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Kegelgesellschaft im Hof der Gastwirtschaft: Dieses Foto ist 1926 entstanden.

Sie klopften an jede Haustür

Räuber Kneißls Lokal, alte Klassenfotos und Postkarten - Chronisten nehmen Dorfgeschichte unter die Lupe

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Chronisten haben für die Ortsgeschichte von Spielberg, Oberschweinbach und Günzlhofen an jede Haustür geklopft und quasi jeden Stein umgedreht - das Ergebnis ist die „Häuserchronik“.

  • Der Legende nach kehrte der berüchtigte Räuber Kneißl in das alte Gasthaus in Oberschweinbach ein.
  • Diese und andere Infos über Oberschweinbach bietet die neue Häuserchronik.
  • Der Verkauf des Buches ist allerdings zeitlich begrenzt.

Oberschweinbach – Es ist verheißungsvoll, was Bürgermeister Norbert Riepl im Vorwort verspricht: eine Lese- und Bilderreise durch die Geschichte des Ortes. Die Chronik weckt Erinnerungen an längst vergangene Zeiten und an Gebäude, die es gar nicht mehr gibt.

Da wäre zum Beispiel die Alte Wirtschaft im Ort. Sie wurde in den 1850er-Jahren erbaut. Der Legende nach soll hier einst sogar der Räuber Kneißl eingekehrt sein. Trotz dieser prominenten Kundschaft musste das Gasthaus 1988 endgültig schließen. 2005 wurde das Haus dann abgerissen. Heute stehen dort, wo früher wild gefeiert wurde, Wohnhäuser.

Der alte Gemischtwaren-Laden

Ebenfalls geschlossen ist der Gemischtwarenladen Wolf, den gebürtigen Oberschweinbachern besser als „Kreill“ bekannt. Der Name stand seit 1909 für den Laden, als ein Metzger namens Johann Kreill ihn kaufte. Dessen Tochter Elise heiratete später einen Gastwirtssohn aus Osterholzen bei Egenburg. Dessen Name: Michael Wolf. 1928 erfolgte die Übergabe an die nächste Generation. Der Name Kreill ist bis heute ein Begriff im Ort, auch wenn der Laden längst geschlossen hat.

Fakten zum alten Schulhaus

Zum ehemaligen Schulhaus in Günzlhofen sind in der Chronik viele Fakten, Baupläne und alte Klassenfotos zu finden. Die Lehrer sind aufgelistet, zahlreiche Unterlagen dokumentieren die baulichen Veränderungen des Jahres 1846 sowie den Abbruch 1887. Das neu errichtete Gebäude wurde 1967 verkauft und zu zwei Wohneinheiten umgebaut.

Insgesamt hat die Chronikgruppe 105 Anwesen im Gemeindegebiet aufgelistet. Fast alle Aufnahmen sind in dieser Form bisher unveröffentlicht, wie die Lektoren in ihrem Vorwort schreiben. Bislang waren sie als Familienschatz gut und sorgsam gehütet worden. Nun kann das ganze Dorf teilhaben an der Reise in die Vergangenheit, die umso lebendiger werden konnte, da so viel Herzblut und Arbeit in das Werk gesteckt wurden.

Die Arbeit der Chronisten

Die Mitglieder der Chronikgruppe klopften an jede Haustür in Spielberg, Oberschweinbach und Günzlhofen. Sie fragten nach alten Fotos, Dokumenten, Postkarten und Ähnlichem. Wenn die Menschen etwas zu erzählen hatten, wurden die Erinnerungen notiert.

Manchmal wurden Hartwig Lucht und Georg Kühlmuß von der Chronikgruppe schnell fündig, manchmal gestaltete sich die Suche zäh. Es gab jede Menge zu tun. Die beiden und andere Geschichtsinteressierte wühlten sich durch Archive. Sie trugen das Material zusammen, sortierten es und machten sich an die graphische Gestaltung. Gedruckt wurde in St. Ottilien, gebunden in Augsburg – und nun wurden die 400 Exemplare ausgeliefert und warten darauf, verkauft zu werden. Möglich ist dies am Christkindlmarkt – der auch schon Tradition hat.

Verkauf

Die Häuserchronik kann am Christkindlmarkt am Sonntag, 1. Dezember, ab 14 Uhr erworben werden. Das Buch kostet 39 Euro.

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