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Beispielfoto Gastgewerbe

In Günzlhofen

Vereinswirt verzweifelt gesucht

Günzlhofen – Die Sportgaststätte braucht ab 1. Januar einen neuen Pächter. Für den Besitzer, die Gemeinde Oberschweinbach, ist die Nachvermietung eine immens wichtige Angelegenheit. Denn in der einzigen Wirtschaft des 400-Seelen-Ortes findet schließlich ein Großteil des gesellschaftlichen Lebens statt: Bürgerversammlungen, Theateraufführungen und vor allem die Bewirtung der Sportler des VSST Günzlhofen.

Die Wirtschaft aus den 1970er-Jahren mit Gastraum, Nebenzimmer und zwei Kegelbahnen sowie der Möglichkeit für einen Biergarten ist an dem Komplex an der Jahnstraße zusammen mit der Mehrzweckhalle untergebracht. Dort hat der Pächter das alleinige Bewirtungsrecht. Das heißt, wenn in der Halle Veranstaltungen mit mehreren hundert Personen stattfinden, werden von der Sportgaststätte Getränke und Essen gestellt. Auch in der Gastwirtschaft selbst ist Raum für mehr als hundert Gäste.

Die Wirtschaft ist Treffpunkt der ganzen Ortschaft und der einzige bewirtschaftete Veranstaltungsraum in Günzlhofen. Martin Riepl, der jetzige Pächter und Bruder des Oberschweinbacher Bürgermeisters, beendet seine Wirts-Tätigkeit aus persönlichen Gründen zum Jahresende.

Für die Günzlhofener und die ansässigen Vereine wäre ein Leerstand unangenehm. Rathauschef Norbert Riepl hofft deswegen nun darauf, dass man direkt zum neuen Jahr 2017 einen neuen Pächter findet: „Ziel ist eine Anschlussverpachtung. Das ist unheimlich wichtig, weil es die einzige Gaststätte im Ort ist.“ Derzeit haben die Vereine keine Planungssicherheit für ihre Veranstaltungen im kommenden Jahr.

Die Verantwortlichen beim VSST Günzlhofen sind bisher aber noch nicht allzu nervös. „Wir sind optimistisch, dass sich ein Nachfolger findet“, sagt Stefan Schmitz-Irmer, einer der beiden Vereinsvorsitzenden. Zumal die Aufführungen der Theater-Abteilung und die Weihnachtsfeier noch in den Zeitraum bis Jahresende fallen und somit abgedeckt sind. Danach sei es bis zur Jahreshauptversammlung im März sowieso recht ruhig im Vereinsleben, sagt Schmitz-Irmer. Falls sich tatsächlich für längere Zeit kein neuer Pächter findet, müsse man eben mit dieser Tatsache umgehen. Im Notfall würde für kleinere Veranstaltungen auf benachbarte Gastwirtschaften in Mittelstetten und Hattenhofen ausgewichen.

Seit Mitte September – seitdem klar ist, dass Martin Riepl aufhört – ist die Gemeinde auf der Suche nach möglichen Wirten, hat Anzeigen geschaltet und auf der Homepage der Verwaltungsgemeinschaft darauf aufmerksam gemacht. Zu möglichen Kandidaten kann Norbert Riepl aber noch nichts sagen. Bewerbungsschluss ist eigentlich Mitte Oktober, doch wenn sich ein geeigneter Kandidat noch hinterher meldet, werde man sich nicht sperren.

Die Bewerber sollen jetzt erst einmal gesichtet und gesammelt und dann dem Gemeinderat vorgestellt werden. „Über geeignete Kandidaten wird dann der Gemeinderat entscheiden.“ Einschränkungen hinsichtlich der Ausrichtung der Gastronomie und der angebotenen Küche will die Gemeinde aber nicht machen. „Wir sind da absolut offen“, betont Riepl. Denn heutzutage sei es generell nicht allzu einfach, einen guten Wirt zu finden. (fd)

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