Die Stallungen am Kloster Spielberg: Dort sollen ein Café und ein Mehrzweckraum entstehen. 100 000 Euro stehen dafür im Haushalt bereit.
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Die Stallungen am Kloster Spielberg: Dort sollen ein Café und ein Mehrzweckraum entstehen. 100 000 Euro stehen dafür im Haushalt bereit. (Archivfoto)

Aus dem Gemeinderat

Oberschweinbachs Rücklagen schwinden

  • vonStephanie Hartl
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Die entspannten Jahre in Sachen Finanzen sind in Oberschweinbach definitiv vorbei. Der Gemeinderat hat jetzt einen Haushalt schnüren müssen, der an die Grenzen geht.

Oberschweinbach - Denn der Verwaltungshaushalt, der 2,5 Millionen Euro umfasst, kann nur über eine Rücklagen-Entnahme ausgeglichen werden. Diese Summe beträgt rund 850 000 Euro. Es bleiben damit noch 342 000 Euro im gemeindlichen Sparstrumpf. Ab 2024 rechnet man wieder mit einer Zuführung. Eine Kreditaufnahme ist somit also nicht erforderlich.

„Uns erwartet jetzt ein mehrjähriger harter Sparzwang“, so Bürgermeister Norbert Riepl (CSU/DG). Seit 2017 stand die Gemeinde finanziell endlich auf sicheren Füßen, heuer sieht es anders aus. Sinkende Einnahmen und steigende Ausgaben sind für diese Misere verantwortlich. So sind heuer 154 000 Euro mehr an Kreisumlage fällig, die mit einer Summe von 987 730 Euro zu Buche schlägt. Weitere 14 000 Euro mehr als noch im Vorjahr stehen bei der VG-Umlage an (gesamt 325 890 Euro).

Und die Ausgaben beim Kinderhaus sind ebenfalls um 35 000 Euro gestiegen. Wobei das prognostizierte Defizit für heuer erfreulicherweise deutlich geringer ausfällt als angenommen. Denn statt 73 000 Euro muss die Gemeinde nur 26 000 Euro zahlen. Weniger Projekte im Pandemie-Jahr und mehr Fördergelder wurden hier als Grund genannt.

Insgesamt fehlen im Gemeindesäckl heuer Einnahmen in Höhe von 436 000 Euro. „Es ist wirklich nichts, was wir selbst beeinflussen könnten“, so Kämmerer Richard Furtmeier. „Selbst wenn wir alle freiwilligen Leistungen heuer streichen würden, langt es nicht.“

So musste der Kämmerer heuer ein minus von 154 000 Euro an Schlüsselzuweisungen notieren. „Das tut richtig weh, das spüren wir gewaltig“, so Rathauschef Riepl. Da die Umlagekraft der Gemeinde jedoch nach unten geht, werden die Schlüsselzuweisungen auch wieder steigen.

Einen Investitionsstopp gibt es allerdings nicht, auch in den Folgejahren sind weiterhin die großen Projekte der Gemeinde im Finanzplan aufgelistet. Der Vermögenshaushalt umfasst insgesamt 2,6 Millionen Euro.

Aus den ersten Grundstücksverkäufen vom Baugebiet Schlossfeld Süd werden Einnahmen von 1,2 Millionen Euro erwartet. „Das ist realistisch bis vorsichtig geplant“, so der Bürgermeister.

Für das Baugebiet in Günzlhofen sind Planungskosten von 20 000 Euro vorgesehen. Weitere 100 000 Euro sind für das Projekt im Kloster Spielberg eingeplant. Dort sollen bekanntlich die ehemaligen Stallungen saniert werden.

Für eine Erweiterung des Kindergartens hat die Gemeinde ebenfalls Planungskosten von 10 000 Euro bereitgestellt, für die beiden kommenden Jahre ist laut Finanzplan eine Summe von einer Millionen Euro vorgesehen. Die Feuerwehr Günzlhofen benötigt demnächst ein neues Fahrzeugt. Für 2022 stehen 150 000 Euro hierfür im Investitionsprogramm. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt rund 437 Euro.

Der Finanzausschuss hatte den Haushalt vorberaten und einstimmig empfohlen. Auch der Gemeinderat votierte geschlossen dafür. (gog)

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