Wo einst Pferde untergebracht waren, sollen nun ein Café und ein Mehrzweckraum entstehen.  Foto:Hartl
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Wo einst Pferde untergebracht waren, sollen nun ein Café und ein Mehrzweckraum entstehen.

Oberschweinbach

Kloster-Umbau kostet das Doppelte

  • vonStephanie Hartl
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Die Weichen für die Zukunft des Klosterareals in Spielberg sind gestellt. Der ehemalige Pferdestall soll umgebaut werden. Unter anderem sollen dort ein Café und ein Mehrzweckraum entstehen. Kosten: Zwei Millionen Euro – doppelt so viel wie 2018 angenommen.

Oberschweinbach – „Heute wird eine wichtige Entscheidung von uns erwartet und verlangt.“ Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Norbert Riepl (CSU/DG) den Tagesordnungspunkt in der Gemeinderatssitzung. Am Ende schnürte der Gemeinderat einstimmig das Zwei-Millionen Euro-Paket zu Sanierung und Umbau des ehemaligen, unter Denkmalschutz stehenden Pferdestalls.

Von dieser gewaltigen Summe wird die Gemeinde aber nur einen verhältnismäßig kleinen Teil selbst bezahlen müssen. Denn aus dem Förderprogramm „Innen statt Außen“ der Regierung von Oberbayern sind die ersten 800 000 Euro an Zuschüssen schon gesichert. Weitere 840 000 Euro könnten bestenfalls noch dazu kommen – aus demselben Programm. Zudem wird der Förderverein (FV) Klosterhof einen Teil dazu beisteuern. Denn der gemeinnützige Verein bildet mit der Gemeinde eine Partnerschaft und wird das geplante Tagescafé (siehe Kasten) betreiben.

Der Zuschuss-Antrag, der 2018 bereits gestellt und genehmigt worden ist, hatte sich damals auf eine Bausumme von einer Million Euro bezogen. „Die Kosten sind nun deutlich höher als angenommen“, so der Rathauschef. Er betonte jedoch: „Wir hatten mit dem Umbau des ersten Stocks im Rathaus eine finanzielle Punktlandung, daher bin ich zuversichtlich, dass auch hier keine weiteren Baukosten folgen werden.“

Architektin Anette Primpke und ihr Team haben das Gebäude sehr ausgiebig untersucht, auch ein Statiker war bereits vor Ort. Mit dem Denkmalamt sei das Vorhaben auch schon besprochen und begrüßt worden, wie Primpke versicherte.

Zusätzlich zu den Fördergeldern des Programms „Innen statt Außen“ könnten auch noch weitere Zuschüsse fließen. Nicht zuschussfähig sind dagegen Anschaffungen für Ausstattung, Garderobe, Schränke, Tische, Stühle, Geschirr. Doch hier würde der Förderverein sich einbringen.

Primpke stellte auch einen Zeitrahmen für den Umbau vor. Wenn der Eingabeplan im November eingereicht werden könne, wäre es durchaus möglich, dass die Baugenehmigung im Mai 2021 erteilt werden könne. Komplett fertig könnte alles dann bis März 2023 sein. „Der finanzielle Anteil der Gemeinde würde sich daher auf mehrere Jahre verteilen, und das wären überschaubare Zahlen“, so Primpke. Es wären etwa 285 000 Euro, die die Gemeinde zu dem Projekt beisteuern müsste.

Für die Regierung von Oberbayern war Julia Preschern anwesend. „Das ist eine Maßnahme, die ganz klar förderfähig ist“, sagte sie. Für 2021 solle ein neuer Antrag gestellt werden. Bestenfalls würden dann noch einmal 80 Prozent der Bausumme bezuschusst. Minimum sind aber immer 60 Prozent.

Silvia Pongratz (CSU/DG) wollte wissen, wie lange die Gemeinde an die förderfähige Nutzung gebunden ist. 25 Jahre, erklärte Preschern. Sollte die zweite Zuschuss-Rate geringer ausfallen, könnte man immer noch während der Bauphase einen Sparkurs wählen, ergänzte Primpke.

„Wichtig ist, dass wir als Gemeinde die Fäden in der Hand haben“, so Riepl. „Es ist eine große Chance für Oberschweinbach – das wäre aber ohne Förderung undenkbar für uns zu stemmen.“

Das ist in den Stallungen geplant

Den Teil des ehemaligen Pferdestalls mit dem böhmischen Kreuzgewölbe bezeichnete Architektin Anette Primpke als „Filetstück des Gebäudes“. Dort, auf 76 Quadratmeter Fläche, soll das Tagescafé einziehen. 48 Sitzplätze wird es innen geben, plus weitere Sitzmöglichkeiten im Außenbereich.

Direkt daneben soll ein Mehrzweckraum mit 58 Quadratmetern entstehen. Diesen könnte man zum Café dazu nehmen oder abtrennen, so Primpke.

Eine großzügige Toilettenanlage, eine Küche mit 31 Quadratmetern plus Vorratsraum (29 Quadratmeter) sowie ein Garderobenbereich und eine Theke sollen ebenfalls einen Platz finden. Zudem ist noch ein extra Raum eingeplant mit 19 Quadratmetern, in dem etwa Kochkurse stattfinden könnten. „Alles sehr multifunktional“, erläuterte Architektin Primpke.

Im Obergeschoss sind zwei Rettungswege geplant. Zudem sind dort Fremdenzimmer denkbar, geplant ist aber noch nichts. Der Bauhof bleibt bis auf weiteres im Gebäudetrakt beheimatet. gog

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