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Oberschweinbach

Schulbus nimmt Fahrt auf

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Die Busbeförderung für Schulkinder am Nachmittag von der Mittagsbetreuung in Hattenhofen heim nach Oberschweinbach geht in die nächste Runde.

Oberschweinbach –  Nachdem nun ein Bus um 14.05 Uhr in den regulären Fahrplan mitaufgenommen werden konnte, geht es nun noch um ein paar Kinder, die länger die Betreuung in der Grundschule Hattenhofen nach dem regulären Unterrichtsende besuchen. Eine betroffene Mutter hatte sich mit einem Antrag an den Gemeinderat gewandt.

Eine Umfrage unter den Eltern hätte einen entsprechenden Bedarf ergeben. Wie erklärt wurde, klappt das System mit Fahrgemeinschaften wohl nicht einwandfrei. Nun hatte Bürgermeister Norbert Riepl (DG/CSU) beim ÖPNV nachgefragt, ob es möglich wäre, die Linie 838, die nach Tegernbach und dann in die Gemeinde unterwegs ist, nicht einfach in umgekehrter Richtung fahren zu lassen. „Das ist leider nicht machbar“, musste Riepl seinen Ratskollegen berichten. Denkbar wäre es, dass zum nächsten Fahrplanwechsel im Frühsommer 2019 mit der Planung begonnen wird, einen weiteren Bus in die Linie mitaufzunehmen.

Für eine Busfahrt um 15.30 Uhr mit einem privaten Unternehmen müsste die Gemeinde tief in die Tasche greifen: Über 15 000 Euro kostet das im Jahr für vier Fahrten pro Woche, umgerechnet etwa 95 Euro pro Fahrt. Riepl: „Das ist eine große Summe, die keine Pflichtaufgabe für die Gemeinde ist, sondern eine freiwillige Leistung.“ Er tue sich schwer, für eine solche Leistung, die nur ein knappes Dutzend Kinder betreffe, Gelder auszugeben und rechnete vor: „Wir haben etwa 250 000 Euro zur Verfügung für alles, was unsere 1750 Einwohner betrifft: Straße, Radweg und so weiter.“

Parteikollege Johannes Heitler mahnte an: „Oft ist es einfach notwendig, dass die Frau arbeitet. Viele haben auch keine Großeltern in der Nähe.“ Franz Neheider (DmZ) betonte dagegen, dass es bei einem so langen Schultag von 7 bis 15.30 Uhr auf eine halbe Stunde mehr Busfahren auch nicht mehr wirklich drauf ankomme. „Reichere Gemeinden zahlen so etwas nicht und wir als Schlusslicht machen den Geldbeutel auf.“ Kornelia Schromm (FW Miteinander) fehlte vor einer Entscheidung ein klärendes Gespräch mit den betroffenen Eltern, ob diese einen Teil der Kosten übernehmen würden. Anscheinend sind es nun auch nicht mehr wie anfangs geschildert 13 Kinder, die diese Fahrt benötigen, sondern nur noch sieben oder acht. „Das müsste dann doch aber mit Fahrgemeinschaften gehen“, findet Schromm. Deren Fraktionskollegin Diana Wolf glaubt, dass sich die Zahl der Kinder noch erhöhen werde: „Wenn es so ein Angebot gibt, dann steigt die Nachfrage auch.“ Möglicherweise ist der Punkt ohnehin bald obsolet, ergänzte Heitler. „Bei der Wirtschaft rauschen die Tausender schneller durch und hier werden wir jetzt kleinkariert.“ Nach Meinung von Thomas Gaeb müsste es jetzt mit den Eltern ins Gespräch gehen.

Mit 8:4 Stimmen entschied sich der Gemeinderat schließlich, die Hälfte der Kosten für besagte Busfahrt zu übernehmen. Jetzt sind die Eltern am Zug. 

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