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Neun Wohnungen sollen im Ortskern entstehen. (Symbolbild)

Besorgte Nachbarn

Neun Wohnungen mitten im Ort - Bauherr zieht Antrag zurück

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Es gab den erwartet großen Andrang an Zuhörern in der letzten Sitzung vor der Sommerpause. Es sollte über den Bauantrag einer Wohnanlage mit neun Einheiten abgestimmt werden.

Oberschweinbach – Ein gutes Dutzend besorgter Nachbarn war gekommen, um zu hören, wie sich der Gemeinderat entscheiden würde. Doch nach wenigen Minuten verließen die interessierten Bürger den Sitzungssaal wieder. Der Antrag wurde nämlich von der Tagesordnung genommen – auf Wunsch des Bauherrn.

Neun Wohneinheiten sollen auf diesem Grundstück mitten im Ort entstehen. Diese Größe und der geplante Baukörper hatten einige Nachbarn auf den Plan gerufen. Vor der Sitzung hatte sich bereits der Bauausschuss mit dem Antrag befasst und einen Ortstermin wahrgenommen, wie Bürgermeister Norbert Riepl (DG/CSU) erläuterte. Dabei hatte man sich das Grundstück angeschaut, auf dem die Wohnanlage entstehen soll. Schon dort war klar geworden, dass an diesem Tag keine Entscheidung fallen würde.

Bauherr will sich noch einmal Gedanken über den Bau machen

Der Bauherr wolle das Vorhaben mit der Architektin erneut besprechen und sich noch einmal Gedanken über den Baukörper machen. Zudem fehlen noch einige Berechnungen. „Eventuell hat man beim nächsten Mal eine ganz andere Ausgangslage“, so Riepl.

Johannes Heitler erinnerte den Rathauschef daran, dass man sich im Gremium eigentlich einig gewesen sei, sich bei solchen Fällen von Fachleuten beraten zu lassen. „Wir brauchen hier eine vernünftige Planung, schade, dass das nicht passiert ist. In anderen Gemeinden wurde das ja auch gemacht.“ Man müsse sich klar werden, wie damit umzugehen sei und eine vernünftige Linie finden. Das werde in Zukunft immer wieder vorkommen.

Der Antrag wird zurückgestellt

Riepl nannte das nachvollziehbar und betonte, er stehe im Kontakt mit einem Sachverständigen, jedoch sei noch kein Termin zustande gekommen. Das Gremium votierte schließlich einstimmig dafür, dass der Antrag zurückgestellt wird.

Für ein Bauvorhaben dieser Größe wären 18 Stellplätze erforderlich. Geplant war, dass diese auf dem gesamten Grundstück verteilt werden, wodurch ein Großteil der Fläche versiegelt würde. Auch die Gestaltung des Gebäudes mit verschiedenen Fensterformen sowie die Kubatur an sich und das geplante Pultdach könnte kritisch beurteilt werden. Das Vorhaben füge sich außerdem insgesamt nicht in die Eigenart der näheren Umgebung ein. Das Grundstück ist sehr speziell geschnitten, an der längsten Seite ist es gut 60 Meter lang, an der gegenüberliegenden Seite mit knapp zehn Metern recht schmal.

Nachbarn wünschen sich frühere Informationen

Nach knapp zehn Minuten war dieser Punkt abgehakt. Ein Nachbar bat darum, künftig bei solchen Vorhaben früher informiert zu werden. Bürgermeister Riepl verwies darauf, dass Termin und Tagesordnung jeder Gemeinderatssitzung eine Woche vorher bekannt gegeben werden.

Ein anderer Anlieger monierte, dass man den Plan erst gestern zu Gesicht bekommen habe. Solche Inhalte bekommen aus Datenschutzgründen nur Mitglieder des Gemeinderats zugestellt, erklärte Riepl weiter. Wenn die Nachbarn entsprechende Einblicke oder Dokumente bekommen möchten, dann gehe das nur über den Bauherrn.

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