sei. Lutz Rosenbaum (CSU/DG) fragte sich, „ob so etwas notwendig ist“. Franz Neheider (CSU/DG) riet dazu, „flexibel zu bleiben“. Am Ende wurde von 40 auf 50 Prozent erhöht – und der Vorschlag Riepls mit 8:5 Stimmen angenommen.

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Von Stephanie Hartl

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