Oberschweinbach

Straßensperre verärgert Geschäftsinhaber

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Die Sperrung der Kreisstraße bis zum Jahresende sorgt für Unmut in Oberschweinbach. Vor allem Gewerbetreibende befürchten ausbleibende Kundschaft.

Oberschweinbach – Bis Ende des Jahres ist ein Teil der Kreisstraße komplett gesperrt für den Durchgangsverkehr. Grund dafür sind Bauarbeiten am Kanal in diesem Bereich. Die betroffenen Anwohner dürfen und können weiterhin zu ihren Grundstücken fahren. Schwieriger ist es für Ortsunkundige, denn die Umleitung erfolgt über Rammertshofen.

Vor einigen Jahren schon hat der Abwasserzweckverband (AZV) ein Sanierungskonzept erstellen lassen, jetzt kann es endlich realisiert werden. „Der Kanal ist nicht überlastet, aber an der Grenze“, erläutert Hans Singer vom AZV.

Beschwerden gehen bei der Gemeinde ein

Ursprünglich war geplant, die Straße nur halbseitig sperren zu lassen, mittels eines Notstreifens wäre dann Durchgangsverkehr weiterhin möglich gewesen. „Das konnte man aber nicht umsetzen“, hatte Bürgermeister Norbert Riepl vor kurzem erklärt. Beschwerden gab es inzwischen schon einige, so der Rathauschef auf Tagblatt-Anfrage – obwohl die Gemeinde gar nicht Auftraggeber der Bauarbeiten ist. Trotzdem ist Riepl damit befasst: „Es wurde sich vor allem darüber beschwert, dass man jetzt etwas weiter zur Bushaltestelle laufen muss.“

AZV-Vorsitzender Lutz Rosenbaum hatte die Thematik vor knapp drei Wochen im Gemeinderat erläutert. An jenem Tag war die Straßensperre aufgebaut worden. Vorteil der Komplettsperre: die Firmen können loslegen und frei arbeiten, so Rosenbaum. Die zeitliche Schiene werde man wohl auch nicht ausreizen müssen. „Wir haben auch großen Wert darauf gelegt, dass die betroffenen Anlieger jederzeit zu ihren Häusern gelangen“, so der Vorsitzende weiter.

Ersatzrouten für den MVV

Auch mit dem MVV habe man wegen der Buslinien eine gute Lösung finden können. Die Routen seien von der Busfirma vorher abgefahren worden, Ersatzhaltestellen wurden eingerichtet, einige müssen allerdings entfallen, so wie beispielsweise die Haltestelle Am Weiher. Rosenbaum betonte in der Sitzung noch: „Diese Maßnahme hat nichts mit dem Baugebiet Schlossfeld Süd zu tun, die steht bei uns seit 2014 auf dem Plan.“

Mit der Sperrung sind aber nicht alle glücklich. „Geschäftsfördernd ist das nicht“, sagt etwa Michael Wolf von der gleichnamigen Getränkefirma. Einige Kunden fahren jetzt nicht mehr bei ihm vorbei auf dem Weg in die Arbeit. Man kommt allerdings problemlos bis zur Firma, die Sperre beginnt erst einige Meter weiter. Das Problem ist ein anderes: Bei der Abzweigung Rammertshofen/Nannhofen ist ein Schild angebracht, das auf die Sperre hinweist. Viele Autofahrer würden dann die Umleitung nehmen.

Kunden kommt zu spät

Dieses Problem hat auch Karina Krapf zu spüren bekommen. Sie betreibt einen Friseurladen an der Kreisstraße. Viele Kunden kommen von außerhalb. „Seit der Sperrung kommt jeder Dritte zu spät zum Termin“, berichtet sie. „Viele rufen auch an und fragen, ob man überhaupt zum Geschäft kommt.“

Anfangs haben einige Anwohner sicherheitshalber ihre Autos in einer Seitenstraße geparkt. Sie wisse auch, dass diese Maßnahme durchgeführt werden muss, betont die Friseurmeisterin. „Wir haben ja auch Bescheid bekommen. Aber das hätte vielleicht zwei Monate vorher sein dürfen – auch für diejenigen, die hier kein Geschäft haben.“

Die schöne Landschaft

Autowerkstatt-Besitzer Roland Bschorr sagt ebenfalls: „Einige unsere Kunden kommen nicht zurecht mit der Umleitung.“ Dabei liegt die Werkstatt direkt am Kreisverkehr, ist von der Sperre also gar nicht betroffen. Er und die anderen Betroffenen haben deswegen ein Schild anbringen lassen mit dem Hinweis „Zufahrt frei“ zu ihren Geschäften. Vor allem nach der Hochbrücke, wo eine Umleitung via Rammertshofen angebracht ist, war das allen wichtig. Roland Bschorr: „Viele sagen inzwischen, ohne dieses Schild würden sie sich verfahren.“ Ein älterer Herr kam neulich fast eine Stunde zu spät zum Termin, berichtet er. „Der hat sich tausendmal entschuldig, aber dann angemerkt, dass er jetzt erst gesehen hat, wie schön die Landschaft hier ist.“

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