Eine Million Euro

Spielberg-Umbau wird deutlich teurer

Der Umbau des Obergeschosses im Kloster Spielberg wird erheblich teurer als angenommen. Im Juli hatte eine erste grobe Kostenschätzung von 600 000 Euro im Raum gestanden. Nun legte die zuständige Architektin Annette Primpke die Zahlen auf den Tisch. Fast eine Million Euro wird das Projekt nun kosten.

Oberschweinbach – Im ersten Stock sollen fünf Wohneinheiten entstehen. Der Betreiber des gegenüberliegenden Altenheims Casa Reha wird für mindestens zehn Jahre die Wohnungen anmieten, um dort Personal unterzubringen. Im Erdgeschoss befinden sich die Gemeindeverwaltung sowie die Büros des Abwasserzweckverbandes (AWZV). Knapp 220 Quadratmeter Wohnfläche werden dort entstehen, wo früher die Klosterschwestern wohnten, bevor sie sich aus Spielberg zurückzogen.

Heizung aus dem Jahr 1900

Dass der Umbau des ersten Stocks nicht so einfach über die Bühne gehen wird, war von Anfang an klar. Denn Denkmalschutz und Brandschutz gilt es zu beachten. „Da muss man aufrüsten“, so die Architektin. Die Heizanlage muss auf den neuesten Stand gebracht werden, sie datiert zum Teil aus dem Jahr 1900, das Neueste ist aus den 1970er Jahren. Auch die Wasserleitungen sind rissig und längst nicht mehr zulässig.

Die Installationsarbeiten wurden mit 217 000 Euro beziffert, der Umbau des ersten Stocks mit Putz-, Maler-, Bodenbelags- und Fliesenarbeiten sowie neuen Wänden mit 273 000 Euro. Die Decke zum Dachgeschoss muss gedämmt werden, damit das Ganze laut Primpke „eine vernünftige Qualität“ hat. Im Flur wolle man versuchen, den alten Steinholz-Estrich zu restaurieren, in den Wohnungen selbst soll ein Holzboden verlegt werden.

„Es sind viele Kleinigkeiten, die sich am Ende zu dieser Summe zusammenfügen“, so die Architektin. 940 000 Euro soll der Umbau kosten. Wobei Bürgermeister Norbert Riepl (DG/CSU) ergänzte: „Ein paar 100 000 Euro sind dafür alleine für den Denkmalschutz.“ Mit großer Wahrscheinlichkeit könne die Gemeinde auch noch mit Fördermitteln rechnen. Laut Aussage der Kämmerei in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Mammendorf dürfte ein Zuschuss von rund 30 Prozent auf die Baukosten zu erwarten sein.

Auch Fenster sollen saniert werden

Vize-Rathauschef Lutz Rosenbaum (BV Günzlhofen) regte an, die „Fenster nicht außer Acht zu lassen“. Es sei klar, dass eine energetische Sanierung nicht drin sei, aber er plädierte für eine vernünftige Lösung. Laut Planungen sollen die bestehenden 24 Fenster im Obergeschoss entsprechend saniert werden. Neue Fenster würden noch einmal mit knapp 30 000 Euro zu Buche schlagen, dafür fallen die knapp 600 Euro pro Fensterreparatur weg. „Lieber ganz neu, dann haben wir was Gescheites. Keiner will mit der Decke am Fenster sitzen, weil’s zieht“, so Rosenbaum, der mit dem AWZV an der Giebelseite im Kloster seine Büros hat und aus Erfahrung weiß, wie kalt es dort sein kann.

Auch Riepl war dafür, neue Fenster einzusetzen. „Es ist höchste Zeit, dass da was passiert.“ Das Gremium stimmte der Umsetzung zu, mit der Ergänzung, dass neue Fenster mit aufzunehmen sind.

von Stephanie Hartl

Rubriklistenbild: © tb

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